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Google und das "Dritte Leben" (1/2)

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"Lively": Googles neue Online-Welt  

Google und das "Dritte Leben" (1/2)

09.07.2008, 14:30 Uhr | Spiegel Online / jr, Spiegel Online

Von Frank Patalong

Online-Welt Lively (Bild: Google)Online-Welt Lively (Bild: Google)Bunte Figuren, plaudern in 3D: Google hat seit dieser Nacht eine comic-artige Chat-Community. Sie sieht aus wie eine Idee aus den neunziger Jahren, enttäuscht auf den ersten Blick, ein Geschäftsmodell gibt es angeblich nicht - trotzdem wird Lively zum Erfolg werden.

Es gibt zahlreiche virtuelle Welten, die diese Bezeichnung verdienen. Sie besitzen eine Größe, dass man sich wochenlang darin herumtreiben könnte, ohne sie ganz gesehen zu haben. Mit Tausenden, ja Millionen von Nutzern, denen man dort in Form ihrer Avatare begegnet. Die miteinander reden, spielen, Geschäfte machen. Die den Nutzern vor dem Bildschirm das ultimative Zweitleben anbieten wollen, ein Doppelleben in Cyberia, die Flucht aus dem Alltag. Genau so etwas hat Google mit Lively in der Nacht zum Mittwoch nicht veröffentlicht.

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Neue 3D-Welt am Start

Lively (Bild: Google)Lively (Bild: Google)Seit mehr als einem Jahr hatte es rumort und gerüchtelt, dass Google an einer eigenen Avatar-Welt arbeite, einer Konkurrenz zu Second Life und all den anderen. Seit heute wissen wir, dass das nicht stimmt: Googles Lively ist nicht mehr als eine Chat-Plattform, auf der nur jeweils bis zu zwanzig Comic-hafte Avatare miteinander reden können. Wie dies in solchen visuellen Chat-Communitys schon seit Vor-WWW-Zeiten üblich ist und Ende der Neunziger schwer in Mode war, schweben die Chat-Nachrichten dabei als Sprechblasen über den Köpfen der Teilnehmer. Von einer virtuellen Welt würde im Falle Lively auch allenfalls ein in Gefangenschaft aufgewachsener Goldfisch reden: Die Chaträume sind nicht miteinander verbunden, sie existieren jeweils nur für den kleinen Kreis der "lokalen" Teilnehmer und sind damit räumlich eng begrenzt. Wie gesagt: Bei 20 ist Schicht, mehr geht nicht. So weit, so "retro", so enttäuschend auf den ersten Blick.

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Chatten als Gelegenheitsspiel

Online-Welt Lively (Bild: Google)Online-Welt Lively (Bild: Google)Optisch ist das alles natürlich hoch professionell und niedlich, könnte sich mit Avatar-Chat-Communitys wie Papermint, Habbo Hotel oder IMVU messen, wenn es nicht so eng wäre. Genau da aber liegt der Witz: Googles Lively ist eben keine virtuelle Welt, sondern das Avatar-Chat-Äquivalent zum "Casual Game". Lively lässt sich mit WoW, Second Life und anderen Multiplayerspielen oder virtuellen Welten - die Grenzen sind fließend - deshalb nicht vergleichen, weil es sich zu denen verhält wie ein kostenloses Online-Flash-Spielchen für Zwischendurch zu einem 89-Euro-DVD-Spieletitel. Der Clou aber ist, dass diese virtuelle Mini-Welt wahrhaft überall sein kann: Lively basiert auf einem Browser-Plugin, das bisher nur für die Windows-Versionen von Firefox und Microsoft Internet Explorer (MSIE) angeboten wird, und des weiteren auf dem Prinzip, dass man es überall einbauen kann, darf und soll. So wie sich Youtube-Videos mit Hilfe eines kleinen Code-Schnipsels auf jeder Webseite zeigen lassen, so soll man nun seinen eigenen kleinen Avatar-Chatraum auf seiner eigenen Web- oder Profilseite einbauen. Spätestens an diesem Punkt muss alles Mäkeln verstummen: Diese Idee ist goldrichtig.

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Zugänglicher als Second Life

Krankheiten therapieren in Second Life (Bild: Linden Lab)Krankheiten therapieren in Second Life (Bild: Linden Lab)Eines der Probleme, mit denen sich das seit der Medienhysterie des vergangenen Jahres im Abschwung befindliche Second Life herumplagt, ist, dass es vom Spieler verlangt, dass er sich ganz und gar hineinbegibt in diese virtuelle Welt - und die Tätigkeiten unterbricht, die er offensichtlich viel lieber hat. Second Life erlebt man nur, wenn man sich dort aufhält. Dementsprechend wenige Nutzer tummeln sich dort. Lively hingegen ist potentiell überall. Man betritt den Chatraum, weil man gerade auf einer bestimmten Webseite ist - oder man besucht die Webseite, weil man über das Betreten des Chatraums dahingelangt. Beides ist möglich.

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