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Ego-Shooter: Vom TV auf das Schlachtfeld

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Vom TV auf das Schlachtfeld  

Krieg und Spiele

18.05.2009, 13:32 Uhr | Richard Löwenstein / tz

Battlefield: Bad Company (Bild: EA)Battlefield: Bad Company (Bild: EA)Videospiele transportieren den Krieg in die Köpfe. Das ist die Aufsehen erregende These, die einige Medien-Wissenschaftler in einem jüngst veröffentlichten Schreiben unter dem Titel Wie kommt der Krieg in die Köpfe? veröffentlicht haben. Dieser Text, auch bekannt als Kölner Aufruf gegen Computergewalt, kursiert seit Jahreswechsel. Er fordert ein "komplettes Verbot von kriegsverherrlichenden und gewaltfördernden Computerspielen für Kinder und Erwachsene".

Als Grund wird unter anderem angeführt, dass Militär und Spielindustrie gemeinsam so genannte "Killerspiele" produzieren und diese zum Zweck des "aktiven Kriegstrainings" einsetzen. Der Text suggeriert, Ego-Shooter würden nicht zum Zweck der Erwachsenen-Unterhaltung produziert - sondern vorrangig mit dem Ziel, "Menschen zu Tötungsmaschinen mit niedriger Hemmschwelle“ auszubilden.

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Teuflische Allianz?

Rainbow Six: Vegas (Bild: Ubisoft)Rainbow Six: Vegas (Bild: Ubisoft)Was ist dran an dieser These? Hat das Militär die Spielindustrie wirklich unterwandert, werden wir alle insgeheim zu Soldaten ausgebildet? Genaueres offenbart der Blick hinter die Kulissen. Wer die Verbindungen zwischen Militär und Spieleindustrie hinterfragt, legt keine großen Geheimnisse offen, sondern gewöhnliche Markt-Mechanismen. Hier treffen zwei Parteien aufeinander, die Geschäfte miteinander machen und von einander profitieren. Beispielsweise nimmt das Militär bereits seit Anfang der 80er-Jahre Soft- und Hardware-Techniken aus der Games-Industrie als Basis für eigene Simulations-Software. Solche Simulationen vermeiden teure Gefechtsübungen im Feld und sind weniger gefährlich. Erst seit den 90er-Jahren sind auch Fälle nachweisbar, wo Armee und Games-Industrie gemeinsam Unterhaltungs-Software zur gezielten Anwerbung neuer Rekruten entwickelt haben. Aber dabei handelt es sich um ein bis zwei Titel pro Jahr: Eine verschwindend geringe Menge im Vergleich zu den insgesamt knapp 3000 PC- und Videogames, die laut USK-Statisik allein im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden.

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Krieg als Lockmittel

Battlefield 2 (Bild: EA)Battlefield 2 (Bild: EA)Dass bei oberflächlicher Betrachtung der Eindruck militärischer Übermacht im Games-Markt entstehen kann, hängt eher mit der großen Popularität von Produktionen wie Call of Duty oder Command & Conquer zusammen. Viele Action- und Strategie-Spiele machen Konflikte und Krieg zum Thema. Logisch: der Wettstreit verschiedener Gruppierungen und das Streben nach dem Sieg bilden seit jeher die Seele des Videospiels. Indem die Games-Industrie moderne Militär-Technik und aktuelle Konflikte zum Thema macht, tut sie dasselbe wie Hollywood und Romanautoren. Sie adressiert die vorwiegend männliche Kundschaft, weckt Interesse an Schmerz, Leid, Tod und Zerstörung. Vorwerfen kann man vielen Videospielen allerdings, dass sie die mit Krieg verbundenen menschlichen Dramen vernachlässigen und sich auf die Action konzentrieren. Aber schlussendlich obliegt es jedem selbst, ob man zugreift oder nicht. Die Freiheit dazu haben wir. Zumindest solange es keine Verbote gibt, wie sie im Kölner Aufruf gefordert werden.


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