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Länderchefs ordnen Online-Jugendschutz neu

25.03.2010, 16:57 Uhr

Staatskanzleien wollen Kontrolle behalten

Die Familienministerien hätten sich deshalb gewünscht, dass die USK künftig auch für die Bewertung von Onlinespielen zuständig ist - doch das gefiel den Staatskanzleien nicht. Dort möchte man sich für die Zukunft den Zugriff auf die Regulierung des Internets in Sachen Jugendschutz bewahren. An die Stelle der Landesjugendbehörden soll für Onlinespiele deshalb die Kommission für Jugendmedienschutz treten. Die steht den Staatskanzleien institutionell wie traditionell nahe. Martin Lorber, Sprecher und Jugendschutzbeauftragter des Branchenriesen Electronic Arts, ist der Meinung: "Hier wird der Jugendschutz auf dem Altar des Föderalismus geopfert, weil sich die Jugendministerien gegenüber den Staatskanzleien nicht haben durchsetzen können."

Das Geschäft mit Alterskennzeichen

Der neue JMStV sieht nun vor, dass sich die Anbieter freiwillig und selbständig Alterseinstufungen besorgen - ohne, dass dafür eine konkrete Einrichtung benannt wurde. Die Branche befürchtet nun eine Inflation der Kennzeichnungen: Olaf Wolters vom Branchenverband BIU etwa sieht die Möglichkeit, dass daraus jetzt "ein Geschäftsmodell gemacht wird, Alterskennzeichen als Dienstleistung". Er halte es für realistisch, dass es künftig "mindestens zwei, vielleicht auch mehr" Bewertungssysteme für Spiele geben werde.

Hintertür für Offline-Spiele

Ein Hintertürchen allerdings enthält der Vertrag: Wenn ein Spiel bereits auf einem Datenträger vorliegt und in dieser Form von der USK eingestuft wurde, soll diese Einstufung für die Online-Version übernommen werden, wenn die keine gravierenden Änderungen beinhaltet. Einer, der sich aus politischer Sicht mit dem Thema befasst, aber nicht namentlich zitiert werden will, sagt: "Wahrscheinlich gibt es in Zukunft von jedem Spiel zumindest eine DVD, die dann erst mal von der USK eingestuft werden kann, dann muss die KJM das übernehmen."

Am Ende kein Nutzen?

Wolf-Dieter Ring, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz, kann als vorläufiger Gewinner der Auseinandersetzung betrachtet werden. Seine KJM wird durch den neuen Vertrag gestärkt, schließlich soll sie das letzte Wort haben, was die Bewertung von Onlinespielen - und anderen Inhalten - angeht. Ring selbst sieht die Branche in der Pflicht, die Kennzeichnung kohärent zu organisieren, schließlich handele es sich um ein freiwilliges System - Onlinespiele kennzeichnen muss derzeit niemand, auch nicht nach dem neuen JMStv. Und, so Ring: "Wenn es so verwirrend wird, dass es gar nichts bringt, macht man am Ende vielleicht gar nichts."

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