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Location Based Games  

Der Weg ist das Spiel

25.06.2009, 12:36 Uhr | GEE (Moses Grohé) / vb, t-online.de

Oregon 300 GarminOregon 300 (Bild: Garmin)Das Navigationssystem GPS steuert Schiffe über die Weltmeere und Raketen ins Ziel - jetzt nutzen immer mehr Spiele-Entwickler die Technik für „Location Based Games“. Ein neues Genre entsteht. Es könnte unseren Blick auf die Welt um uns herum völlig verändern.

Wie ein kleiner Geheimagent bin ich mir vorgekommen, als ich das erste Mal Fast Foot Challenge gespielt habe“, schwärmt Benjamin Zahn, der an einem Lkw in Berlin Spandau steht. Neben ihm streifen sich der lokal bekannte Rapper Crazy H. und seine Crew gerade T-Shirts über, auf denen ein großer, stilisierter Fuß zu sehen ist - das Logo des Spiels. Zahn, der inzwischen das Marketing für Fast Foot Challenge macht, übergibt der Gruppe Handys und GPS-Empfänger - denn die brauchen sie, um am Spiel teilzunehmen: Das Handygame verwandelt die Stadt um sie herum in das Spielfeld eines virtuellen Räuber-und-Gendarm-Spiels. Die Aufgabe des Rappers und seiner Leute wird es sein, „Mr. X“ zu fangen. Der wurde zuvor aus dem Publikum gewählt und ist bereits seit fünf Minuten auf der Flucht, ebenfalls ausgerüstet mit Handy und GPS-Empfänger. Eine Minute darauf ist seine Position das erste Mal auf den Displays der Verfolger zu sehen.

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Sofort ein Teil des Spiels

Fast Foot Challenge urban teamFast Foot Challenge (Bild: urban team)Das ist das Startsignal: Die Gruppe teilt sich auf und läuft in verschiedene Richtungen. Sie will X einkesseln. Im Umkreis von einem Kilometer um den Startpunkt herum dürfen sich X und die Verfolger bewegen. Auf dem Display wird dabei nicht etwa eine Straßenkarte gezeigt, sondern nur ein grauer Kreis, in dem die Positionen der Spieler mit Pfeilen markiert sind. X sieht die Pfeile seiner Häscher ständig, seine eigene Position jedoch wird auf den Displays der Verfolger nur alle sechs Minuten aktualisiert - ein bisschen wie im Brettspielklassiker Scotland Yard, nur viel direkter, schweißtreibender, echter: „Man muss sich nicht erst in eine Figur hineindenken wie in einem Videogame, sondern ist sofort mit dem ganzen Körper Teil des Spiels“, sagt Tom Nicolai, der mit einem Studienkollegen seit drei Jahren an Fast Foot Challenge arbeitet.

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Standortbestimmung

Geocaching www.geocaching.comGeocaching (Bild: www.geocaching.com)Möglich wird sein Spiel durch das "Global Positioning System" (GPS), das mithilfe von mehr als 20 Weltraumsatelliten und einem entsprechenden Empfänger fast überall auf der Welt eine genaue Position bestimmen und die Route zu anderen Positionen berechnen kann. Die Idee, diese ursprünglich für das US-Militär entwickelte Technik spielerisch zu nutzen, kam auf, kurz nachdem im Jahr 2000 die künstliche Signalverzerrung des Systems abgeschaltet wurde und sich die Genauigkeit dadurch von 100 Metern auf zehn Meter verbessert hatte. Da versteckte der Amerikaner Dave Ulmer eine schwarze Plastikkiste und stellte die Koordinaten ins Internet, damit andere sie finden konnten. Neben ein bisschen Geld, Büchern und CDs enthielt seine Kiste ein Logbuch, in das sich die Finder eintragen sollten: „Geocashing“ war geboren, die GPS-Schatzsuche.

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Von der Antarktis bis zur "GEE"-Redaktion

Jeder, der einen GPS-Empfänger hat, kann sich seitdem selbst auf die Suche nach solchen Verstecken begeben. Die ganze Welt wird so zur Spielumgebung, sogar in der Antarktis gibt es versteckte Schätze. Mehr als 800.000 davon sind heute weltweit zu finden, 312 allein in der Umgebung der "GEE"-Redaktion. Größe und Inhalt variieren, manche Schätze sind erst durch das Lösen von Rätseln zu entdecken. Oft wird auch eine Kamera in der Kiste deponiert, damit die Finder ein Foto von sich machen können, bevor sie die Kiste wieder verstecken.

"Tron" lässt grüßen

Mobile Dead BlackberryMobile Dead (Bild: Blackberry)Die Welt zum Spielfeld machen: Das will auch das bereits 2005 erschienende Gratis-Handygame GPS: Tron. Es stellt die Laufwege der Spieler auf dem Display als farbige Linien dar. Das Ziel des Spiels: Wie die Spuren der futuristischen Motorräder aus dem Film Tron dürfen sich die Linien niemals kreuzen, die Spieler müssen sich also dementsprechend in ihrer Umgebung bewegen. 200 Meter Weg entsprechen circa einem Zentimeter Linie auf dem Bildschirm. Der Clou: Die Spieler brauchen sich nicht am gleichen Ort zu befinden, nicht einmal auf demselben Kontinent. Einer könnte in Moskau eine Linie ziehen und der andere in Lübeck herumlaufen - durch die Darstellung beider Linien auf demselben virtuellen Spielfeld wird daraus ein Game. Ein weiterer Pionier dieser Spielform ist der Amerikaner Jeremy Woods. Der fuhr bereits vor fünf Jahren mit seinem Wagen so planmäßig durch die Straßen von Hollywood, dass die Aufzeichnung seines GPS-Empfängers ein knapp 24 Quadratkilometer großes Tic Tac Toe-Spielfeld ergab. Dann fuhr er mit einem Freund abwechselnd so durch Los Angeles, dass sie in der Aufzeichnung Kreuze und Kreise hinterließen.

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Neuer Wind für alte Stadtführungen

Holux-Maus HoluxHolux-Maus (Bild: Holux)Spiele wie diese funktionieren überall auf der Welt, andere werden für einen bestimmten Ort entwickelt. Eines der ersten deutschen „Location Based Games“ war REXplorer (2007), das seine Spieler mit einem speziellen Multimedia-Controller auf eine Entdeckungsreise durch Regensburg schickte - und zwar mit Bildungsauftrag: „Wie bringt man jemanden, der keine Lust auf Stadtführungen hat, dazu, doch eine zu machen?“, lautete die Frage, die sich Game-Design-Forscher Steffen P. Walz gestellt hatte. Seine Antwort: „Nur mit spielerischen Mitteln“. An bestimmten Stellen der Stadt meldete sich also der Controller zu Wort, stellte ortsbezogene Aufgaben oder gab Hintergrund-informationen. REXplorer erzählte eine märchenhafte Geschichte über die „immerwährende Magie“ Regensburgs und war damit sehr erfolgreich: „Weil die Stadtführung in Gestalt eines Spiels daherkam, hat es den Teilnehmern plötzlich Spaß gemacht“, sagt Walz. Ein ähnliches Projekt läuft derzeit in Weimar: In „Annas Geheimnis“ führt ein im Handy gefangener Geist - der von innen an die Scheibe klopft, wenn er etwas zu sagen hat - die Spieler mit einer Rätselgeschichte durch den örtlichen Ilmpark. Das „Geocaching“ wird so durch eine Story, Aufgaben und Multimedia ergänzt, und die ganze Stadt wird zum Schatz, den die Spieler für sich entdecken.

>> weiter zu Teil 2 von "Der Weg ist das Spiel"

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