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Japan: Festnahme wegen virtuellem Gattenmord

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Festnahme wegen virtuellem Gattenmord

27.10.2008, 11:41 Uhr | vb, Spiegel Online

Szene aus dem Online-Spiel "Maple Story" (Bild: t-online.de)Szene aus dem Online-Spiel "Maple Story" (Bild: t-online.de)Auch Avatare haben ein Existenzrecht - jedenfalls in Japan. Daran hätte die von ihrem virtuellen Ehemann verlassene Frau denken sollen, die im Online-Spiel Maple Story kurzerhand dieSpielfigur ihres ehemaligen Partners löschte. Die Quittung durch die japanische Polizei folgte auf dem Fuß: Die 43-jährige Frau wurde festgenommen. Wegen "illegalem Zugriff auf einen Computer und Manipulation von elektronischen Daten" droht ihr nun eine Anklage. Das Strafmaß für den "virtuellen Mord" liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bei bis zu fünf Jahren Gefängnis oder umgerechnet 4000 Euro Geldbuße. Gegenüber der Polizei gibt die Frau an: "Ich war plötzlich geschieden, ohne Vorwarnung. Das hat mich so wütend gemacht."

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Drum prüfe, wer sich länger bindet

Szene aus dem Online-Spiel "Maple Story" (Bild: t-online.de)Szene aus dem Online-Spiel "Maple Story" (Bild: t-online.de)Maple Story ist ein typisch japanisches 2D-Online-Spiel, in dem die Avatare der Spieler verschiedene Aufgaben meistern müssen. Dazu gehört unter anderem, Gegner zur Strecke zu bringen, einen kniffligen Hindernisparcours zu meistern oder Angeln zu gehen. Da sich die Spielcharaktere dabei zwangsläufig näher kommen, hat der Anbieter auch virtuelle Heiraten zwischen den unterschiedlichen Geschlechtern erlaubt. Hierzu muss man in einem "Heiratsverlies" gemeinsam auf Monsterjagd gehen. Das Online-Game ist kostenlos; es besteht allerdings auch die Möglichkeit, Geld für virtuelle Ausrüstungsgegenstände auszugeben. Die Löschung des Profils kann also durchaus mit einem finanziellen Schaden verbunden sein.

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Virtueller Diebstahl

Aber nicht nur gegenüber Avataren kann man Straftaten verüben - auch Gegenstände aus Online-Spielen taugen als echte Diebesbeute. Ein Gerichtsurteil aus dem holländischen Leeuwarden sorgt in diesem Fall für Aufsehen. Das dortige Bezirksgericht hat zwei Jugendliche wegen Diebstahls verurteilt. Die beiden hatten einen dritten Jugendlichen zur Herausgabe zweier Items aus dem Online-Rollenspiel Runescape gezwungen und müssen dafür nun eine Strafe antreten, wie „Radio Netherlands“ berichtet. Im September 2007 hatten die 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen einen 13-jährigen Klassenkameraden dazu gezwungen, ihnen eine Maske sowie ein Amulett aus dem Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) zu übertragen. Mit Schlägen und Tritten und unter Drohungen mit einem Messer musste der Beraubte die Gegenstände auf das Online-Konto der beiden Diebe übertragen.

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Konkreter Wert für den Besitzer

Runescape (Bild: Jagex Ltd.)Runescape (Bild: Jagex Ltd.)Eine Tat, die nicht ohne Folgen geblieben ist. Die Angreifer wurden wegen gewalttätigem Raub verurteilt. Der 14-Jährige muss 160 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, der 15-Jährige sogar 200 Stunden. Denn nach niederländischem Recht sind virtuelle Güter wie die hier geraubten als reale Dinge zu behandeln, begründete der Richter sein Urteil. Dahingehend hatte auch der Anwalt des Opfers plädiert. Virtuelle Gegenstände müssten als real erachtet werden, da sie für den Besitzer einen konkreten Wert hätten und der Handel mit Items eine wichtige Rolle in Online-Welten spielen würde. Zudem könnten derartige Güter auch für echtes Geld verkauft werden, weshalb es sich bei der Tat um Diebstahl handele. Die Ansicht des Verteidigers, dass die Gegenstände nicht existieren würden und folglich auch kein Diebstahl in Betracht käme, wurde vom Gericht unter Hinweis auf ein ähnliches Urteil zurückgewiesen, in dem festgestellt wurde, dass ein Stehlen von Strom ebenfalls eine kriminelle Tat ist, obwohl Strom als materielles, greifbares Gut nicht existiert.

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