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Schweiz: Politiker vergleicht "Counter-Strike" mit Kindesmissbrauch

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Schweiz: Politiker vergleicht "Counter-Strike" mit Kindesmissbrauch

10.06.2008, 10:26 Uhr

Ein ESL-Teilnehmer spielt Counter-Strike gegen ein anderes Team  (Bild: dpa)Ein ESL-Teilnehmer spielt Counter-Strike gegen ein anderes Team (Bild: dpa)Der Schweizer Politiker Roland Näf, Mitglied der linksgerichteten "Sozialdemokratischen Partei", hat in einem Interview mit dem Magazin „GBase“ einen gewagten Vergleich gezogen. Auf die Frage, warum Näf im "Großen Rat“ der Schweiz ein Verbot des Spiels Counter-Strike gefordert hatte, entgegnete der Politiker, dass ein "sportlicher Wettbewerb“, den der Interviewer in Counter-Strike sieht, kein Argument für das Spiel sei. Laut Näf könne man auch Kindesmissbrauch als sportlichen Wettbewerb inszenieren oder einen Wettkampf, bei dem man für das Überfahren von behinderten und älteren Menschen Punkte bekommt. Näf ist eigenen Angaben nach in den achtziger Jahren Computer-Spieler gewesen. Der Politiker lehnt jede Gewalt in Spielen strikt ab.

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Stranglehold-Verkäufer verklagt

Stranglehold (Bild: Midway)Stranglehold (Bild: Midway)Der 51-jährige Näf, der als so genannter Großrat im Kanton Bern tätig ist und zudem eine Schule leitet, verklagte aktuell einen "Media Markt“-Leiter in Bern, der das Spiel Stranglehold zum Verkauf angeboten hatte. Näf sah in Stranglehold den Tatbestand der Gewaltverherrlichung gegeben, der in der Schweiz nach dem Artikel 135 des Strafgesetzbuches geahndet wird. In einem Strafprozess sprach die erste Gerichtsinstanz den Angeklagten jedoch frei, da man die Inhalte von Stranglehold als „nicht grausam“ wertete. Blut- und Gewaltdarstellung machten den Titel laut Richterin Christiana Schaer zwar zu einem „Killergame“, allerdings keinem verbotenen. Näf sieht in der Niederlage vor Gericht eine Bestätigung dafür, dass geltendes Schweizer Recht nicht genügt. Dies sei auch das Ziel seiner Anzeige gewesen, so Näf.

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