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Gestensteuerung für PC-Spiele: Im Magnetfeld gegen Zombies

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CES 2010: Gestensteuerung für PC-Spiele  

Im Magnetfeld gegen Zombies

11.01.2010, 11:26 Uhr | Spiegel Online / jr, t-online.de

Gestensteuerung für PC-Spiele: Im Magnetfeld gegen Zombies . Magnetfeld-Gestensteuerung für PC-Spiele von Sixense Entertainment

Magnetfeld-Gestensteuerung für PC-Spiele (Bild: Spiegel Online)

Games mit Gesten steuern: Nintendos Wii hat das vorgemacht, die anderen Konsolen ziehen nach. Und am PC? Ein US-Start-up stellt auf der Consumer Electronics Show (CES) 2010 eine Magnetfeld-Steuerung für PC-Spiele vor, unterstützt von renommierten Hardware-Herstellern und Hollywood-Größen.

Verglichen mit der PC-Hochburg Deutschland haben es Computerspiele in den Vereinigten Staaten nicht leicht. Hier regieren Spielkonsolen wie Nintendos Wii, Sonys Playstation 3 und Microsofts Xbox 360, hier müssen PC-Spieler immer wieder neidisch auf die Innovationen der Konkurrenzplattformen schielen. Zum Beispiel im Juni, als Microsoft und Sony auf der Spielmesse E3 Gestensteuerungen für ihre Spielkonsolen ankündigten, damit sich Spiele wie schon auf der seit Ende 2006 erhältlichen Wii steuern lassen. Microsofts Project Natal getaufte Lösung soll gar komplett ohne Hilfsmittel auskommen - hier sorgt der eigene Körpereinsatz für Spielerfolge.

Neue Bewegungssteuerung

Auftritt von Sixense Entertainment, die auf der CES ihre neueste Entwicklung vorführten: die TrueMotion-Technik. Hinter diesem wenig originellen Namen verbirgt sich eine umso originellere Idee. Statt auf bewährte Konzepte wie Infrarot- oder Beschleunigungssensoren zurückzugreifen, erzeugt bei TrueMotion eine knapp getränkedosengroße Basiseinheit ein kugelförmiges Magnetfeld mit einem Durchmesser von vier Metern. Das Feld soll nach Herstellerangaben gesundheitlich unbedenklich und in seiner Stärke mit dem eines handelsüblichen Röhrenfernsehers vergleichbar sein. Bewegt sich eine der zwei löffelartigen Steuereinheiten durch das Magnetfeld, erfasst die Basiseinheit die daraus resultierende Feldfluktuation und setzt sie als Ortsveränderung auf dem Bildschirm um - selbst dann, wenn ein Controller etwa von einem Mitspieler oder einem Möbelstück verdeckt wird. Programmier-Legende John Carmack (Wolfenstein 3D, Doom, Quake) lobte die Sixense-Technik im vorigen Jahr auf der Quakecon begeistert: "Darauf wird die nächste Generation der Gestensteuerungen beruhen. Denn das ist das Lichtschwert."

Es werden Köpfe rollen

Im Vorführraum des PC-Zubehörherstellers und Sixense-Entwicklungspartner Razer fuchtelt Josh Bays begeistert mit den Prototypen zweier TrueMotion-Steuereinheiten herum. Er demonstriert die neue Eingabemethode anhand der martialischen Zombie-Hatz Left 4 Dead 2 des US-amerikanischen Herstellers Valve Software, der die Technik als einer der ersten Entwickler für seine Titel einsetzen will. Bays neigt und hebt den Controller in seiner Linken: Die Spielfigur duckt sich und springt in die Luft. Bei der Bewegung hilft ein kleiner Joystick, den jede Steuereinheit zusammen mit ein paar Knöpfen besitzt. Der Controller in Bays' rechter Hand lenkt und wechselt die Waffen seines Pixelhelden: Waagerecht vor sich gehalten zielt das auf dem Bildschirm identisch platzierte Katana-Schwert auf einen herantorkelnden Zombie, der sich kurz darauf kopflos auf dem Boden wieder findet. "Das System ist äußerst präzise", freut sich Josh Bays. "Die Abweichungen zwischen Controller und Bildschirm beträgt maximal einen Millimeter beziehungsweise ein Grad." Tatsächlich reflektiert das Geschehen auf dem Monitor die Bewegungen äußerst genau.

Militärtechnik für PC-Spiele

Das Magnetfeld-Prinzip ist so neu nicht: "Die Technik kommt schon seit rund 20 Jahren unter anderem beim Militär und in der Medizin zum Einsatz", erklärt Jeff Bellinghausen, Chefwissenschaftler von Sixense. Er arbeitet seit etwa zehn Jahren an TrueMotion und erinnert sich daran, seine Ideen noch vor dem Verkaufsstart von Nintendos Wii den großen Konsolenherstellern präsentiert zu haben. "Die fanden das alles sehr spannend, wollten jedoch unsere Entwicklung proprietär in ihr jeweiliges System einbauen", sagt Bellinghausen. "Wir möchten unser System aber als offene Plattform anbieten, die niemanden ausschließt - weder professionelle Designer noch Indie-Entwickler." Dabei soll neben frei verfügbaren Programmierbibliotheken auch ein günstiger Preis helfen: "Die Kostenreduktion ist derzeit mein Hauptaugenmerk", sagt Bellinghausen. An das Potential und den Erfolg seiner Idee glaubt nicht nur Entwicklungspartner Razer: Aufsichtsratsvorsitzender von Sixense ist kein anderer als Avi Arad. Der Manager half in den neunziger Jahren dem Marvel Comics-Verlag aus dem Bankrott und produzierte einige der erfolgreichsten Filme der Hollywood-Geschichte: die Serien Spider-Man, X-Men und Iron Man. Bis heute steht in Arads Lebenslauf noch kein einziger Misserfolg. Gute Nachrichten für PC-Gamer.


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