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Apples Attacke auf DS und PSP

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Spielen mit dem iPhone  

Apples Attacke auf DS und PSP

24.03.2009, 17:27 Uhr | Golem.de

Verändert das iPhone die Welt des mobilen Spielens - und noch mehr? Auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco sprach Neil Young, lange hochrangiger Manager beim Publisher Electronic Arts, über den Einfluss des Apple-Handys auf die Spielebranche.

"Meine Liebesaffäre mit dem iPhone begann in dem Moment, als ich es angefasst habe", sagt Neil Young. "Ich musste damals, bei Veröffentlichung des Geräts, in einer langen Schlange in Santa Monica bei Los Angeles anstehen." Danach dauerte es nicht mehr lange, bis der gebürtige Brite seinen Job bei EA gekündigt und die eigene Firma namens Ngmoco gegründet hatte. Die hat sich inzwischen zum Vorzeigeentwickler für iPhone-Spiele gemausert.

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Konkurrenz für DS und PSP

Für Neil Young hat die Spieleplattform iPhone nichts mehr mit Handyspielen etwa auf Java-Basis zu tun. Deren Entwickler verschwendeten 90 Prozent ihrer Zeit dafür, die Spiele auf andere Endgeräte anzupassen. Sie hätten immer noch kaum interessante Möglichkeiten, die Steuerung sei schlecht gelöst und die Mobilfunkbetreiber seien eher ein Hindernis bei der Erschließung von Märkten. Young sieht das iPhone als Konkurrenz zum Nintendo DS und zur Playstation Portable. Allerdings mit einigen handfesten Vorteilen: Die Grafik sei besser, die Netzwerkfähigkeiten sowieso, die Geräte sind immer eingeschaltet und damit der Griff zum Spiel viel näher. Aus Sicht eines Firmenchefs kommt noch ein weiterer gewaltiger Vorteil hinzu: Auf dem iPhone gibt es keine Konkurrenz durch Spiele des Hardwareherstellers - anders als etwa die Spiele von Nintendo selbst, die sich enorm gut verkaufen und eine große Konkurrenz für Dritthersteller seien.

Viel Schwung durch den App Store

Laut Young steigen die Verkäufe des iPhone und damit seine Verbreitung deutlich schneller als die des DS und der PSP. Im AppStore von Apple machen Spiele einen Anteil von rund einem Viertel aus - über 6.000 von 25.000 Programmen. Innerhalb der Top 100 der App-Charts befinden sich nach Recherche von Young rund 60 Spiele. Besonders spannend ist der iPhone-Spielemarkt laut Young für die Entwickler von Independent Games. "Bezahlt Apple 99 US-Dollar und schon habt ihr das stabilste und ausgefeilteste Software Development Kit, das ich jemals gesehen habe", sagte Young. Damit können Nutzer eigene Anwendungen für das iPhone schreiben - seit seinem Launch vor rund einem Jahr wurde es rund 800.000 Mal heruntergeladen.

Unübersichtlichkeit wird zum Problem

Ein Problem sieht Young allerdings: "Nicht alle guten Spiele sind erfolgreich". Weil das Angebot inzwischen sehr groß und unübersichtlich ist, gehen selbst gute Titel mitunter baden. Sein Unternehmen hat festgestellt, dass sich zur Vermarktung ein anderer Rhythmus eignet als auf anderen Plattformen: So hat sich auf dem iPhone ein rascher Wechsel von kostenpflichtigen Inhalten - etwa Nachfolgern - mit kostenlosen Dreingaben bewährt. Von seinem Geschicklichkeitsspiel Rolando etwa wird Ngmoco bis November 2009 bereits Teil 3 innerhalb eines Jahres veröffentlicht haben, dazwischen haben immer wieder Zusatzlevels die Fans bei der Stange gehalten. Dazu kommt eine umfassende Auswertung des Kundenfeedbacks. Ngmoco verzeichnet genau, wo die Spieler steckenbleiben oder mit sonstigen Schwierigkeiten im Spiel kämpfen und schiebt mitunter ohne große Ankündigung einfach mal so ein Update für einen problematischen Level nach, wenn es sein muss - auf anderen Handhelds ist das allein schon technisch nicht machbar.

Bedienoptionen ausreizen

Young gibt Entwicklern, die eigene iPhone-Spiele produzieren möchten, den Rat, möglichst alle Möglichkeiten des Gerätes zu nutzen - also den Bewegungssensor ebenso wie das berührungsempfindliche Display. Die erweiterten Möglichkeiten durch OS 3.0 hält er für enorm wichtig: So ließen sich künftig mehr Multiplayer-Elemente in die Spiele einbauen und Onlineranglisten erstellen, dazu kämen hübsche Dinge wie Sprachübertragung beim Spielen und Push-Einladungen, mit denen sich regelrechte Spielepartys organisieren lasse

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Fazit

Was technisch auf dem iPhone möglich ist, zeigte eine kurze Videopräsentation von Live Fire: Der Ego-Shooter macht für ein solches Kleingerät eine grafisch gute Figur, insbesondere mit schicken Explosionen. Um zu springen, muss der Spieler sein iPhone einfach kurz schütteln, Wingmen und Team-Mitglieder sind mit dabei im WLAN-Netz, und auch sonst kommen alle neuen technischen Möglichkeiten zum Einsatz. So gesehen stehen dem iPhone als Spieleplattform viele Wege offen.



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