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Freeware-Spiel "Frontiers": Grenzüberschreitung in Spielform

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Grenzüberschreitung in Spielform

12.03.2010, 13:16 Uhr | vb

Freeware-Spiel "Frontiers": Grenzüberschreitung in Spielform. Frontiers (Bild: extra gold)

Mehr als nur Unterhaltung: In Serious Games ziehen Spieler nicht mit dem Schwert durch die Lande oder versuchen, Bestzeiten auf der Rennstrecke zu knacken. Stattdessen wird hier auf spielerische Weise zum Lernen angeregt, etwa über Politik oder Chemie. Oder die Flüchtlingsdramen, die sich an den Grenzen Europas abspielen. Denn genau hiervon handelt Frontiers, das von der österreichischen Künstlergruppe „extra gold“ als Modifikation für Half-Life und Counter-Strike umgesetzt wurde.

Realität trifft Spiel

Frontiers führt an europäische Grenzen in Gibraltar und der Ukraine. An beiden Orten spielen sich täglich dramatische Szenen ab, wenn Menschen aus der Dritten Welt versuchen, in die Erste zu gelangen. Der Spieler greift auf zwei Seiten ins Geschehen ein: Als Flüchtling ist es das Ziel, nach Europa zu kommen, während die Spielfigur Grenzwächter dafür Sorge tragen muss, dass die illegale Einwanderung verhindert wird. Die einzelnen Level basieren auf real existierenden Orten, etwa dem algerischen Hoggar-Gebirge oder dem Zaun in der spanischen Exklave Cueta, der regelmäßig zum Schauplatz dramatischer Massenfluchtversuche wird. Um die Verhältnisse möglichst genau wiederzugeben, haben die Entwickler intensiv vor Ort recherchiert, mit Flüchtlingen und Hilfsorganisationen gesprochen und so letztlich ein Spiel geschaffen, bei dem Realität und spielerischer Anspruch fließend ineinander übergehen.

Bewusste Wahl des Mediums

Die Macher wollen mit dem Spiel vor allem eins: Zum Dialog über Migration anregen, ein hochbrisantes und weiterhin aktuelles, politisches Thema. Da vor allem TV-Medien hier jedoch häufig auf Effekthascherei mit dramatischen Bildern zielen, will man auch sensibilisieren und konkrete Beispiele bringen. "Wir haben bewusst das Medium Computerspiel verwendet, um eine Zielgruppe zu erreichen, die sich sonst wenig mit Politik beschäftigt", so Karl Zechenter, einer der Produzenten des Spiels. "Ein Computerspiel ermöglicht es wie kein anderes Medium, in eine Situation einzutauchen und diese aktiv zu gestalten."

Wer tötet, verliert

Da man Frontiers als Modifikation der beiden Steam-Titel Half-Life und Counter-Strike veröffentlicht hat, um auf deren Grafik-Engine zurückgreifen zu können, muss zum Spielen eines der genannten Games installiert sein. Danach kann Frontiers kostenlos geladen und gespielt werden. Ansonsten hat das Spiel jedoch wenig mit den beiden Shootern gemein. Im Gegenteil: Wer in der Rolle des Grenzsoldaten zur Waffe greift und tötet, bekommt über eine „Human Rights Index“ genannte Funktion einen Punkteabzug und schadet dem Ansehen seines Landes in der internationalen Gemeinschaft. Stattdessen stehen Optionen wie Bestechung oder Verhaften zur Verfügung - beide dürften in der Realität ebenfalls täglich angewandt werden. Zuletzt liefert Frontiers zahlreiche Informationen über die Charaktere in Dialog-Form. Hier erzählen andere Figuren beispielsweise von ihrem Schicksal, bieten dem Spieler Hilfe an oder gehen gegen ihn vor. Ereignisse, die so auch in der Realität stattfinden könnten. Und dazu beitragen, dass Frontiers eben nicht nur als forderndes Spiel funktioniert, sondern auch einen nachdenklichen Menschen vor dem Bildschirm hinterlässt.

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