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Test Battlefield 1943 | Action | PS3, Xbox 360  

Reduziert aufs Maximum

11.08.2009, 16:36 Uhr | Richard Löwenstein / vb

Battlefield 1943 (Bild: EA)Battlefield 1943 (Bild: EA)Krieg als Download? Battlefield 1943 macht's möglich. Der Taktik-Shooter für Xbox 360 und Playstation 3 wird lediglich via Xbox Live und Playstation Network angeboten, nicht auf CD oder DVD. Ein so großes Spiel, exklusiv als Download? Das Experiment scheint anzukommen. Insgesamt 600.000 Spieler haben das Angebot laut Publisher EA binnen zwei Wochen nach Start wahrgenommen. Bleibt die Frage: Kann ein Download für Konsole mit jenem Battlefield mithalten, das im Jahr 2002 als vollwertige Disk für PC erschienen ist und das die Grundlage für dieses Remake bildet?

Basis ist erneut der Krieg im Pazifik, der von 1941 bis 1945 zwischen Japan und den USA tobte. Im Vergleich zum PC-Original gibt sich in der Konsolen-Adaption alles etwas kleiner und bescheidener: Der Kriegsschauplatz besteht nur aus vier Pazifikinseln, um die sich hier nur ein Dutzend Soldaten pro Seite rangeln dürfen. Das gibt gerade mal 24 Soldaten auf dem ganzen Schlachtfeld. Auch die Klassen sind übersichtlich: Infanteristen mit M1A1-Thompson-MP, einfache Schützen mit M1 Garand-Gewehr und die Kundschafter mit ihren präziseren Springfield M1903-Gewehren. Nur drei Klassen anstatt zuvor fünf klingt wenig, dafür wurden einige miteinander kombiniert: So kann der Infanterist auch eine Panzerfaust bedienen und ähnliches. In der Ego-Perspektive und mit Granaten, Haftbomben und Raketen im Gepäck geht’s raus ins Getümmel.

Auf dem bunten Feld der Ehre

Battlefield 1943 (Bild: EA)Battlefield 1943 (Bild: EA)Die Grafik ist fast schon zu bunt geraten: Ein knallblauer Himmel, das Wasser türkis wie ein Kunstedelstein, eine Botanik aus der Blumenhandlung, all das ist gewöhnungsbedürftig. Nur wer alle Flaggen der Insel einnimmt oder der gegnerischen Mannschaft alle Wiederbelebungsticket abgenommen hat, kann den Sieg für die eigene Truppe erringen und eine Partie siegreich beenden. Einen Kampagne-Modus für Einzelkämpfer sucht man vergebens, das Ganze ist ausschließlich auf Mehrspieler-Gefechte getrimmt. Leicht wird einem die Eroberung der Insel aber nicht gemacht, denn am Himmel kreuzen Flugzeuge, und auf den wenigen Straßen rollen Panzer - allesamt von Spielern kommandiert, denn jedes herrenlose Gefährt darf ohne Umschweife besetzt und in die Schlacht geführt werden.

Bestechende Kleinigkeiten

In Strandnähe geht ein Panzer in die Luft. Rauch zieht auf, die Trümmerteile fliegen meterweit. Granaten explodieren, Flieger stürzen qualmend ins Meer. Grafisch ist das Ganze tatsächlich opulenter und bunter als die PC-Pendants aus der Battlefield-Reihe. Die Karten sind detailreicher und bestechen vor allem durch Kleinigkeiten, etwa wenn ein Steg mitsamt Fischerhütte sich herrlich idyllisch ins Meer hinaus erstreckt oder ein Leuchtturm sein Lichtsignal weit hinaus zum Horizont sendet.

Es fehlt an Spieltiefe

Battlefield 1943 (Bild: EA)Battlefield 1943 (Bild: EA)Das Ambiente ist stimmungsvoll, die Dynamik stimmt jedenfalls. Die Explosionen eines Benzinfasses füllt beispielsweise den Bildschirm, sprengt ein benachbartes Haus und legt Palmen in der Umgebung nieder. Die Kulissen wirken sehr lebendig, niemals statisch. Die so genannte Frostbite-Engine des Herstellers Dice ist grafisch auf der Höhe der Zeit. Nur leider fehlt es der Insel-Eroberung wegen der eingedampften Klassen und geringen Anzahl an Mitspielern an Tiefe und auch Taktik. Allzu schnell artet die Eroberung in ein bloßes Team-Deathmatch aus. Dafür stimmt das Tempo. Panzer und Jeeps flitzen nur so übers Gelände, man kann mit Laufsprints Strecke machen. Bis zur Wiederbelebung verstreicht nur ein Bruchteil der aus Battlefield 2142 bekannten Zeitspanne.

Bedienprobleme

Die Steuerung wiederum hinterlässt den faden Beigeschmack einer abgelaufenen Überlebensration. Ein Sprint erfolgt durch Drücken und Halten des linken Analog-Sticks, gleichzeitig muss man sich damit vorwärts bewegen. Das gibt schon mal einen Krampf im Daumen. Noch vertrackter ist die Steuerung des Panzers: Turm und Chassis lassen sich zwar getrennt drehen, eine Anzeige der Geschütz-Ausrichtung fehlt aber. So fährt man leicht in die falsche Richtung oder versenkt sein Gefährt im nächsten Schützengraben.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist Battlefield 1943 eine gelungene Umsetzung für Konsolen. Doch wer das PC-Original kennt, findet die Ausstattung schnell mager: Zu wenig Karten, zu wenige Waffen, keine Schiffe mit gewaltigen Kanonen, keine Einzelspieler-Möglichkeit. Ein abgespecktes Spiel für gesellige Feldherren also. Nicht ohne Charme und für den Preis durchaus angemessen ausgestattet. Aber nach zwei Tagen hat man alles gesehen und kann kaum noch Neues entdecken.

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