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Spiele-Branche: Das Genre der "Free2Play"-Games boomt II

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Hier Münze einwerfen

18.05.2009, 16:48 Uhr | GEE / Tim Rittmann / vb

Kleinvieh macht viel Mist

Tomb Raider (Montage: GEE)Tomb Raider (Montage: GEE)Denn 90 Prozent nehmen das „Free2Play“ wörtlich und zahlen niemals auch nur einen Cent. Die anderen zehn Prozent aber haben es in sich. Sie geben meist kleine Beträge aus: ein paar Euro für eine Waffe oder einen Trank, der die Erfahrungspunkte verdoppelt. Ein paar Euro mehr für ein gutes Reittier, das die Reisezeiten im Spiel enorm verkürzt und auch im Kampf von Nutzen ist. Kleinvieh macht auch Mist. Einzelne Spieler investieren in ihre Spielfigur sogar abstrus viel Geld. Erst kürzlich stellte ein 45-jähriger Metin 2-Spieler aus Bochum Strafanzeige gegen Unbekannt, weil sein Spielaccount geplündert wurde. Virtuelle Gegenstände im Wert von angeblich 1000 Euro seien verschwunden. Da wollte also jemand mit aller Macht mächtig sein, und ein anderer hat ihm das Spiel verdorben.

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Faire Chancen für alle

World of Warcraft: The Wrath of the Lich King (Bild: Blizzard)World of Warcraft: The Wrath of the Lich King (Bild: Blizzard)Neid dürfte nicht das Motiv gewesen sein, denn anscheinend stört sich das Fußvolk nicht daran, den zahlenden Herrschaften unterlegen zu sein. Trotzdem spricht Kersting von einem ständigen Balanceakt: „Der Unterschied zwischen einem zahlenden Spieler und einem nicht zahlenden Spieler muss natürlich bemerkbar sein. Denn die zahlenden Spieler sollen eine Motivation haben, Geld auszugeben.“ Es brächte aber andererseits auch nichts, sich im Spiel eine gottähnliche Micropayment-Elite zu erschaffen, die alle anderen Spieler vergrault. Denn jeder Held braucht Massenszenen und Statisten. Und jeder Statist sollte die Hoffnung haben, einmal eine große Rolle spielen zu können - auch ohne zu bezahlen. Deswegen, sagt Kersting, müssten auch jene im Spiel eine Chance haben, die nicht mit Geld, sondern mit ihrer puren Anwesenheit zum Erfolg des Spieles beitragen. „Die Nicht-Zahler sollten die Möglichkeit besitzen, den Vorteil, den ein zahlender Spieler hat, durch Zeiteinsatz auszugleichen.“ Eine neue Form von Fairplay.

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Kartentricks

Battleforge (Bild: Electronic Arts)Battleforge (Bild: Electronic Arts)Es geht den Herstellern nicht nur darum, Profit zu machen. „Downloadable Content“ soll die Produktionskosten einspielen und das Spiel selbst am Laufen halten: „Wenn man ein Spiel nicht einfach nur in den Laden stellen, sondern es auch weiterentwickeln will, muss man das irgendwie finanzieren“, sagt Volker Wertich, der einst maßgeblich am Entstehen der Siedler-Reihe beteiligt war. Nun ist er Geschäftsführer des Entwicklers Phenomic und arbeitet am Projekt Battleforge, einem Strategiespiel mit Kartensets, das vor allem online gespielt werden soll. Der Clou an Battleforge besteht darin, dass der Spieler seine Truppen nicht Session für Session neu rekrutieren muss, indem er eine Kaserne baut und darin seine Soldaten ausbildet. Diese stehen ihm in Form von Spielkarten auf einem virtuellen Kartendeck bereits zur Verfügung, und zwar pro Karte eine Einheit.

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Die Katze im Sack

Battleforge (Bild: Electronic Arts)Battleforge (Bild: Electronic Arts)Die Karten gleichen den Fußballbildchen in Panini-Sammelalben: Es gibt wahnsinnig viele davon, und manche sind mehr wert als andere. Deswegen werden sich die Spieler neue Kartensets holen. Gegen ein kleines Entgelt, versteht sich. Allerdings wissen sie vorher nicht, welche Karten im erstandenen Set enthalten sind. Sie kaufen quasi die Katze im Sack und benutzen eine Tauschbörse, um sie bei Nichtgefallen wieder loszuwerden. Das macht Battleforge zweifelsohne zu einem interessanten Modell: Es ist ein Spiel, das nicht nur den Ehrgeiz der Spieler anstacheln will, sondern auch ihre Sammelleidenschaft, um dann daraus Profit zu ziehen.

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Das Ende der Verpackung

Age of Conan: Hyborian Adventures (Bild: Eidos)Age of Conan: Hyborian Adventures (Bild: Eidos)Die Hersteller folgen derzeit so ziemlich jedem Pfad, um ihr Geschäft wieder zum Laufen zu bringen. Sollten Battleforge oder Battlefield Heroes erfolgreich sein, werden andere Titel folgen. Schließlich geht es um Gewinnmaximierung, Ausgabenminimierung und darum, an einem Spiel möglichst über Jahre hinweg immer wieder zu verdienen - ähnlich wie Hollywood mit einem Kinofilm. Und so könnte am Ende einer potenziellen Erfolgsgeschichte von „Downloadable Content“ viel mehr verschwunden sein als das traditionelle, vollständig zu erwerbende Game - nämlich seine Verpackung, das Manual, die DVD oder Blu-ray, kurz: alles Materielle.

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Der Weg alles Irdischen

Gamestop-Logo (Bild: Gamestop)Gamestop-Logo (Bild: Gamestop)Denn auf Datenträger und Papier zu verzichten und ein Spiel stattdessen gänzlich digital zu vertreiben spart nicht nur Lagerkosten. Auch die Verkaufsmarge des Einzelhandels könnte aus der Rechnung gestrichen werden. Wenn also immer mehr Spiele komplett über das Internet vertrieben würden, müssten Elektrofachgeschäfte ihren Entertainmentbereich großflächig umgestalten. Sammler werden nach und nach auf immer mehr Objekte der Begierde verzichten müssen und Ketten wie Gamestop den Weg alles Irdischen gehen.

>> weiter zu Teil 3 von "Hier Münze einwerfen"

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