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Im Bann der virtuellen Prominenz

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Stars in Computerspielen  

Im Bann der virtuellen Prominenz

06.03.2009, 11:49 Uhr | Medienagentur plassma / vb, t-online.de

Promis in Spielen (Bild: dpa, Ubisoft, Atari / Montage: t-online.de )Promis in Spielen (Bild: dpa, Ubisoft, Atari / Montage: t-online.de )Hollywood hat längst ein Auge auf die Spieleindustrie geworfen. PC- und Computerspiele sind ein enorm populäres Unterhaltungsmedium - und das wissen auch Schauspieler und Produzenten. Warum also nicht berühmte Darsteller als Galionsfiguren für Computerspiele nutzen, indem man sie in Zwischensequenzen zu sehen bekommt oder gar als spielbare Charaktere über die Mattscheibe dirigiert? Oder bekannte Synchronstimmen für Spielcharaktere einsetzen, damit diese die digitalen Figuren professionell vertonen und ihnen Wiedererkennungswert verleihen? Das kann funktionieren, geht teilweise aber auch voll in die Hose.

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Vorreiterrolle Wing Commander

Mark Hamill als Held in "Wing Commander" (Bild: Origin)Mark Hamill als Held in "Wing Commander" (Bild: Origin)In den 90er Jahren kamen Spiele in Mode, in denen einem statt computergenerierter Zwischensequenzen Kurzfilme mit realen Schauspielern serviert wurden. Vor allem Wing Commander 3 von 1994 sowie dessen Nachfolger aus dem Jahr 1996 setzten auf den exzessiven Einsatz von Film-Cutscenes. Damit diese auch hochwertig rüberkamen, wurden die Spielcharaktere von einigen hochkarätigen Schauspielern dargestellt. Neben Mark Hamill, bekannt durch die Rolle des Luke Skywalker in den Star Wars-Episoden vier bis sechs, waren unter anderem Malcom McDowell (Uhrwerk Orange), John Rhys-Davies (Der Herr der Ringe) und Thomas F. Wilson (Zurück in die Zukunft) zu sehen. Weitere Beispiele für Schauspieler in Filmszenen: Dennis Hopper (Easy Rider) verkörperte 1998 den Protagonisten des PC-Adventures Black Dhalia, Michael Biehn (Terminator, The Rock) hatte einen mäßig geglückten Auftritt in Command & Conquer: Tiberian Sun (1999), und Josh Holloway (Lost) beehrte den dritten C&C-Teil Tiberium Wars von 2007. Nach heutigen Maßstäben wirken gerade die Wing Commander-Filmchen gnadenlos veraltet, und über die schauspielerische Leistung von Hamill & Co. lässt sich in jedem Fall streiten. Seinerzeit erzeugten die Filmsequenzen aber eine geradezu magische Atmosphäre. Und sorgten dafür, dass sich CD-ROM als Speichermedium langsam, aber sicher durchsetzte. Denn die Filmdateien brauchten ordentlich Speicherplatz - und den lieferte nur der neue Datenträger.

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Stars als Spielefiguren

Auftritt als Musiker in "The Nomad Soul": David Bowie (Bild: Eidos)Auftritt als Musiker in "The Nomad Soul": David Bowie (Bild: Eidos)Es geht aber auch anders: Anstatt Schauspieler einzusetzen, um Spielfiguren Leben einzuhauchen, können sie auch gleich als Helden gesteuert werden, die beim Aussehen 1:1 der Vorlage nachempfunden sind. Eines der der ersten Spiele, die auf dieses Prinzip setzen, war der Playstation 1-Action-Hit Apocalpyse von 1998. Der Polygon-Protagonist des Spiels: kein geringerer als Action-Superstar Bruce Willis, der mit Waffengewalt und Muskeleinsatz ganze Armeen feindlicher Truppen aus dem Weg räumte. Passend dazu gab es in der deutschen Version die Synchronstimme von Willis zu hören, die bis heute von Manfred Lehmann gesprochen wird. Sänger und Schauspieler David Bowie hat sein Debüt als Spielcharakter ebenfalls schon hinter sich: Für das PC-Abenteuerspiel The Nomad Soul von 1999 - eine Dreamcast-Umsetzung folgte 2000 - schreib Bowie nicht nur den kompletten Soundtrack, sondern war in Form eines Charakters direkt ins Spiel integriert. Allerdings nur in Form eines Musikers, der mit seiner Band rockte. Das war nett, machte das ohnehin schon gelungene Spiel aber nicht besser - was es zum Glück auch nicht nötig hatte.

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Starker Action-Held

Eine der besten Leistungen als Spielcharakter lieferte - den Entwicklern sei dank - Action-Mime Vin Diesel im Ego-Shooter The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay ab. Vin Diesel fungierte bei der Spielumsetzung zum gleichnamigen Film als Produzent und unterstütze das Projekt mit seinem Unternehmen Tigon Studios maßgeblich. Vin Diesels markante Stimme blieb auch in der deutschen Version erhalten, was der Atmosphäre sehr zu Gute kam. Weitere Titel, in denen Schauspieler ihr Aussehen Spielfiguren liehen, sind Legend: Hand of God, in dem Cosima Shiva Hagen der Lichtelfe Luna Aussehen und Stimme lieh, sowie Stranglehold (deutsche Version), dessen Hauptfigur Inspektor Tequila dem Schauspieler Chow Yun-Fat (Tiger & Dragon) nachempfunden wurde. Der übernahm dann auch gleich die englische Synchronisation, was dem Spiel eine besondere Filmatmosphäre verlieh.

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Stars als Sprecher

Synchronsprecher in "Die Siedler 5": Oliver Kalkofe (Foto: Foto: dpa)Synchronsprecher in "Die Siedler 5": Oliver Kalkofe (Foto: Foto: dpa)Besonders häufig sind Promis als Sprecher in Computerspielen präsent. Kaum ein großes PC- oder Videospiel kommt ohne bekannte Stimmen aus. Dass das allerdings auch ziemlich schief gehen kann, davon können Spieler von Die Siedler 5: Das Erbe der Könige ein Lied singen. TV-Komiker Oliver Kalkofe übernahm in dem Aufbauspiel die Rolle des königlichen Beraters - und ging einem mit seinen oft deplatziert wirkenden Sprüchen schnell auf die Nerven. Einen besseren Job als Spiele-Sprecher liefert der bereits erwähnte Manfred Lehman, Bruce Willis‘ deutsche Stimme, ab. So sorgte der fleißige Stimmprofi, der neben Willis auch Kurt Russel und Gerard Depardieu für die deutschen Filmfassungen vertont, bei vielen weiteren Spielen für den guten Ton: Ob in Outcast von 1998, Ankh (2005) oder Goin‘ Downtown (2008) - Lehmann versteht sein Handwerk und haucht mit seiner einzigartigen Stimme den jeweiligen Hauptfiguren gekonnt Leben ein.

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Standard in den USA

Noch besser haben es allerdings US-Spieler beziehungsweise Zocker, die ihre Games am liebsten mit der Originaltonspur daddeln. Denn so kommt man in den Genuss etlicher hochkarätiger Stimmen bekannter US-Stars. Christopher Lee, der den Saruman in Herr der Ringe spielte, ist in allen Spielumsetzungen zu Peter Jacksons Filmtrilogie zu hören. Des Weiteren kann man ihm in Everquest 2, Freelancer und Conquest: Frontier Wars lauschen. Liam Neeson, bekannt geworden durch Filme wie Schindlers Liste, sprach im Endzeit-Rollenspiel Fallout 3 den Vater des Helden. Und in den Kingdom Hearts-Rollenspielen für die PS2 vertonten fast alle Sprecher schon die dazugehörige Figur im jeweiligen Disney-Film: Egal ob Sean Astin (Der Herr der Ringe), Mena Suvari (American Pie) oder Billy Zane (Titanic) - sowohl Film- als auch Disney-Fans konnten sich über viele vertraute Stimmen freuen.

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Promis in Werbespots

Macht Werbung für "WoW": Mr. T (Bild: Blizzard)Macht Werbung für "WoW": Mr. T (Bild: Blizzard)Das Online-Rollenspiel World of Warcraft bricht nicht nur alle Verkaufs- und Abonnentenrekorde, auch in Sachen Produktwerbung ist Blizzards PC-Hit ganz vorne dabei. Für seine Werbekampagne für WoW wurden zahlreiche bekannte Schauspieler engagiert, die sich und ihre WoW-Charaktere zu bester Sendezeit vorstellen: "Was spielst Du?" fragten Stars wie William Shatner (Star Trek), Mr. T (A-Team) und Verne Troyer (Pinocchio) in die Kamera. Nicht ganz so cool, aber dafür mit umso mehr Sexappeal angereichert: der Auftritt des deutschen Models Heidi Klum im Rahmen der Werbung für das Musikspiel Guitar Hero World Tour: In einer an den Filmklassiker Lockere Geschäfte angelehnten Szene spielt das deutsche Model spärlich bekleidet Gitarre. In weiteren Spots treten unter anderem Sportstars wie Michael Phelps, Kobe Bryant oder Tony Hawk auf.

Fazit

Auch im Spiel sind Promis omnipräsent: als Darsteller in Cutscenes, als Spielfigur, Sprecher und Werbeträger. Dass ihr Mitwirken tatsächlich zur Steigerung des Spielspaßes beiträgt, sei dahingestellt. Der Glamour-Faktor kommt als zusätzlicher Reiz vor allem dann zum Tragen, wenn die jeweilige Figur dem Ruf des Darstellers entsprechend glaubhaft besetzt ist. Mark Hamill im Weltraumspiel und Vin Diesel als Action-Held - das kommt hin, weil es die Publikumserwartung bedient. Auch hier gilt freilich: Allzu viel ist ungesund. Oliver Kalkofes nervtötender Siedler 5-Beitrag lässt grüßen. Stars in Computerspielen sind eben keine Garantie für eine hohe Produktqualität - die müssen in erster Linie die Entwickler durch gute Ideen und saubere Programmierung sichern.


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