Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Interview mit Nintendo-Mastermind Shigerun Miyamoto

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Interview mit Nintendos Spiele-Guru Shigeru Miyamoto über Wii, 3-D-Spiel und Spielehelden  

"Wir denken über den Wii-Nachfolger nach"

14.07.2010, 14:19 Uhr | Carsten Görig / jr, Spiegel Online

Interview mit Nintendo-Mastermind Shigerun Miyamoto . Interview mit Nintendos Entwickler-Legende Shigeru Miyamoto (Bild: Nintendo / Montage: www.t-online.de) (Quelle: Nintendo)

Interview mit Nintendos Entwickler-Legende Shigeru Miyamoto (Bild: Nintendo / Montage: www.t-online.de) (Quelle: Nintendo)

Shigeru Miyamoto ist der Vater von Super Mario, Prinzessin Zelda und dem Game-Gorilla Donkey Kong. Für Nintendo entwickelt er seit 30 Jahren Spiele. Mit "Spiegel Online" sprach die Legende über einen Nachfolger für die Wii-Konsole, über 3-D-Spiele - und die Liebe zu seinen Geschöpfen.

Nintendo hat die Branche mit der 3-D-Mobilkonsole 3DS überrascht. Aber sind 3-D-Spiele für unterwegs mehr als ein Gimmick?

Shigeru Miyamoto: Wir verfolgen die Entwicklung in Sachen 3-D bei Nintendo schon seit über 20 Jahren. Jetzt können wir erstmals eine 3-D-Konsole herstellen, für die man keine Spezialbrille braucht. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie man das in Spielen sinnvoll nutzen kann. Ein 3-D-Spiel wie "Super Mario 64" zum Beispiel: Wenn das auf einem normalen Bildschirm läuft, haben viele Spieler Schwierigkeiten, den richtigen Punkt zum Abspringen zu finden, um auf den nächsten Klotz zu hüpfen. Mit einem 3-D-Bild, mit Tiefeneindruck, wird das viel einfacher.

Analysten zufolge verkauft sich die Wii-Konsole nicht mehr ganz so gut, auch weil sie keine HD-Bilder produziert. Bislang war Bewegungssteuerung ihr Haupt-Unterscheidungsmerkmal gegenüber den grafikmächtigeren Konsolen von Sony und Microsoft, jetzt haben beide Konkurrenten auch Bewegungssteuerungs-Systeme im Programm. Wird es nicht Zeit, über einen Wii-Nachfolger nachzudenken?

Miyamoto: Viele Menschen haben immer noch viel Spaß mit der Wii, es kommen immer noch viele gute Spiele dafür heraus. Aber wir denken schon seit der Markteinführung der Konsole über einen Nachfolger nach. Wir beobachten den Markt sehr genau. Wenn die Zeit kommt, werden wir einen Nachfolger ankündigen. Aber das wird nicht sehr bald sein.

Wird das dann eine 3-D-Wii?

Miyamoto: Ich glaube nicht, dass das unser nächster Schritt sein wird. Wii ist ja unter anderem deshalb so erfolgreich, weil viele Leute noch keine HDTV-Geräte haben und es zu schätzen wissen, was die Wii bietet. Der Nintendo 3DS ist möglich, weil er eine tragbare Konsole ist und 3D darauf ohne Brille funktioniert. Fürs Wohnzimmer bräuchte man einen 3-D-Fernseher und es wird noch dauern, bevor genügend Haushalte 3-D-TVs haben, dass das für das Thema Gaming ins Gewicht fällt.

Befriedigt es Sie, dass die Konkurrenz Ihnen nun in Sachen Bewegungssteuerung hinterherläuft

Miyamoto: Von Befriedigung würde ich nicht reden. Ich denke eher: "Seht Ihr, ich wusste, das gefällt Euch." Ich bin immer gespannt, wie die Menschen auf Spiele reagieren werden. Deshalb freue ich mich darauf, sie das neue "Zelda" spielen zu sehen, weil wir die Steuerung stark überarbeitet haben.

Mit diesem "Zelda"-Titel gehen Sie noch weiter in Richtung Bewegungssteuerung. Die meisten Aktionen werden nicht mehr durch Tastendrücke ausgelöst, sondern durch Gesten. Glauben Sie nicht, dass viele Spieler trotz allem lieber auf dem Sofa sitzen und nicht stehen wollen, besonders bei einem langen Spiel wie "Zelda"?

Miyamoto: Man kann "Zelda" auch im Sitzen spielen. Niemand wird gezwungen, zu stehen. Wenn ich bei der Arbeit spiele, dann in der Regel in meinem Bürostuhl. Aber wenn Sie aufstehen, werden Sie eine völlig andere Spielerfahrung erleben, stärker in die Spielwelt eintauchen. Sie werden sich fühlen, als ob sie wirklich einen Schild und ein Schwert in den Händen halten. Sein Schwert gen Himmel zu richten ist im Spiel eine sehr wichtige Aktion.

Mario taucht jetzt seit 30 Jahren in Spielen auf, Link aus "Zelda" ist auch schon ganz schön alt, und viele andere Spiele, die sie bei der E3 in Los Angeles präsentiert haben, basieren auch auf alten Spielfiguren. Ist es nicht Zeit für ein paar neue?

Miyamoto: Wir denken immer über neue Figuren nach und wir haben auch viele entwickelt. Pikmin zum Beispiel, oder die Miis auf der Wii. Das sind zwar von den Spielern gestaltete Avatare, aber sie sind deutlich als Nintendo-Charaktere zu erkennen, und wir nutzen sie in Titeln wie "Wii Party". Was Mario angeht: Er ist deshalb toll, weil er wie eine leere Leinwand ist. Mancher vergleicht ihn mit Micky Maus, aber das passt nicht. Micky ist ein voll definierter Charakter, Mario nicht. Wir wissen nicht, was er gern isst, was seine Lieblingsfarbe ist. Für Spiele ist das toll, weil er einfach alles tun kann. Ohne Raumanzug durchs Weltall fliegen, jede beliebe Sportart ausüben. Behalten werden wir ihn auch, weil man sehr einfach neue Spiele mit ihm gestalten kann.

Viele der alten Nintendo-Figuren haben Sie persönlich erfunden, heute tauchen sie in Spielen auf, die in Studios in aller Welt entstehen. Wie fühlen Sie sich, wenn ihre Schöpfungen von anderen übernommen werden?

Miyamoto: Ein bisschen, als ob die eigenen Kinder das Haus verlassen. Aber ich weiß ja, bei wem sie einziehen, und glauben Sie mir: Ich sehe mir sehr genau an, was sie machen. Sie wissen, dass ich immer für sie da bin.

Bei der E3 2009 haben sie einen "Vitality Sensor" präsentiert, der die Pulsfrequenz und anderes messen sollte. Seitdem hat man nichts mehr davon gehört ...

Miyamoto: Der Vitality Sensor ist noch in der Entwicklung. Die E3 ist nicht der richtige Ort dafür, es braucht Ruhe und Frieden, damit man versteht, worum es dabei geht. Aber wir werden mehr von dem Sensor zeigen, wenn es soweit ist.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal