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"Onlive" will Spiele-Markt revolutionieren

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Onlive Microconsole: Spiel als Stream  

"Onlive" will Spiele-Markt revolutionieren

25.03.2009, 10:16 Uhr | Golem.de / tz

Onlive Microconsole und Controller Onlive Microconsole und Controller (Bild: Onlive)Der Streamingdienst Onlive soll das Spielen verändern: Die Spiele-PC stehen im Rechenzentrum und liefern ihr Videosignal über das Internet auf beliebige Windows-PC, Macs oder eine Set-Top-Box von Onlive. Besonders leistungsfähige Highend-Rechner sollen damit künftig überflüssig werden. Starten soll der Dienst im Winter 2009. Der US-Dienst hat laut seinem Gründer und Chef Steve Perlman ein wichtiges Problem gelöst: Ein neues technisches Verfahren soll, gepaart mit einem auf niedrige Verzögerungszeiten ausgelegten Rechenzentrum, dem Spieler das Gefühl vermitteln, das Spiel unmittelbar zu steuern. Und das, obwohl die Spiele über das Internet ferngesteuert werden, ihre Ausgabe in Echtzeit komprimiert und zum Spieler über das Internet gestreamt werden müssen. Ähnliche Versuche hat es schon gegeben, doch bisher konnten sie nicht überzeugen.

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Realisation über Browser-Plugin

Onlive bietet für MacOS X und Windows ein Browser-Plugin an. Für die Wiedergabe der Streams sollen keine besonders leistungsfähigen Rechner nötig sein. Die Desktop- oder Notebook-PC müssen nur in der Lage sein, die Streams zu dekodieren, alternativ will man auch eine eigene Set-Top-Box anbieten. Mit dieser Onlive MicroConsole, die über die Grafikschnittstelle HDMI an Fernseher oder Projektoren im Wohnzimmer angeschlossen werden kann, will Onlive auch traditionellen Spielekonsolen wie Playstation 3, Xbox 360 und Co. Konkurrenz machen.

Schneller Internetanschluss nötig

Onlive Microconsole Streaming ClientOnlive Microconsole (Bild: Onlive)Hochauflösendes Video und geringe Latenzen erfordern aber auch eine schnelle Internetanbindung. Bei langsamem Verbindungen als DSL 2000 ist laut Perlman nur Standardauflösung (480p) möglich. Erst ab DSL 6000 ist die volle Onlive-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln (720p) bei 60 Bildern pro Sekunde möglich. Damit die Übertragung flüssig wirkt und die Reaktionszeit der Spiele niedrig erscheint, habe man sieben Jahre an dem Verfahren gefeilt, so Perlman.

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Noch keine Konkurrenz zum High-End-PC

An einen direkt beim Spieler stehenden High-End-PC wird Onlive allein wegen der vergleichsweise niedrigen Auflösung erstmal aber nicht herankommen. Außerdem wirkt sich eine verlustbehaftete Kompression immer negativ auf die Bildschärfe aus. Im PC-Bereich sind wegen immer leistungsfähigerer Grafikkarten und den inzwischen recht günstigen hochauflösenden Breitbild-Monitoren längst Auflösungen weit über 1280 x 720 Bildpunkten etabliert. Onlive richtet sich daher vor allem an diejenigen, die sich das Aufrüsten des PC ersparen und trotzdem Titel wie Crysis Warhead spielen wollen, die als Hardwarefresser gelten.

Zuschauer sind live dabei

Onlive ControllerOnlive Controller (Bild: Onlive)Onlive soll seine Nutzer auch vernetzen. Wer es will, kann anderen Spielern erlauben, dem Videostream als Beobachter zu folgen. Außerdem können auf Knopfdruck die letzten Spielsekunden aufgezeichnet werden, um sie kommentiert mit anderen zu teilen - etwa weil es ein besonders positives oder negatives Erlebnis war. Auch Webcams sollen dabei genutzt werden können. Für die Aufzeichnungsfunktion wird der drahtlose Controller der Onlive MicroConsole einen speziellen Knopf aufweisen.

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Hohe Kosten für Betreiber

Onlive tritt dann in Konkurrenz mit Downloaddiensten wie Steam und Gamesload. Während diese sich um Kopierschutzsysteme kümmern müssen, spielen sie bei Onlive keine Rolle. Dafür dürfte Onlive aber deutlich höhere Kosten für sein Rechenzentrum haben. Denn hier müssen nicht nur leistungsfähigere Server stehen, auf denen die Spiele direkt laufen, sondern die Datentransfers für die Videostreams der spielenden Nutzer und ihrer Zuschauer müssen auch von Onlive bezahlt werden. Die Kosten dürften hier höher liegen als bei Downloads von Spielen und Patches.

Preise bisher unbekannt

Was die kurz- bis längerfristige Miete von Spielen bei Onlive kosten wird, wurde noch nicht verkündet. Bevor der Dienst im Winter 2009 startet, soll im Sommer eine Betatestphase beginnen. Ob und wann der Dienst auch in Europa startet, ist bisher nicht bekannt. Onlive hat bereits Partner angekündigt: Die Publisher Atari, Codemasters, Eidos, Electronic Arts, Epic, Take Two, THQ, Ubisoft und Warner Bros. wollen Spiele und Spieledemos über den Dienst verfügbar machen.


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