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Gamescom 2010: Die Spiele-Branche steckt im Umbruch

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Gamescom 2010: Die Spiele-Branche steckt im Umbruch

12.08.2010, 12:57 Uhr | Christof Kerkmann / ams, dpa

Gamescom 2010: Die Spiele-Branche steckt im Umbruch. Besucher auf der Gamescom 2009 (Bild: dpa)

Besucher auf der Gamescom 2009 (Bild: dpa)

Die Spielemesse Gamescom, die vom 19. bis 22. August 2010 in Köln stattfindet, gibt nicht nur Einblicke in zahlreiche neuen Games, sondern bietet zugleich einen Ausblick darauf, in welche Richtung sich die gesamte Computerspiel-Branche bewegt. Die machte in letzter Zeit einige Schlagzeilen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Millionen Facebook-Nutzer pflegen bei "Farmville" ihren Bauernhof, der deutsche Hersteller Bigpoint expandiert in die USA und der Unterhaltungs-Dinosaurier Disney steckt mehr als eine halbe Milliarde Dollar in ein Onlinespiele-Startup namens Playdom. Einerseits. Anderseits schafft es Branchengröße Electronic Arts mit Mühe und Not in die schwarzen Zahlen, machen reihenweise Entwicklungsstudios dicht.

Der Boom ist zu Ende

Im Vorfeld der Gamescom wird deutlich: Die Industrie steckt im Umbruch. "Die Branche spaltet sich", sagt Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn. Klassische Spiele für die Konsole oder den PC, verkauft in einem Pappkarton, werden bis auf weiteres die Säule der Industrie bleiben. Doch die sagenhaften Wachstumsraten, mit denen die Hersteller andere Medienzweige neidisch machten, sind vorbei. Zuwächse versprechen neue Geschäftsmodelle, vor allem Online- und Handy-Spiele.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise 

2009 schrumpfte der Branchenumsatz in Deutschland erstmals seit sieben Jahren: Nach einer Analyse des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PwC) ging er auf 1,8 Milliarden Euro zurück, ein Minus von 2,4 Prozent. Fürs laufende Jahr erwartet PwC ein Mini-Plus auf 1,81 Milliarden Euro, für 2011 einen Zuwachs um 1,5 Prozent, wie aus dem "Entertainment and Media Outlook" hervorgeht. "In der Wirtschaftskrise haben sich die Konsumenten mit Ausgaben zurückgehalten", sagt PwC-Analyst Alessandro Pagella. "Gleichzeitig haben die Hersteller weniger Spiele veröffentlicht." In schlechten Zeiten seien Produktionen schwieriger zu finanzieren. Darunter litten die Hersteller klassischer Spiele: Laut PwC schrumpfte der Umsatz mit Konsolen-Titeln um 2,2 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro.

Innovation als Umsatzbringer 

Das Konsolengeschäft sollen neue Technologien beflügeln: Microsoft bringt mit Kinect eine Bewegungssteuerung für die Xbox 360 heraus, Sony mit Move ein ähnliches Gerät für die PS3. Gespielt wird nicht sitzend auf der Couch, sondern mit dem Körper, wie es bei der erfolgreichen Konkurrenz-Konsole von Nintendo der Fall ist. "Mit der Bewegungssteuerung sprechen die Hersteller nicht nur typische Spieler an, sondern erschließen neue Zielgruppen. Dann macht die Mama mal Yoga", sagt Pagella. Das steigert den Absatz und stabilisiert die Preise der mittlerweile nicht mehr taufrischen Geräte.

Viele Spiele, wenig Zeit 

Gute Aussichten hat außerdem alles, was sich für zwischendurch eignet - Handy-Spiele und kostenlose Online-Spiele wie Farmville etwa. "Die Kinder der 80er Jahre werden werden jetzt selbst Eltern", sagt Spieleexperte Müller-Lietkow. "Spielen ist für sie etwas Normales, aber sie haben weniger Zeit. Deswegen muss es kurz und schmerzlos gehen." US-Anbieter wie Zynga und Playdom, aber auch die deutschen Unternehmen Bigpoint und Gameforge profitieren davon. Das wirkt sich allerdings auf das Preisgefüge aus. Während klassische Spiele gut und gerne 40 bis 60 Euro kosten, sind zahlreiche Online-Titel kostenlos, sieht man vom Klassiker World of Warcraft ab. Zahlen müssen Nutzer nur für Extras - ein besseres Schwert, ein schnelleres Raumschiff oder zusätzliches Benzin für die Erntemaschine.

Spieleindustrie macht ernst

Auf der Gamescom spielen "Serious Games" noch keine große Rolle, Müller-Lietkow traut den Spielen, die einen Lerninhalt oder eine Botschaft vermitteln sollen, eine große Zukunft zu: "Spiele werden künftig andere gesellschaftliche Funktionen haben als heute." Der in Deutschland rund 15 000 Köpfe starken Branche rät er daher: "Jetzt investieren."

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