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Projekt Natal: Microsoft arbeitet an einer Bewegungssteuerung für Windows und Xbox 360

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First Look Projekt Natal | Bewegungssteuerung | Windows, Xbox 360  

Bill Gates: "Projekt Natal" kommt 2010

02.06.2009, 09:15 Uhr

Project Natal von Microsoft für Xbox 360Project Natal von Microsoft (Bild: Microsoft)Anfang Juni 2009 hat Microsoft auf der E3-Spielemesse in Los Angeles ein Zusatzgerät für die Xbox 360 vorgestellt, das die Bedienung von Spielen und anderen Medien mit Bewegungen zulässt - und gleichzeitig auf neuartige Weise auf Sprache, Gesichter und sogar Emotionen reagieren soll. Nachdem es lange Zeit Rätselraten um den Release-Termin gab, hat Bill Gates nun in einem Interview für Klarheit gesorgt: Das "Kamerading" soll "in etwa einem Jahr", also in etwa im zweiten Halbjahr 2010 erscheinen.

Das kündigte der ehemalige Microsoft-Chef in einem Gespräch mit "Cnet" an. Ebenfalls neu: Projekt Natal wird nicht nur für die Xbox 360-Spielkonsole, sondern auch für PC erscheinen. Laut Gates befasst sich mittlerweile auch die Windows-Abteilung des Unternehmens mit der Entwicklung. Hier sieht Microsoft Möglichkeiten, Online-Konferenzen und Büro-Aufgaben zu erleichtern. Auf der Xbox 360-Seite soll das Projekt Natal dagegen mit seiner revolutionären Bedientechnik als "Software-Ersatz" einer grundlegenden Hardware-Revision den Absatz von Microsofts Konsole vervielfachen.

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Den Alltag umkrempeln

Project Natal von Microsoft für Xbox 360Project Natal von Microsoft (Bild: Microsoft)Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht. Denn das Projekt Natal bringt es mit sich, dass im Wohnzimmer jemand wartet - immer. Sobald der Bürger von morgen in die Nähe seines Fernsehers kommt, verfolgen ihn freundliche Blicke. Ein TV-Avatar grüßt nett, weist auf einen neuen Spielfilm oder ein paar Nachrichten in Facebook oder Twitter hin: So stellt sich Microsoft die künftige Integration der interaktiven Unterhaltung in unser Leben vor. Dabei besteht das Projekt Natal auf den ersten Blick nur aus einer an die Xbox 360 angeschlossenen Kamera, die Bewegungen und stimmen erfasst - aber wenn das Gerät hält, was Microsoft an zusätzlichen Funktionen verspricht, könnte Natal tatsächlich Teile unseres Alltags grundlegend umkrempeln.

Körperbewegungen in 3D

Die grundlegende Technik für das neue Gerät stammt mit ziemlicher Sicherheit von dem von Microsoft Anfang 2009 aufgekauften israelischen Unternehmen "3DV Systems", das sich just auf Gestensteuerung spezialisiert hat. Der kleine Apparat mit dem - wohl als Arbeitstitel zu verstehenden - Namen Projekt Natal verfügt über eine Farkbkamera, einen Tiefensensor sowie über Raumklangmikrofone. Im Gegensatz zu 2D-Kameras und 2D-Kontrollern kann es laut Microsoft Körperbewegungen in 3D aufnehmen, während es zeitgleich auf Befehle, Richtungsänderungen und sogar Veränderungen in der Stimmlage reagiert. Der Sensor soll nicht abhängig von den Lichtverhältnissen sein und das System über ein weitgehendes Verständnis für Sprachbefehle verfügen.

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Lob von Steven Spielberg

Project Natal von Microsoft für Xbox 360Project Natal von Microsoft (Bild: Microsoft)In der Praxis bedeutet das: Sobald eine Person in Reichweite der Sensoren gerät, kann Projekt Natal das korrekte Xbox-Profil zuordnen und den Spieler individuell mit einem Avatar, der seinem echten Gegenüber scheinbar in die Augen blickt, per Sprachausgabe begrüßen. Der Nutzer kann dann entweder selbst Befehle erteilen oder sich mit Bewegungen durch das Menü der Xbox-Oberfläche arbeiten. Auf der E3-Präsentation funktionierte das alles beeindruckend gut und erinnerte an die Art, in der sich Tom Cruise in dem Film Minority Report durch Computersysteme hangelt - kein Wunder, dass bei der Präsentation von Projekt Natal auch dessen Regisseur Steven Spielberg auf die Bühne trat und die neue Technik in höchsten Tönen lobte.

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Von Telefonieren bis Malen

Project Natal von Microsoft für Xbox 360Project Natal von Microsoft (Bild: Microsoft)Projekt Natal soll Bewegungen sehr fein erkennen können: Beispielsweise ließ sich auch ein Aufstapfen des Spielers korrekt auf sein "Alter Ego" im Bildschirm übertragen. Andere Funktionen sind, dass das Gerät beispielsweise nur ein in die Kamera gehaltenes Skateboard erkennt und es dann virtuell zur Verfügung stellt. Sprich: Auf dem Bildschirm ist das Brett des Spielers zu sehen, der sich aber für seine Stunts auch vom Wohnzimmerboden abstoßen kann. Auch die Bildtelefonie ist als Funktion integriert. Für viele Lacher im Publikum sorgte eine Demonstration, in der ein Microsoft-Mitarbeiter in einem Malprogramm virtuelle Farbe auf eine ebenfalls virtuelle Leinwand schleuderte und so eine einfache - sehr expressionistische - Landschaft mit Palme zustande brachte. Um einen Elefanten einzufügen, bildete der Präsentator mit einer Kollegin die Silhouette eines solchen Tieres - mit dem Arm als Rüssel.

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Kontakt per Bildschirm

Auch Stardesigner Peter Molyneux, der bei dem zu Microsoft gehörenden Studio Lionhead arbeitet, hat Project Natal außerordentlich gelobt. Er zeigte einen Film, bei der ein kleiner Junge im Bildschirm scheinbar ständig Kontakt mit der echten Person hielt, dabei durch eine idyllische Landschaft lief. Als er an einen See kommt, fordert er sein Echtwelt-Gegenüber auf, eine - natürlich nicht vorhandene - Taucherbrille aufzusetzen, und erklärt kurz die dafür benötigten Gesten. Anschließend konnte die echte Person über die Kamera Wellen aufwerfen und planschen. Atemberaubend wirkte es, als sie etwas auf ein Blatt Papier schrieb, das kurz zur Kamera hochhob und der Junge hinter dem Bildschirm plötzlich ein virtuelles Papier in der Hand hielt.

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Funktional mit jeder Xbox 360

All die Demonstrationen wurden sicherlich speziell für die E3 und die erste Präsentation vor der Weltöffentlichkeit erstellt. Was Project Natal tatsächlich kann - abwarten. Immerhin scheinen die Bewegungssensoren ihre Aufgabe zu erfüllen, ganze Körper zu erfassen und Personen zu unterscheiden, und auch die Spracherkennung schien zu funktionieren. Zudem hat Microsoft angekündigt, dass es mit allen bislang produzierten und künftigen Generationen der Xbox 360 funktioniert.

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