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"Spielen bei Stress": Spielen nur zum Stressabbau macht krank

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Riskante Spiele  

Hohes Risiko von "Spielen bei Stress"

29.07.2008, 11:48 Uhr | Golem.de / vb / jr, t-online.de

Spiele-Sucht (Bild: Blizzard, Imago / Montage: t-online.de)Spiele-Sucht (Bild: Blizzard, Imago / Montage: t-online.de)Wer sich im Alltag überfordert fühlt und dann etwa zu Stressbewältigung an Computer oder Konsole spielt, hat ein höheres Risiko einer Erkrankung als unauffällige Spieler - will jedenfalls die Universität Koblenz-Landau in einer neuen Studie herausgefunden haben. Besonders gefährlich: World of Warcraft.

In einer Untersuchung des Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau wurde der Frage nachgegangen, welche Funktion das Computerspielen im Alltag von Kindern einnimmt. Dabei habe sich gezeigt, dass 11,3 Prozent der Befragten ein pathologisches, also auffälliges und unter Umständen behandlungsbedürftiges Computerspielverhalten aufweisen. Dagegen gaben 10,9 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen an, nur wenig oder gar nicht am Computer zu spielen. In der Gruppe der Befragten mit als krankhaft eingestuftem Spielverhalten sind Jungen auffällig häufig vertreten, so die Autoren Nina Moormann und Professor Jäger.

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Alltag schwerer zu bewältigen

Spiele-Sucht (Bild: dpa)Spiele-Sucht (Bild: dpa)Die Studie habe nachgewiesen, dass pathologische Computerspieler in ihrer gegenwärtigen Lebenssituation ein höheres Ausmaß an Überforderung erleben und über weniger adäquate Strategien zur Bewältigung ihres Alltags verfügen als unauffällige Spieler und Nichtspieler. Das Spielen am Computer scheine bei der Mehrheit dieser Kinder und Jugendlichen eine Art von Bewältigungsstrategie zu sein. Computerspiele werden laut der Studie von Kindern und Jugendlichen mit einem auffälligen Computerspielverhalten häufiger zur Stimmungsregulation eingesetzt.

Angst vor Bindungen

Spiele-Sucht (Bild: dpa)Spiele-Sucht (Bild: dpa)Darüber hinaus sind die pathologischen Spieler in verschiedenen Lebensbereichen angeblich deutlich unzufriedener. Insgesamt befinden sich unter den pathologischen Computerspielern weniger Personen mit einem sicheren und mehr Personen mit einem ängstlichen Bindungsstil als unter den unauffälligen Spielern und Nichtspielern. Als Bindungsstil bezeichnen die Autoren in diesem Kontext den Stellenwert zwischenmenschlicher Beziehungen. Ihm schreiben sie für den Umgang mit Problemen eine wichtige Bedeutung zu.

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WoW mit hohem Suchtpotenzial

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Die laut Studie pathologischen Computerspieler sollen eine starke Präferenz für World of Warcraft aufweisen. Das Spiel sei bekannt für seine Zeitintensität, außerdem würden monatlich anfallende Gebühren, die leichte Verfügbarkeit, Verpflichtungen innerhalb der Spielergilde sowie das Fortlaufen des Spielgeschehens bei Abwesenheit des Spielers eine starke Spielbindung erzeugen, die mit einem hohen Suchtpotenzial einher gehe.

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Häufiges Spielen nicht bedrohlich

Die Autoren der Studie betonen auch, dass häufiges und langes Computerspielen alleine nicht als pathologisch aufgefasst werden kann. Auffällig wird das Computerspielverhalten erst, wenn gleichzeitig Merkmale süchtigen Verhaltens erkennbar sind. Hierzu gehören zum Beispiel Probleme im schulischen und sozialen Bereich sowie körperliche Symptome wie Unruhe, Nervosität und Gereiztheit, wenn längere Zeit nicht am Computer gespielt wird.

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