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Verfall und Konservierung von Video- und Computerspielen

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Verfall und Konservierung von Video- und Computerspielen  

Rettet unsere Spiele!

01.07.2009, 18:40 Uhr | Richard Löwenstein / jr

Spiele Klassiker rettenBedrohte Spiele (Bild: Richard Löwenstein / Montage: t-online.de)Videospiele leben ewig, aber leider nur in unseren Herzen. Denn Spiele sind nun mal auf Datenträger angewiesen. Und die wiederum sind gar nicht für die Ewigkeit gemacht. Sie vergehen, und zwar in vielen Fällen schneller, als man denkt. Die Klassiker von gestern und vorgestern, sie sterben, ohne dass wir das bemerken. Was mehr als schade ist, denn Pac-Man und Donkey Kong haben auch 25 Jahre nach Erscheinen noch nichts von ihrem Spielspaß eingebüßt. Aber wer sich die guten alten Zeiten zurück ins Gedächtnis holen möchte und die alten Maschinen und Datenträger aus dem Keller holt, der erlebt oft eine ziemliche Überraschung - nichts geht mehr.

Die Haltbarkeit von ROM-Modulen und Disketten ist begrenzt, denn der Zahn der Zeit nagt an Bits und Bytes. Schon nach wenigen Jahren sind Datenverluste unvermeidlich. Auch CD, DVD und Blu-ray halten im allergünstigsten Fall ein halbes Jahrhundert. Die Hersteller der Datenträger geben sich noch bescheidener und sprechen von zehn Jahren Lebensdauer.

Auch Spiele müssen sterben

Spiele Klassiker rettenSega Megadrive (Bild: Sega)Auch Hardware-Systeme zum Abspielen sind nicht gegen Verfall gefeit. Solange Commodore 64, Sega Mega Drive und Co. in Gebrauch oder auch nur frischer Luft ausgesetzt sind, oxidieren Leiterbahnen, Chips, Platinen und Lötverbindungen. Sie "rosten" und zerfallen. Eine unterbrochene Verbindung, und mag sie nur einen Millimeter groß sein, bedeutet oft das Ende des Gerätes. Ersatzteile sind rar, eine Reparatur setzt spezifisches Fachwissen voraus. Aber es gibt Hoffnung: So bietet Nintendo durchaus langfristig die Möglichkeit zur Reparatur defekter Konsolen; auch bei älteren Modellen wie Super Nintendo, N64 oder Gamecube. Microsoft zeigt sich weniger kundenfreundlich: Der Support für die alte Xbox-Konsole wurde im März 2009 eingestellt. Sega bietet nur noch einen eingeschränkten Dienstleistungen für seine legendäre Dreamcast-Konsole, während Sony nur noch die Playstation 2 und die aktuelle Playstation 3 unterstützt. PSOne-Traditionalisten gucken in die Röhre. Wer trotzdem eine Reparatur benötigt, braucht eine Portion Glück und die Hilfe von privaten Werkstätten. Die gibt es vor allem in größeren Städten - einfach im Internet nach den Stichworten "Konsole" und "Reparatur" suchen.

Oldies und Legalität

Wie hält man nun eine Sammlung an Software und Hardware am Leben? Kopien ziehen scheint der schlüssige Weg. Doch das ist wegen der aufwendigen Kopierschutz-Mechanismen von CD und Diskette oft unmöglich und scheitert bei Spezial-Modulen am hohen technischen Aufwand. Wer nur ab und zu mal Oldies genießen will, könnte eine Alternative ins Auge fassen: Emulatoren wie zum Beispiel MAME32 können auf Mac, PC und Co. sehr gut ältere Hardware-Umgebungen simulieren: Atari VCS, Commodore 64 und Amiga zum Beispiel, überhaupt fast jeden Heimcomputer und jede Konsole aus den 80er- und 90er-Jahren. Nicht wenige Internet-Seiten bieten die dazu passenden Spieldaten feil, oftmals allerdings illegal. Denn Achtung: Auch Oldie-Spiele unterliegen dem Urheberrecht. Somit ist der Download ohne Einwilligung des Spiel-Herstellers verboten. Auf Nummer sicher geht, wer sich Oldies über offizielle Download-Portale auf PC, Handy oder Konsole lädt. Sega, Namco, Nintendo und Co. verbreiten originalgetreue Umsetzungen ihrer Spiele-Klassiker ganz offiziell beispielsweise über Playstation Network, Xbox Live und Wii Store.

Fazit

Für Hard- und Software gilt dasselbe wie für jedes andere Objekt: sie unterliegen Verschleiß und Verfall. Wer den Wert seiner Sammlung möglichst lange erhalten will, muss eine Konservierung ins Auge fassen. In Folie eingeschweißt, im Vakuum und absoluter Dunkelheit gelagert, halten Systeme und Datenträger deutlich länger. Wer die Konsole jedoch für ihren eigentlichen Zweck nutzet - das Spielen - muss zwangsläufig Verluste in Kauf nehmen. Für die Ewigkeit ist eben nichts gemacht.


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