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Raubkopieren bringen PC-Spiele in die Krise

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Schaden durch Raubkopierer  

Illegale Kopien bringen PC-Spiele in die Krise

05.06.2008, 15:49 Uhr | Medienagentur Plassma / vb

Crysis (Bild: EA)Crysis (Bild: EA)Crysis wurde von der Kritik hoch gelobt. Der Ego-Shooter der Frankfurter Spieleschmiede Crytek war Titelstory in mehr als 60 Fachmagazinen und erhielt durchschnittlich 91 von 100 Wertungspunkten. Kein Wunder, dass Crysis zu den hoch gehandelten PC-Spielen des vergangenen Herbstes gehörte. Man konnte davon ausgehen, dass die mit 16 Millionen Euro teuerste Game-Produktion Deutschlands ein voller Erfolg wird. Die Realität sieht aber anders aus: Weltweit konnten Publisher Electronic Arts und Crytek bisher nur eine Million Exemplare absetzen. Rockstars aktueller Action-Blockbuster GTA 4 für die Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und PS3 brachte es innerhalb von 24 Stunden zu 3,6 Millionen Verkäufen weltweit. Warum verkaufen sich PC-Titel trotz hoher Wertungen und großen Werbe-Budget also schlechter als Konsolen-Games?

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PC-Spiele in der Krise

Der Grund für diese Entwicklung ist ebenso simpel wie tragisch: PC-Spiele werden immer mehr zum Objekt der Begierde weltweit tätiger Raubkopierer. Die Folgen sind dramatisch: Wo die Refinanzierung nicht mehr möglich ist, ist die Entwicklung anspruchsvoller PC-Spiele auf Dauer ein Ding der Unmöglichkeit. Zudem fehlt auch das Budget für die Qualitätssicherung, so dass die Qualität der veröffentlichten PC-Games sinkt.

Zehn Raubkopien pro Spiel

Crysis (Bild: EA)Crysis (Bild: EA)Das sieht auch Crytek-Chef Cevat Yerli so. In einem kroatischen Spielemagazin erklärte er, dass „PC-Spieler, die Raubkopien spielen, die Plattform zerstören“. Yerlis Aussage kommt nicht von ungefähr. Schon vor der Veröffentlichung - und auch bis heute noch - tummeln sich zahlreiche Crysis-Kopien im Internet. Crytek schätzt sogar, dass auf jedes verkaufte Game zehn Raubkopien auf Rechnern existieren. Die Raubkopierer-Problematik, mit der sich Musik- und Filmproduzenten ebenfalls herumschlagen müssen, ist für Hersteller von PC-Games ein altbekanntes Sorgenkind. Im Falle von Crysis lag es vermutlich an einem schlechten Kopierschutz sowie einem Leck im Vertrieb des Games, so dass sich die Raubkopien in Windeseile über das Internet verbreiteten konnten.

Ärger mit Bioshock und Mass Effect

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Auf der Suche nach Abhilfe treibt der Krieg gegen Raubkopierer bisweilen seltsame Blüten. So geriet der Publisher Take 2 nach dem Release des Shooters Bioshock im August 2007 massiv in die Kritik der Spieler. Der Grund: Nach der Installation musste jede Kopie online registriert werden. Dabei waren jedoch nur zwei Registrierungen pro Spiel möglich. Nach heftiger Kritik durch Spieler erhöhte Take 2 die Anzahl der Aktivierungen auf fünf pro Spiel. Das Rollenspiel Mass Effect sollte noch einen Schritt weiter gehen: Hier gab es vor der Veröffentlichung Gerüchte über einen Kopierschutz, der alle zehn Tage auf das Internet zugreift und überprüft, ob der eingegebene Aktivierungsschlüssel nicht im Umlauf ist. In der finalen Version des Spiels kam es nicht soweit: Vor dem ersten Spielen ist zwar weiterhin eine Online-Authentifizierung des CD-Keys notwendig, danach aber nur noch, wenn man zusätzliche Spiel-Inhalte herunter lädt beziehungsweise Online-Funktionen nutzen möchte.

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Vorteil für Konsolen?

Spielkonsolen  (Quelle: Sony, Nintendo, Microsoft)Spielkonsolen Entwickler setzen mittlerweile auch auf die Mischung der Systeme. Games werden ebenso für die Playstation 3 und die Xbox 360 veröffentlicht. Dadurch lassen sich die Kosten besser verteilen, zumal Raubkopien bei den Next-Gen-Konsolen bislang noch sehr selten sind und Modifikationen an der Hardware voraussetzen. Die Verkaufszahlen bestätigen das: Während der Marktanteil der Konsolen-Games weiterhin zunimmt und dabei hohe Wachstumsprozente erreicht, stagniert der Handel mit PC-Spielen. Und das, obwohl die Spiele für PS3 und Xbox 360 im Schnitt mindestens zehn Euro teurer als eine PC-Version sind. Diese finden sich jedoch recht bald als Raubkopien auf einschlägigen Tauschbörsen - und das verhagelt den Entwicklern das Geschäft.

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Call of Duty 4

und Titan Quest ebenfalls betroffen

Call of Duty 4: Modern Warfare (Bild: Activision)Call of Duty 4: Modern Warfare (Bild: Activision)Crysis ist aber längst nicht das einzige Opfer der Raubkopien-Problematik. Auch Robert Bowling, PR-Manager bei Infinity Ward, dem Entwickler des aktuellen Call of Duty 4, klagt in einem Blog über eine erschreckende Zahl illegaler Versionen bei den Online-Gefechten. Die Kopierer denken wohl nicht daran, mahnt er, dass Nachfolger dann mit weniger Budget auskommen müssen. Ebenso drohen Ubisoft und Jowood allen Nutzern von illegalen Assassin‘s Creed- und Spellforce 2-Kopien mit rechtlichen Schritten. Am schlimmsten hat es jedoch bisher das Studio Iron Lore, Entwickler des Action-Rollenspiels Titan Quest, getroffen. Es musste im Februar dieses Jahres schließen. Als Gründe nannte THQ-Kreativdirektor Michael Fitch auch hier vor allem die Schäden durch Raubkopierer.

Fazit

Ebenso wie bei Musik und Filmen sind Raubkopien auch im Games-Bereich ein nicht zu unterschätzendes Problem. Hochklassige PC-Spiele wie Crysis können aber nur entwickelt werden, wenn damit entsprechende Gewinne für Folgeprodukte eingespielt werden. Ansonsten droht der Spiele-Plattform PC der Verlust spannender, gut gemachter Games. Und auch renommierte Entwickler müssen um ihre Arbeit bangen. Mangelndes Unrechtsbewusstsein bei Internet-Usern ist ein Problem, mit dem mittlerweile alle Entertainment-Branchen schwer zu kämpfen haben.

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