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Abgedrehte Spiele zum Mini-Preis

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Abgedrehte Spiele zum Mini-Preis

01.01.2007, 01:00 Uhr | Sven Stillich / jr, Spiegel Online



Abgedrehte Mini-Spiele (Bild: Jonathan Blow, Sony, Pixel Junk / Montage: t-online.de)Abgedrehte Mini-Spiele (Bild: Jonathan Blow, Sony, Pixel Junk / Montage: t-online.de)Die Videospielbranche braucht dringend Innovationen - doch die Entwicklungskosten neuer Titel sind enorm und das Risiko, einen Flop zu landen, riesig. Kleine, günstig zu produzierende Downloadspiele zu Mini-Verkaufspreisen sollen das Risiko senken, ungewöhnliche Ideen auszuprobieren.

Auf dem Fernseher weht ein sanfter Wind. Er bläst Blüten über eine Wiese. Er biegt das Gras, wirbelt rote, weiße und gelbe Blätter durcheinander und lässt immer neue Blumen wachsen. Shuhei Yoshida lächelt. Denn was er auf dem Bildschirm sieht, ist ein neues Spiel für Sonys Playstation 3, und Yoshida ist Präsident der weltweiten Entwicklungsstudios von Sony. Fast zwei Jahrzehnte arbeitet er schon bei dem japanischen Konzern, und so etwas hat er noch nicht gesehen. Flower heißt das Spiel, und den Wind, der darin weht, den steuert der Spieler. Sein Ziel: blühende Landschaften. Mehr nicht. Keine Ballerei, keine Monster. "Das ist so erfrischend", sagt Yoshida, "und wir brauchen dringend diese Ideen von Leuten, die ihr eigenes Spiel entwickeln, anstatt in einer Firma jahrelang den Helm einer Videospielfigur zu polieren."

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Direkt zum Kunden

Flower (Bild: Sony)Flower (Bild: Sony)Flower wird im Playstation Netzwerk erscheinen, mit dem Sonys Konsole online verbunden ist und über das man Spiele kaufen und herunterladen kann. Das Spiel wird also nie in einem Regal stehen und dennoch seine Spieler finden - ohne dass Sony teure Datenträger pressen und verpacken muss. Kein Zwischenhandel mindert den Gewinn, es gibt kaum Marketing und Werbung: Die Nachricht von einem herausragenden Spiel wird sich auf Websites und Blogs von selbst verbreiten. "Jeder, der ein interessantes Konzept hat, kann damit Geld machen", sagt Yoshida, "und das auf einer Spielkonsole mit modernster Technologie und mit einer weltweiten Distribution."

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Neue Spielewelten

Sony schöpft dabei einen Teil des Gewinns ab, der Rest geht direkt an die Entwickler des Spiels. Ein guter Deal für alle Beteiligen: Kleine Entwickler können sich einen Namen machen, Sony streicht mit wenig Aufwand Provision ein, und die Spieler freuen sich über neuartige Games zu einem Bruchteil des Preises eines Spiels aus dem Kaufhaus. Denn selbst die teuersten Spiele zum Herunterladen kosten nur wenig mehr als zehn Euro. Dieses Geschäftsmodell ist so profitträchtig und zukunftsweisend, dass nicht nur Sony auf die Idee gekommen ist. Microsoft bietet diesen Service für seine Spielkonsole Xbox 360 sogar schon länger an. Bei den Amerikanern heißt er Xbox Live Arcade, zwölf Millionen Spieler sind bereits angemeldet, Nintendos Download-Kanal heißt Wii Ware.

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Innovationsschub

Bezahlt wird bei allen Diensten direkt am Fernseher: Ein Knopfdruck auf den Controller, und das Geld wird von einem Download-Guthaben abgebucht, das vorher meist per Kreditkarte mit Euros aufgeladen wurde. Von den meisten angebotenen Spielen gibt es noch dazu kostenlose Demo-Versionen zum Ausprobieren. Der Online-Verkauf soll der Branche auch einen dringend nötigen Innovationsschub geben. Zu lange haben die Spieleproduzenten immer mehr vom immer Gleichen auf den Markt geworfen. "Es gab auch in den vergangenen Jahre besondere Spielideen", sagt Shuhei Yoshida, "aber das finanzielle Risiko, sie umzusetzen, war zu groß. Die Entwicklungskosten eines Downloadspiels sind viel geringer."

Spiele-Magazin Auf der Strecke geblieben: Games, die nie erschienen

Außerordentliche Spiele

Echochrome (Bild: Sony)Echochrome (Bild: Sony)Deswegen wächst derzeit in den Konsolen-Netzwerken die Zahl außerordentlicher Spiele. In Echochrome (PS3) zum Beispiel steuert der Spieler eine Figur durch eine 3D-Welt, die der Künstler M.C. Escher erfunden haben könnte. Im abstrakt-organischen PixelJunk Eden (PS3) sammelt er Pollen ein, um einen Garten wachsen zu lassen, und als The Last Guy wird er auf der Playstation 3 versuchen, die Menschheit vor ihrem Untergang zu retten - aus einer Perspektive heraus, die an Google Earth erinnert. Auf der Xbox 360 gibt es das optisch reduzierte und spielerisch herausfordernde N+, in dem ein Strichmännchen in komplexen Levels den Weg zum Ausgang finden muss.

Spiele-Magazin Kuriose Steuerungen

Kunst statt Handwerk

Braid (Bild: Jonathan Bow / Microsoft)Braid (Bild: Jonathan Bow / Microsoft)Der Bestseller unter den Download-Games ist derzeit Braid (Xbox Live Arcade). Das Puzzle-Hüpfspiel wurde von dem Spielejournalisten Jonathan Blow zwei Jahre lang in Eigenregie entwickelt und basiert auf einer simplen Idee: Der Spieler kann jederzeit die Zeit zurückdrehen. Springt er aus Versehen in einen Abgrund, drückt er einen Knopf und steht wieder an der Klippe. Wird er von Gegnern überwältigt, spult er zurück und kann es besser machen. Schwierig wird das Spiel, weil die meisten der Rätsel nur durch gezielte Zeitmanipulation gelöst werden können - und Jonathan Blows erfreut seine Spieler damit, dass er das spielerische Potential seines Konzepts nach allen Regeln der Kunst erforscht. Kunst ist auch, was Braid für ihn darstellt - etwas, das nur von frischen, enthusiastischen Entwicklern kommen könne. "Wer nach dem Geld schielt, wird kaum Kunst machen", sagt Jonathan Blow im Interview mit MTV Online, "also ist das meiste, das Videospieler heute zu sehen bekommen, nur gutes Handwerk." Braid zeigt in diesen Wochen, dass künstlerische Spiele auch äußerst ertragreich sein können. Nach Schätzungen des "Silicon Alley Insiders" hat sich das Spiel alleine in der ersten Woche rund 55.000 Mal verkauft - das macht einen Umsatz von 825.000 Dollar.

Spiele-Magazin Bugs in Games

Ideen-Akte

Laut Analysen des Finanzdienstleisters Wedbush Morgan Securities behält Microsoft 30 Prozent der Einnahmen, der große Rest geht an Blow. Und der will das Geld gleich in sein nächstes Spiel stecken. Kein Braid 2 soll das werden. Nur keine Fortsetzung, wie es üblich wäre. Braid soll nicht ausgeschlachtet werden. Etwas Neues soll es sein. "Ich habe eine Akte mit allen meinen Ideen drin", sagt Jonathan Blow, "bislang sind es 50 Stück."

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