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Bill Roper im Interview über die Zukunft der Online-Rollenspiele

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Die Zukunft der Online-Rollenspiele  

Geteilte Inhalte, doppelter Spaß

06.05.2009, 16:36 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper (vb)

Bill Roper (Bild: Medienagentur Plassma)Bill Roper (Bild: Medienagentur Plassma)Bill Roper, Ex-Vizepräsident von Blizzard North, hat an Spiele-Meilensteinen wie Starcraft, Diablo und World of Warcraft mitgearbeitet. Nachdem er Blizzard den Rücken gekehrt hatte, gründete er mit einigen anderen ehemaligen Mitarbeitern des Publishers die Flagship Studios, mit denen er die PC-Spiele Hellgate: London und Mythos veröffentlichte. Nach der Schließung der Flagship Studios im Juli 2008 wechselte er ins Team von Cryptic, wo er als Design-Director für das im Juni 2009 erscheinende Online-Rollenspiel Champions Online verantwortlich zeichnet. Wir haben mit ihm über die Zukunft von Online-Rollenspielen, den enormen Erfolg von WoW und neue Konkurrenten für den Blizzard-Platzhirsch gesprochen.

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t-online.de: Mr. Roper, wie sehen Sie die Zukunft des Online-Rollenspiels? Wie wird sich das Genre in den nächsten Jahren entwickeln?

Bill Roper: Das Genre wird weiter explodieren. Und zwar nicht nur auf dem PC, auch auf Konsolen wird es wesentlich mehr Online-Rollenspiele geben. Zudem wird der Trend mehr in Richtung "User-generated Content" gehen. Die Spieler werden selbst Inhalte erstellen, diese in die MMORPGs ("Massive Multiplayer-Online-Rollenspiele", Anmerkung der Redaktion) einfließen lassen und sie mit anderen Gamern teilen. Little Big Planet für die PS3 ist ein tolles Spiel, weil es dir unzählige Möglichkeiten bietet, eigene Inhalte zu erstellen. Individuelle Levels oder Items zu kreieren ist nicht nur kreativ, sondern auch gleichzeitig äußerst unterhaltsam. Genau deshalb sind auch die Sims-Spiele so beliebt.

t-online.de: Wie erklären Sie sich den gigantischen Erfolg von World of Warcraft mit seinen elf Millionen Spielern weltweit? Was macht WoW besser als die Konkurrenz in Form von Guild Wars, Herr der Ringe Online oder Warhammer Online?

World of Warcraft: The Wrath of the Lich King (Bild: Blizzard)World of Warcraft: The Wrath of the Lich King (Bild: Blizzard)Bill Roper: Das ist fast nicht zu erklären. Ich denke aber, bei WoW kamen viele Faktoren zusammen. Wobei man unterscheiden muss, wo das Spiel bei seiner Veröffentlichung stand und wo es heute ist. Als WoW vor über vier Jahren erschien, war der Bedarf nach einem neuen MMORPG groß. Everquest war schon eine ganze Zeit auf dem Markt, und WoW wurde fast zeitgleich mit Everquest 2 veröffentlicht. Wo Everquest 2 jedoch viele Fehler aus dem ersten Teil übernahm, machte WoW vieles besser und simpler. Der Look sprach das Massenpublikum an, die Bedienung war kinderleicht, man kam sofort ins Spiel hinein. Im Vergleich mit Everquest 2 war es einfach das bessere Spiel. Zudem sorgte Blizzard von Anfang an für neue Inhalte und verbesserte das Spiel ständig. Auch das hervorragende Marketing trug viel zum Erfolg bei. Dass WoW dann aber zu dem popkulturellen Phänomen wurde, das es heute ist, das konnte niemand vorhersagen. Heute läuft viel über Mund-zu-Mund-Propaganda, fast jeder hat schon mal was von World of Warcraft gehört, begeisterte Spieler bringen ihre Freunde und Familien ins Spiel. Dazu kommt Blizzards guter Ruf als Spieleentwickler. Die anderen Online-Rollenspiele wie Warhammer Online kommen gegen die WoW-Front einfach nicht an. Wenn etwas erst mal so erfolgreich ist, dann läuft es wie von selbst.

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t-online.de: Die Veröffentlichung Ihres neuen Online-Rollenspiels Champions Online steht kurz bevor. Mit wie vielen Spielern rechnen Sie, wenn Champions an den Start geht? Ist es nicht demotivierend, einen so starken Konkurrenten wie WoW vor sich zu haben?

Bill Roper: Wir erwarten nicht, dass wir World of Warcraft vom Thron stoßen, das wäre Größenwahnsinn. Gegen elf Millionen Spieler kommt man nicht so einfach an. Wir haben keine konkreten Abo-Zahlen, die wir erreichen wollen. Uns ist es wichtig, dass die Spieler Spaß mit Champions Online haben und immer wieder gerne in das Universum zurückkehren. Wenn’s dann zum Start eine Million Spieler sind, habe ich natürlich nichts dagegen!

t-online.de: Was halten Sie von dem neuen Trend  zu "free2play"-Online-Rollenspielen wie Runes of Magic?

Runes of Magic (Bild: Frogster Interactive)Runes of Magic (Bild: Frogster Interactive)Bill Roper: Ich finde das absolut großartig! Das sind tolle Spiele, die sich hinter High-Budget-Produktionen nicht verstecken müssen. Ich finde das Konzept von Runes of Magic sehr reizvoll: Wenn ich eine besonders tolle Rüstung haben will, dann bezahle ich dafür, muss es aber eben nicht. Ich denke, in den nächsten Jahren wird es viele weitere free2play-Spiele geben. Allerdings ist die Mentalität in vielen Ländern unterschiedlich. Die Amerikaner zum Beispiel lieben „All you can eat“: Iss‘ für einen bestimmten Preis so viel Du willst. Bei dem kostenlosen Modell sind viele erst mal skeptisch, ob denn dahinter auch ein gutes Produkt steht.

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t-online.de: In den Medien wird immer wieder über Computerspielsucht berichtet, vor allem im Zusammenhang mit World of Warcraft. Menschen verlieren ihre Job, Beziehungen gehen in die Brüche. Sind Online-Rollenspiele eine Flucht aus der Realität?

Bill Roper: Ich mag diese Art der Berichterstattung nicht. Es gibt Millionen Spieler, die Online-Games zocken. Die wenigsten davon sind Freaks, die süchtig vor dem Monitor kleben. Es liegt natürlich in der Natur eines Online-Rollenspiels, dass sie sehr zeitintensiv ist. Trotzdem spielen lauter vernünftige Menschen Online-Rollenspiele; verantwortungsvolle Familienväter, Ärzte, Lehrer, Arbeiter, Studenten. Ich wünsche keinem einzigen Spieler, dass er seine Arbeit verliert oder seine Ehe in die Brüche geht, sondern einfach jede Menge Spaß mit seinem Spiel. Realitätsflucht?  Das kann man genauso gut all den Millionen Menschen vorwerfen, die sich jeden Abend vom Fernsehen berieseln lassen. Wie bei allem kommt es auch bei Online-Rollenspielen auf das richtige Maß an.

Specials
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t-online.de: Sie haben an einigen enorm erfolgreichen Titeln wie Diablo und Starcraft mitgearbeitet und sind schon sehr lange in der Spieleindustrie tätig. Spielen Sie privat überhaupt noch?

Bill Roper: Oh ja, und wie! Ich bin ein echter Vielzocker. Nach Feierabend spiele ich gerne US-Sportspiele, etwa Football oder Basketball. Champions spiele ich seit der Beta auch regelmäßig. Ich treffe mich abends aber auch gerne mit Freunden, um Brettspiele zu daddeln.

t-online.de: Mr. Roper, vielen Dank für das Gespräch.

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