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Ärger um neue Firmware: Sony in den USA verklagt

29.04.2010, 00:00 Uhr | vb/jr

 Ärger um neue Firmware: Sony in den USA verklagt. Datenübertragung per Internet (Bild: dpa)

Mit dem Firmware-Update 3.21 hat Sony bekannterweise die "Other OS"-Funktion von der PS3 entfernt, die es ermöglichte, ein Linux-Betriebssystem auf der Spielkonsole zusätzlich zu installieren. Als Grund wurden Sicherheitsaspekte angeführt - Raubkopierern sollte ihr Geschäft weiter erschwert werden. Kurz zuvor hatte der Hacker George Hotz den "Supervisor"-Schutz, der direkte Zugriffe via Linux auf die auf die Konsolen-Hardware verhindert, geknackt. Trotz Protesten der Nutzer hält der japanische Konzern am System-Update fest. In Großbritannien hat der Ärger nun eine besonders skurrile Form angenommen: Hier beklagte sich ein PS3-Käufer beim Online-Händler Amazon - und bekam einen Teil des Kaufpreises zurück.

Massenbeschwerden befürchtet

Interessant ist der rechtliche Hintergrund: Laut der EU-Direktive 1999/44/EC muss ein Produkt den Angaben, die der Händler zum Zeitpunkt des Kaufes macht, vollständig entsprechen. Der Kunde wägt ab, ob die zugesicherten Eigenschaften seinen Anforderungen genügen, und trifft auf dieser Basis seine Kaufentscheidung. Eine spätere Minderung der zugesicherten Eigenschaften schließt die Direktive für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren aus, um die Position des Käufers nicht nachträglich zu verschlechtern. Im Falle der bei Amazon UK gekauften Playstation 3 beschwerte sich der Käufer nun, dass nach dem empfohlenen Aufspielen des Firmware-Updates die "Other OS"-Funktion nicht mehr enthalten sei. Amazon UK erkannte dies als Mangel an und erstattete dem Käufer rund 20 Prozent des Warenwertes - etwas mehr als 71 Pfund - plus Steuern zurück. Allerdings weisen IT-Rechtsexperten darauf hin, dass angesichts der komplizierten juristischen Situation - Sony räumt sich in den Nutzungsbedingen von PS3 und Playstation Network das Recht zum Aufspielen von System-Updates ein - die Reaktion von Amazon UK wohl auf Kulanzbasis erfolgte. Trotzdem könnte einiges an Ärger auf Sony zukommen, falls sich derartige Beschwerden häufen und die Zwischenhändler dann versuchen, den Hersteller selbst in Regress zu nehmen. Sony hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Update: Mittlerweile sieht sich Sony in den USA einer Sammelklage wegen der Linux-Aussperrung gegenüber. Der Kläger Anthony Ventura erklärte, die Option, ein Linux-System auf die PS3 aufzuspielen, sei für ihn kaufentscheidend gewesen. Mit der Entfernung der Funktion habe Sony gegen geltendes Recht verstoßen. Der Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Sony, der es erlaube, Funktionen und Dienste der PS3 jederzeit abzuändern, sei illegal. Käufer hätten keine Möglichkeit gehabt, darüber zu verhandeln, sondern seien gezwungen, die Klauseln abzunicken, um die Konsole nutzen zu können. Den Streitwert für sich und seine Mitstreiter bezifferte Ventura auf mehr als fünf Millionen US-Dollar.

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