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"Wir müssen uns an verschiedene Zielgruppen richten"

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"Wir müssen uns an verschiedene Zielgruppen richten"

14.10.2010, 11:19 Uhr | Volker Bonacker

. Andrew House (Bild: www.t-online.de)

Andrew House (Bild: www.t-online.de)

Kommen wir nochmals auf den Preis zurück. Die PS3 erlebte einen Verkaufs-Schub, als Sie 2009 die Slim-Version der Konsole einführten und gleichzeitig den Preis gesenkt haben. Was planen Sie hier in der Zukunft?

Ich glaube nicht, dass wir radikale Preissenkungen brauchen, denn derzeit bekommen die Kunden für den bekannten Preis mehr als zuvor. Wir haben neue und bessere Hardware eingebaut, während der Preis konstant geblieben ist. Und die Verkaufszahlen zeigen uns, dass hier keine Änderungen nötig sind. Was wir dagegen nicht vergessen sollten bei der Debatte um Hardware-Verkaufszahlen, sind die Verkäufe der Software. Deutschland ist hier ein gutes Beispiel, denn hier verkaufen wir 50 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor, wenn man unsere Games und jene der Dritthersteller vergleicht. Das zeigt uns ebenso, dass wir ein gutes Geschäft machen. Die Konsumenten merken, dass sie bei uns gute Spiele bekommen. Die Software-Komponente und das Line-Up an Games sind für uns sehr wichtig geworden.

Was die Spiele selbst betrifft: Bei immer mehr Titeln muss man für Online-Matches extra zahlen, wenn man sie gebraucht erwirbt - viele davon auch auf PS3. Wie sehen Sie diesen Weg, den Publisher vielfach beschreiten?

Drehen wir das doch einmal um: Die Message ist, dass man ein Spiel kauft und damit hoffentlich einen entsprechenden Gegenwert erhält. Wer jedoch zusätzliche Inhalte will, hat einen Preis zu bezahlen. Kritisch sehe ich allerdings, dass man auch etwas Vernünftiges abliefern muss. Wir unterstützen die Publisher hier generell und teilen ihre Bedenken auch, was den Gebrauchtspielemarkt betrifft. Denn während wir uns momentan darauf fokussieren, Spiele zu verkaufen, so haben wir nicht darüber nachgedacht, was mit dem Markt für gebrauchte Games geschieht.

In den letzten Wochen hatten Sie zum ersten Mal seit dem Verkaufsstart mit gehackten Konsolen und Raubkopien zu kämpfen. Wir begegnen Sie dem und was planen sie dagegen?

Das ist keine Frage der Planung, wir haben bereits entsprechende Schritte eingeleitet, um die Sicherheitsprobleme zu beseitigen. Das haben wir wie ich finde recht schnell hinbekommen und es freut mich, dass die Gerichte weltweit uns dabei unterstützt haben und unsere Position teilen. Das hat uns Zeit verschafft. Entsprechend werden wir weitermachen.

Die PS3 ist im Laufe der Jahre immer stärker mit Exklusivtiteln versorgt worden, etwa "Uncharted", "Heavy Rain" oder demnächst "Gran Turismo 5". Würden Sie hier gerne mehr Software sehen, die es nur auf ihrer Konsole gibt?

Zu Zeiten der PS2 haben Exklusivtitel die Verkäufe in der Tat vorangetrieben. Das hat sich in den letzten Jahren allerdings geändert. Was wir getan haben, ist, unsere First-Party-Titel voranzutreiben und hier Neues zu schaffen. Und ich denke, dass die Käufer eher nach dieser Innovation schauen denn nach Exklusivtiteln, die sie nur auf einer Plattform bekommen. Interessanterweise stammen alle Spiele, die sie genannt haben, aus unseren eigenen Studios. Wir sind hier in einer sehr privilegierten Stellung, denn unsere eigenen Teams entwickeln ein sehr diversifiziertes Portfolio, das aus vielen Genres besteht. Das erlaubt es uns, Risiken einzugehen, was wir beispielsweise mit "Heavy Rain" gemacht haben, das wir als völlig neue Marke eingeführt haben. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die wir im Fortschreiten der PS3 beobachten konnten.

Sie haben im Oktober 2009 die PSP Go veröffentlicht, auf der Spiele nur noch als Download erhältlich sind. Bislang ist das Modell in Europa nicht sehr erfolgreich gewesen. Denken Sie, dass Spieler auch künftig nicht auf ein Produkt verzichten werden, das sie in Händen halten können?

Was wir mittlerweile verstanden haben, ist eine richtige Balance zwischen materiellen Datenträgern und Download-Inhalten. Man muss die PSP Go richtig einordnen, denn wir haben nie gesagt, dass sie die PSP 3000 ersetzen soll. Wir haben sie als Alternativprodukt platziert und was unsere Erwartungen betrifft, waren die Verkäufe vernünftig. Am wichtigsten war jedoch, dass wir als Hersteller sehr viel gelernt haben darüber, wie Konsumenten ihre Inhalte konsumieren wollen. Um ehrlich zu sein: Wir haben auch viel darüber gelernt, welchen Wert Spieler auf ihre Sammlung an haptischen Datenträgern legen.

Welche Auswirkungen sehen Sie hier für den künftigen Verkauf von Spielen? Nehmen wir einmal an, Sie würden "Gran Turismo 5", das demnächst erscheint, für 50 Euro in den Handel bringen und für 40 Euro als Download anbieten.

Das ist ein guter Punkt und ich denke, die Industrie muss hier noch besser verstehen, welchen Preis man für welche Art von Produkt verlangt. Die Konsumenten werden hier der wichtigste Leitfaden sein, denn sie lassen uns wissen, was sie über einen korrekten Preis denken. Das ist etwas, das wir in jedem Fall sorgfältig beobachten müssen.

Sie bieten seit kurzem zusätzlich Spiele in stereoskopischer 3D-Grafik an. Nun ist das Thema nicht neu, sondern in den letzten Jahren immer wieder aufgetaucht. Wieso glauben Sie, dass es sich dieses Mal durchsetzen kann?

Was die Geschichte betrifft, kann ich natürlich wenig sagen, aber sicher ist, dass das Thema mit dem enormen Erfolg von "Avatar" wieder sehr interessant geworden ist. Die großen Filmstudios haben 3D weit oben auf ihre Agenda gesetzt und persönlich erachte ich den Sprung in 3D für eine der größten Veränderungen in der Spiele-Technologie, vergleichbar mit dem Sprung von Standard- auf High-Definition. Was das allerdings verlangt, ist Content und hier spielen Games eine Rolle. Denn interaktive 3D-Medien verlangen mehr vom Konsumenten als beispielsweise eine Sport-Übertragung in 3D. Ich denke, dass Sony auf diesem Gebiet eine Pionier-Rolle einnehmen muss. Wir arbeiten derzeit nicht nur daran, wie man 3D-Spiele macht, sondern wie man sie gut macht. Das ist nichts, das über Nacht geschehen wird, sondern eine auf lange Sicht angelegte Entwicklung. Aber – und das ist ebenso wichtig – es ist ein weiterer Punkt, in dem sich die PS3 von ihren Konkurrenten unterscheidet.

3D-Gaming, Bewegungssteuerung, Download-Inhalte. Was planen Sie mit PS3 und PSP im kommenden Jahr?

Ein Manager sollte eigentlich kein Futurist sein, daher will ich keine großen Vorhersagen machen. Wir werden mit der PSP versuchen, jüngere Zielgruppen anzusprechen, wie wir es in den letzten Monaten des PS2-Lebenszyklus getan haben. Auf der PS3 werden wir Move mit den besten Games versorgen, die es plattformübergreifend gibt. Ich denke, wir werden vor allem eine große Bewegung von Drittherstellern hin zu unserer Bewegungssteuerung erleben.

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