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Spiele-Entwicklung in Deutschland  

Games Made in Germany

18.03.2009, 11:39 Uhr | Medienagentur plassma / jr, t-online.de

Spiele Made in Germany (Bild: EA / Montage: t-online.de )Spiele Made in Germany (Bild: EA / Montage: t-online.de )Nintendos Mario wurde in Japan geboren, Lara Croft besitzt einen britischen Pass, und Helden mit dicken Knarren aus dem Rambo-Stall sind zumeist US-Amerikaner. In Sachen bekannte Spielhelden aus Deutschland herrscht zwar Fehlanzeige, aber auch in Deutschland sind Videogames längst aus ihrer Nische getreten und gelten mittlerweile sogar als Kulturgut.

Das Interesse ist groß, wie der Rekordbesuch auf der letzen Games Convention und ein Verkaufsvolumen von 695 Millionen Euro im vergangenen Jahr belegen. Der Umsatz stieg damit um satte 25,5 Prozent gegenüber 2007. Weltweit verdient die Spieleindustrie inzwischen schon weit mehr als die Filmwirtschaft. Also auch für deutsche Firmen ein guter Grund, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

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Genre-Grenzen überwunden

Gamer spielen Anno 1404 (Montage: t-online.de)Gamer spielen Anno 1404 (Montage: t-online.de)Den Anfang beim Aufstieg deutscher Spieleschmieden machten vor allem mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzte Aufbaustrategie- oder Management-Games wie Sunflowers' Anno, das von Funatics kreierte Die Siedler oder der Fußball-Manager, die vor allem auf dem heimischen Markt für Furore sorgten, aber auch weltweit Erfolge einfuhren. Als der erste Anno-Teil 1998 für den PC erschien, hatten Die Siedler seit ihrem Start auf dem Amiga sogar schon fünf Jahre auf dem Buckel. Die zahlreichen Anno- und Siedler-Varianten demonstrieren mit ihren Verkaufserfolgen, dass das Genre auch noch Jahre später fasziniert und immer neue Fans gewinnt. Inzwischen sind die traditionellen Genre-Grenzen aber gefallen, und deutsche Entwicklerstudios bringen auch international anerkannte Action- und Rollenspiel- Titel wie Crysis, Spellforce oder Das Schwarze Auge: Drakensang auf den Markt. Und die Entwicklung geht ungebrochen weiter: Mit dem Strategiespiel Battleforge von EA Phenomic in Ingelheim bei Mainz sowie der Konsolen-Version des Action-Rollenspiels Sacred 2: Fallen Angel vom Gütersloher Studio Ascaron kommen auch 2009 hochkarätige Spiele “Made in Germany“ auf den Markt.

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Das Abenteuer lebt

Edna bricht aus (Bild: Daedalic)Edna bricht aus (Bild: Daedalic)Auch das Adventure-Genre hat durch die Hamburger Entwickler und Publisher dtp entertainment und Daedalic neues Leben eingehaucht bekommen. Sie haben maßgeblichen Anteil daran, dass Point & Click-Adventures wie die witzigen Ankh-Spiele oder das skurrile Edna bricht aus zu Erfolgen wurden. Daneben ist auch das Koch Media-Label Deep Silver mit seiner Geheimakte-Reihe zu nennen. Ebenso hat der Berliner Publisher The Game Company mit einem neuen Teil von Simon the Sorcerer oder dem düsteren Science-Fiction-Adventure Goin´ Downtown für weitere Bewegung im Genre gesorgt.

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Tests & Previews Edna bricht aus

Erfolg mit Haken

Far Cry 2 (Bild: Ubisoft)Far Cry 2 (Bild: Ubisoft)Das Deutschland mehr als “Aufbauen“ und „Abenteuer bestehen“ kann, beweisen die Yerli-Brüder seit 1999. In ihrer in Frankfurt/Main ansässigen Spieleschmiede Crytek entstanden die international hoch gelobten und vielfach prämierten Action-Shooter Far Cry und Crysis. Weltweit verkauften sich die Games millionenfach. Allerdings litten die Hersteller auch sehr unter dem Raubkopierer-Problem, was das Studio ökonomisch hart traf. In die Entwicklung von Crysis investierte man insgesamt 16 Millionen Euro und präsentierte damit das teuerste Game, das bisher in Deutschland entwickelt wurde. Das Unternehmen beschäftigt zirka 230 Mitarbeiter. Die Diskussion um “Killerspiele“ brachte die Firma angesichts ihrer Erfolgsspiele allerdings dazu, über den Standort nachzudenken. Noch entwickeln die türkischstämmigen Brüder in Hessen, inzwischen aber auch schon in Budapest. Bei einem Herstellungsverbot gewalthaltiger Spiele in Deutschland wäre ein Wechsel an die Donau denkbar. Laut Faruk Yerli bekamen sie auch Angebote aus Schottland, Österreich und sogar Singapur.

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Standort Deutschland: Vor- und Nachteile

Das Schwarze Auge: Drakensang (Bild: dtp)Das Schwarze Auge: Drakensang (Bild: dtp)Dennoch zeigt sich die hiesige Branche mit dem Standort überwiegend zufrieden. "Deutschland zählt zweifelsohne zu den wichtigsten Standorten der Games-Industrie. Insbesondere die sehr gut ausgebildeten, disziplinierten Arbeitskräfte sprechen für eine Standortentscheidung zugunsten Deutschlands", betont Carsten Strehse, CEO und Creative Director von The Games Company, und hebt auch die gute ökonomische Infrastruktur hervor. Doch Strehse sieht auch Probleme: "Schade nur, dass die Games-Branche in unserer Gesellschaft nicht das positive Image hat, welches sie eigentlich verdient. Hier sind uns andere Länder definitiv weit voraus." Auch der COO von dtp entertainment, Markus Windelen, betrachtet das Ganze positiv: "Aktuell stellt unser großer Erfolg mit Das Schwarze Auge: Drakensang einmal mehr unter Beweis, dass Deutschland ein hervorragender Standort ist. Dies bekräftigt uns in unserem Engagement als größter Auftraggeber für deutsche Entwicklerstudios und unseren Planungen für weitere hochqualitative Entwicklungen.“ Der PR-Manager von Daedalic, Claas Paletta, weist aber auch auf Hindernisse hin: "Ein Grund dafür, das andere Länder weiter vorne stehen, sind die in Deutschland vergleichsweise geringe Unterstützung von staatlicher Seite. In Ländern wie Frankreich, Kanada, sowie in Skandinavien werden Games-Unternehmen massiv gefördert, wodurch sich dort eine sehr starke Entwicklerlandschaft etabliert hat. in Deutschland stecken derlei Bemühungen noch in den Anfängen.“ Immerhin, der Anfang ist gemacht: Mit der Etablierung des Deutschen Computerspiel-Preises und der Anerkennung als Kulturgut durch den Deutschen Bundestag wurden in jüngster Zeit positive Zeichen gesetzt.

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Games-Studenten

Für weiteren Aufschwung sorgt auch die fundierte Ausbildung, die inzwischen an mehreren Orten im Land möglich ist. Für die Entwicklung eines Spiels bedarf es nicht nur guter Ideen, sondern auch gut ausgebildeter Game-Designer und Producer. Neben der renommierten Games Academy und der Fachhochschule BiTS (Business & Technology School) gibt es weitere private Ausbildungsstätten. Sie bieten in der Regel ein- bis zweijährige Ausbildungen an. Über 70 Prozent der Absolventen erhalten später auch eine Anstellung in der Branche. So hat zum Beispiel Radon Labs ein ganzes Projektteam von der Games Academy übernommen. Kein Wunder, da die Dozenten hier meist aus der Spiele-Branche stammen, haben sie die Möglichkeit Talente schon während der Ausbildung zu erkennen. Aber auch Universitäten haben schon ihre Türen für die Spiele-Entwicklung geöffnet. So gibt es an der Otto-von-Guericke-Uni in Magdeburg inzwischen einen Studiengang speziell für Games.

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Fazit

Während Export-Weltmeister Deutschland in vielen Bereichen seiner Wirtschaft aktiv für den guten Ruf von “Made in Germany“ sorgt, ist die Spielebranche noch ein junges Pflänzchen. Doch sie ist im Wachsen begriffen und bekommt immer mehr starke Äste. Der Standort Deutschland ein guter Nährboden für kreative neue Spiele, wenn es auch ein wenig mehr Düngung bedürfte. Gutes Beispiel für gezielte Förderung ist das Projekt “GameCity Hamburg“, das mehr als 180 Unternehmen der Gamesbranche mit über 1500 Beschäftigten in einem regionalen Netzwerk vereinigt. Seit der Gründung der Initiative 2003 hat sich die Zahl der Unternehmen und Beschäftigten in der Hansestadt verdoppelt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte, um den Spiele-Standort Deutschland weiter wachsen zu lassen.


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