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"Metin 2": Das passiert, wenn die Polizei in Sachen Online-Raub ermittelt

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Polizei-Einsatz im Videospiel-Milieu  

Die Kriminalität folgt den Möglichkeiten

16.06.2009, 18:56 Uhr | Gee (Moses Grohé / jr)

Metin 2 Free2Play MMORPGMetin 2 (Bild: Gameforge 4D)In dem in Korea entwickelten "Free2Play"-Online-Rollenspiel Metin 2 wird die Geschichte dreier verfeindeter Reiche in einem fiktiven Fernost-Szenario erzählt. Die geheimnisvollen "Metinsteine" entzweien die vormals friedlichen Provinzen Shinsoo, Chunjo und Jinno und bringen Chaos und Zerstörung über das Land. Das Ganze entpuppte sich als Mega-Erfolgsgeschichte: Ende April hatte das in 15 verschiedenen Sprachversionen lokalisierte Metin 2 die fünf Millionen User-Marke geknackt. Das da Ärger nicht ausbleibt, ist klar: Ein Spieler von Metin 2 hat kürzlich in Bochum Anzeige bei der Polizei erstattet, weil ihm seine Ausrüstung im Wert von rund 800 Euro gestohlen wurde. Polizeihauptkommissar Frank Plewka erzählt, wie die Polizei in solchen Fällen ermittelt.

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Polizeihauptkommissar Frank PlewkaPolizeihauptkommissar Frank Plewka (Bild: Gee)Bitte fassen sie den Fall Metin 2 für uns noch einmal kurz zusammen.

Frank Plewka: Ein 46-jähriger Bochumer erschien auf der Polizeiwache in Bochum-Linden und gab an, online bestohlen worden zu sein. Man habe ihm seine Phönixschuhe, ein Himmels-Tränenband sowie verschiedene Waffen entwendet. Er geriet dabei an eine junge Beamtin, die sich in Sachen Onlinespiele auskennt und somit schnell einordnen konnte, was er von ihr wollte. Er hatte die Vermutung, dass sein Avatar im Spiel Metin 2 manipuliert worden und er nun bar jeder Ausrüstung sei, für die er über einen Zeitraum von zwei Jahren etwa 800 Euro ausgegeben habe.

Wie gingen die Beamten bei der Ermittlung vor?

Frank Plewka: Ganz klassisch. Sie haben zunächst den Spiele-Anbieter angeschrieben und um die Protokolle des Servers gebeten. Nach Auswertung der Listen konnten zwei Verdächtige ermittelt werden, die daraufhin zur Sache vernommen wurden.

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Und was kam dabei heraus?

Frank Plewka: Einer davon hat bei seiner Vernehmung schlicht und einfach gestanden. Jedoch hat er vermutlich nichts Unrechtes getan. Der 19-jährige Bonner war selbst Opfer eines Diebstahls geworden und hatte von befreundeten Mitspielern - auch dem 46-jährigen Bochumer - die Erlaubnis erhalten, sich an ihren Zweit-Avataren zu bedienen. Offenbar kam es dabei zu einer Verwechselung, und er räumte den Erst-Avatar ab.

Nur eine missglückte Mauschelei also. Wie häufig kommt es denn inzwischen vor, dass die Polizei in solchen Fällen ermitteln muss?

Frank Plewka: Ein guter Spruch ist: "Kriminalität folgt den Möglichkeiten." So lange sich das Internet und seine Geschäfte entwickeln, wird es auch Personen geben, die Lücken zu ihrem Vorteil ausnutzen. Genaue Zahlen gibt es dazu aber nicht.

Welche Vergehen sind im Umfeld von Onlinespielen besonders häufig?

Frank Plewka: In erster Linie, dass der Avatar-Besitzer wie in diesem Fall bestohlen wird. Wobei es hier kein Diebstahl nach den Worten des Gesetzes ist. Das Gesetz fordert nämlich die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache. Dass Nullen und Einsen keine solche Sache sind, ist, glaube ich, unstrittig.

Betritt die Polizei bei ihren Ermittlungen auch mal die virtuelle Welt?

Frank Plewka: Es ist eine schöne Vorstellung, sich in Metin 2 als Polizeireiter auf einem nicht definierten Reittier durch die virtuelle Wüste zu bewegen, sich durch andere Spiele zu ballern, um Zeugen zu finden, oder wie seinerzeit in den Achtzigern in dem Film Tron in den Computer einzudringen und den Schuldigen zu verfolgen. Aber Einsatzbefehle wie "Begeben Sie sich an den nächsten Computer, starten Sie das Spiel, und führen Sie eine Befragung anderer Mitspieler und Monster durch" gibt es natürlich nicht.

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