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Sauber bleiben: Der Deutsche Computerspielpreis und die Gewaltfrage

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Sauber bleiben: Der Computerspielpreis und die Gewaltfrage

25.02.2011, 15:54 Uhr | vb / jr

Sauber bleiben: Der Deutsche Computerspielpreis und die Gewaltfrage. Uncharted 2 (Bild: Sony)

Uncharted 2 (Bild: Sony)

Kann ein Spiel, das Gewalt enthält, einen Förderpreis erhalten, der von Politik und Industrie verliehen wird? Offenbar nein, wie eine Neuausrichtung in einer Kategorie des Deutschen Computerspielpreises zeigt. Denn für die diesjährige Preisverleihung haben die Ausrichter nach heftigen Diskussionen in der Vergangenheit die Kategorie "Bestes internationales Spiel" kurzerhand neu zugewiesen, um Ärger wie im Vorjahr zu vermeiden. Der Trick: Die Veranstalter des Deutschen Computerspielpreises haben sich mit denen des Lara-Award zusammengetan, um die Preise auf einer gemeinsamen Veranstaltung, die am 30. März 2011 im Haus der Kunst in München stattfinden soll, zu vergeben.

Kurzerhand nachnominiert

Der Hintergrund des Ganzen: 2010 waren beim Deutschen Computerspielpreis, mit dem "kulturell und pädagogisch wertvolle" Titel gefördert werden sollen, in der Kategorie "Bestes Internationales Spiel" nur Spiele nominiert, die zwar über ein internationales Renommee verfügten, von der USK aber erst "Ab 16 Jahren" beziehungsweise "Ab 18 Jahren" freigegeben waren, wie beispielsweise das Action-Adventure Uncharted 2 oder das Rollenspiel "Dragon Age: Origins". Dieser Umstand war der 35-köpfigen Jury offenbar zu heikel, weshalb man in aller Eile das Strategiespiel Anno 1404 nachnominierte und auszeichnete - entsprechende Negativpresse inklusive.

Neues Spiel, neues Glück

Um ein derartiges Debakel schon im Vorfeld zu vermeiden, wird in diesem Jahr die Kategorie "Bestes Internationales Spiel" von "Lara - Der Deutsche Games Award" abgedeckt. Der Award wird im Gegensatz zum Deutschen Computerspielpreis, der von den Branchenverbänden Bitkom, BIU, BVDW und G.A.M.E. gemeinsam mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann vergeben wird und mit insgesamt 600.000 Euro dotiert ist, vom privaten Gruner + Jahr Verlag verliehen. Offiziell erfolgt die Zusammenarbeit, um eine bessere öffentliche Wahrnehmung der beiden Preisverleihungen zu erzielen. Ob man sich Grundsatzdebatten um Gewalt-Inhalte durch den Wechsel zu einem privaten Stifter erspart, muss sich erst noch erweisen.

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