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Spiel-Zeug im rosa Tütü

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Gaming für Girls  

Spiel-Zeug im rosa Tütü

26.05.2008, 15:57 Uhr | Richard Löwenstein / jr / tz

PS2 in Pink: Spielen für Frauen (Bild: Sony)PS2 in Pink: Spielen für Frauen (Bild: Sony)Videospiele sind eine Sache für Jungs, vielleicht auch für etwas ältere Jungs bis etwa 40 Jahre. Die Zielgruppe Frau scheint im öffentlichen Bewusstsein gar nicht zu existieren. Doch das ist nicht richtig; das Bild wandelt sich. Die Statistiken des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) belegen, dass PC-Games und Videospiele längst keine reine Männer-Domäne mehr sind. Demnach waren im Jahr 2007 von 100 Gamern 31 weiblichen Geschlechts. Doch mit welcher Unterhaltungs-Software vertreibt sich die weibliche Kundschaft die Zeit? Was glaubt die Industrie, was die weibliche Zielgruppe gerne spielen würde? Und womit?

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Steigende Frauenquote

Singstar (Bild: Sony)Singstar (Bild: Sony)Deutschlands einzige Professorin für Gamedesign, Linda Breitlauch, ist sich sicher: "Natürlich spielen auch Mädels gerne!" Besonders beliebt innerhalb der weiblichen Gaming-Community sind Geräte, die zum Mitmachen animieren und die idealerweise auch noch in die Handtasche passen. In punkto mobile Videospiel-Systeme ist das Verhältnis von männlichen und weiblichen Spielern inzwischen fast ausgeglichen. Laut BIU-Untersuchung waren 2007 rund 49 Prozent der Handheld-Nutzer Frauen, 2005 lag die Zahl noch bei 34 Prozent. Vor allem das Singstar-Mikrofon und die Eyetoy-Kamera von Sony sowie der Edel-Gameboy DS und die Spielekonsole Wii von Nintendo - alles Geräte, die sich mit Körperbewegungen steuern lassen oder die zum Mitmachen anregen - hatten großen Anteil an dieser Steigerung.

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Spezielles Spielzeug

Alles Pink: Spielen für Frauen (Bild: Nintendo, Microsoft, Sony / Montage: T-Online)Alles Pink: Spielen für Frauen (Bild: Nintendo, Microsoft, Sony / Montage: T-Online)Um den Trend zu verstärken, versucht die Spiele-Industrie, in Sachen Design und Optik das Auge der Gamer-Ladies zu erfreuen. Mit fatalen Folgen, denn mittlerweile gibt es kaum eine für die Zielgruppe Frauen gedachte Hard- oder Software, die nicht in Pink oder einer Farbvariation davon erhältlich ist. Blassviolette Playstation-Konsolen, rosa DS- und PSP-Handhelds oder mit dem Slogan "Think Pink!" beworbene Xbox 360-Controller im Farbton "Pink Original" gehören zu der Sorte Design-Highlights, bei der man sich im Stillen fragt, welches Frauenbild hier Pate steht. Doch damit nicht genug: Die Frau spielt, geht es nach den Herstellern, auch irgendwie pink. Da gibt es Produktionen wie Sophies Freunde: Kochspaß oder Sophies Freunde: Babysitten. Einmal darf Frau für ihre Freundinnen kochen, einmal sich entsprechend auf ihre Mutterrolle vorbereiten und das Baby einkleiden. Wenn es ein Mädchen ist, natürlich in rosa.

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Shopping-Frust

Abseits dieser mit Klischees überfrachteten Spiele findet sich wenig, was Frauen besonders ansprechen würde. So erzählt Kunststudentin Helga Maria Kofler in ihrem Blog darüber, wie sie zum ersten Mal den auf die weibliche Zielgruppe getrimmten Gameboy Advance sah: "Kein Wunder, dass Frauen nicht spielen wollen." Sie nennt es außerdem ein "Unding", dass das Handheld gemeinsam mit dem Spiel Mein Reiterhof verkauft wird. Offensichtlich scheint die gesamte Technik-Branche nicht allzu viel von den weiblichen Vorlieben zu verstehen. Eine Studie namens "Lady Geek" der Londoner Werbefirma Saatchi & Saatchi zeigt die Realität: Jede zweite Frau verlässt den Laden, weil sie nicht das technische Gerät gefunden hat, das sie suchte. Nur neun Prozent der befragten 750 Frauen zwischen 24 und 35 Jahren gaben an, Technik zu kaufen, die "feminin" aussieht. Offensichtlich handelt es sich also um vergebene Liebesmüh seitens der Hersteller, die auf einem kuriosen - um nicht zu sagen antiquierten - Frauenbild beruht

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Einfach für die Frau

Dass die Vorstellungen von Marketing-Abteilungen von über Games für Frauen mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben, zeigen auch die Markterhebungen des BIU. Danach sind bei Frauen einfach gestrickte Geschicklichkeits-Tests, so genannte "Casual Games", besonders beliebt. BIU-Sprecher Eric Jannot: "Die Komplexitätsreduktion bei diesen Gelegenheitsspielen ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt". Wesentliche Faktoren hierbei seien für Frauen vor allem ein sofortiger Spielspaß, gute Zugänglichkeit und eine übersichtliche Spieldauer. Entsprechend bestehe im Bereich der stationären Konsolen in punkto Frauennutzung noch einiges an Aufholpotenzial. Im Hardcore-Gamer-Bereich dominierende Genres wie Action-Games oder Ego-Shooter sind nicht wirklich für Frauen und Mädchen gemacht.

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Midlife-Crysis

Crysis (Bild: EA)Crysis (Bild: EA)Die Annahme erscheint in der Mehrzahl der Fälle plausibel, stimmt aber nicht durchgängig. Linda Breitlauch: "Ich zocke durch alle Genres. Zuletzt habe ich natürlich Crysis gespielt, davor Siedler 6. Leider habe ich Bioshock nur angespielt. Ich hatte auch ausdauernde Sims 2-Phasen, ebenso wie mich Diablo 2 lange beschäftigt hat." Linda Breitlauch hat die Dramaturgie von Computerspielen erforscht, sie unterrichtet an der Berliner Mediadesign Hochschule die Fächer Gamedesign und Storytelling, also die Kunst des Geschichten-Erzählens. "Die meisten Spiele sind bislang aber eher für ein männliches Publikum entwickelt worden", so Linda Breitlauch, "Frauen sind aber dramaturgisch gut inszenierte Spiele wichtiger. Frauen erwarten Spielgeschichten mit emotionalen Wirkungen und eine stärkere aktive Rolle von weiblichen Figuren." Nun, gegen mehr Figuren vom Format einer Lara Croft hätten vermutlich auch die wenigsten männlichen Gamer etwas einzuwenden

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