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"Dirt 3": Die neue Rallye-Referenz fährt vor

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Die neue Rallye-Referenz fährt vor

11.04.2011, 11:20 Uhr | Volker Bonacker / jr

"Dirt 3": Die neue Rallye-Referenz fährt vor. Dirt 3 (Quelle: Codemasters)

Dirt 3 (Quelle: Codemasters)

Größer, schöner, actionreicher: Die Superlative, mit denen Codemasters den Rallye-Racer "Dirt 3" im letzten Jahr angekündigt hat, waren vollmundig. Nun rückt der Release Ende Mai näher und wir hatten die Gelegenheit, einige Runden mit dem Spiel zu drehen. Während vor der "Battersea Power Station" in London der Rallye-Fahrer und "DC Shoes"-Gründer Ken Block sein neuestes Gymkhana-Video drehte, hat Codemasters abseits des Rennzirkus nicht nur das Spiel, sondern auch neue Modi und Features präsentiert. Und damit schnell klar gemacht, dass man auch mit Dirt 3, das für PC, Xbox 360 und PS3 erscheint, den Rallye-Thron behalten will.

Die Brücke zum Arcade-Racer

Dabei scheint zunächst vieles beim Alten geblieben zu sein: Die leicht verbesserte Grafik ist ebenso eindrucksvoll wie im Vorgängerspiel "Dirt 2", die Autos sind extrem detailreich modelliert und das Gameplay flüssig. Kurz: Wer den Vorgänger gespielt hat, findet sich hier binnen Sekunden zurecht. Dabei fangen die Veränderungen bereits im Spielmenü an: Der Mehrspieler-Modus ist kräftig aufgebohrt worden, gleiches gilt für die Solo-Kampagne. Und ganz neu hinzugekommen ist der "Gymkhana"-Modus. Wohin die Reise geht, ist damit klar: Codemasters will nicht nur ein packendes Rallye-Erlebnis für Solo-Piloten abliefern, sondern auch einen umfangreichen Multiplayer-Teil schaffen. Und mit dem äußerst spektakulären Gymkhana-Part zuletzt auch die Brücke zum Genre der Arcade-Racer schlagen.

Driften, springen, schleudern

Man wählt das Auto und die Strecke aus und legt los. Doch statt Rennen zu fahren, stehen hier Tricks im Vordergrund: Donuts um Laternen drehen, unter LKW hindurch rutschen, waghalsige Sprünge absolvieren und Drifts packen, die abseits der virtuellen Rennstecke vermutlich kaum einer wagen würde. Meister am Lenkrad wie Ken Block natürlich ausgenommen, den Codemasters für die Promotion des neuen Modus wieder an Bord geholt hat. Folgerichtig lobt der Rennfahrer am Titel vor allem dessen hohen Realitätsgrad, selbst bei den irrsinnig wirkenden Gymkhana-Fahrten. Dass diese auch abseits des Bildschirms möglich sind, hat Block in verschiedenen Youtube-Videos immer wieder mit Erfolg gezeigt. Auf die Gymkhana-Piloten in Dirt 3 warten insgesamt 80 Missionen, die während der Fahrten erledigt werden müssen. Zu den Aufgaben gehört es, versteckte Pakete zu finden, eine gewisse Anzahl an Drifts zu absolvieren oder nach einem Sprung auf allen vier Räden zu laden. Kleinere Sachen also, die es aber in sich haben und insgesamt einen sehr kurzweiligen, neuen Spielmodus abgeben. Damit sich dabei keiner überfordert fühlt, hat man die "Academy" erfunden. Hier erklärt der Profi Block den Anfängern alles Wichtige.

Optisch neue Standards

Wer das klassische Rallye-Erlebnis sucht, wird selbstverständlich auch bedient. Hier haben die Entwickler an Details gefeilt. Rallye-Boliden aus fünf Dekaden stehen zur Wahl, vom Audi-Klassiker bis zum hochgezüchteten Ford Fiesta ist alles dabei. Einen Tuning-Modus gibt es nicht, dafür kann man aus verschiedenen Fahrzeug-Konfigurationen auswählen. Ist die Wahl des Automobils geklärt, geht es an die Rennen. Hier liefern die Macher genau das nach, was in Teil zwei gefehlt hat: Rennen bei Schnee, Regen, Tag und Nacht sind nun dabei. Und damit auch Partien über vereiste Pisten, etwa in Finnland. Untermalt wird das ganze wieder von einem wuchtigen Sound aus Rock-, Elektro- und Bigbeat-Klängen. Die Strecken selbst sehen nicht nur sehr gut aus, sondern lassen sich auch genau so befahren. Driftet man beim Rennen in Marokko in die Kurve und zieht eine entsprechende Staubwolke hinter sich her, dann fällt die Liebe zum Detail auf, mit der die Entwickler zu Werke gegangen sind. Der Dreck bleibt am Wagen kleben, die Spuren der Vorausfahrenden sind noch klar auf dem Boden zu erkennen. Das Schönste: Die Runden laufen absolut flüssig und ohne störende Ruckeleien ab. Was Dirt 3 in Sachen Grafik und Schadensmodell leistet, zeigt der Konkurrenz, wo es langgeht.

Auswählen, editieren, hochladen

Die Gegner-KI zeichnet sich durch einen ordentlichen Schuss Aggressivität aus. Die Kontrahenten schenken dem Spieler nichts, greifen immer wieder an und kämpfen um ihre Position. Am intensivsten bekommt das mit, wer Dirt 3 aus der Cockpit-Perspektive spielt oder - besser noch - ein Lenkrad zum Steuern verwendet. Das Spiel schlägt zwischen den Polen Arcade-Racer und beinharte Simulation einen vernünftigen Mittelweg ein. Das mag die Gran Turismo- und Forza Motorsport-Gemeinde zunächst ebenso verunsichern wie Rennspielfans, die Arcade-Racer vom Schlage eines Need for Speed bevorzugen, ist aber kein Grund zur Sorge. Denn die Steuerung gibt sich fair, und wer will, schaltet Hilfen wie eine Ideallinie einfach zu. Geht's dennoch mal in den Graben, wird die Zeit per Rückspulfunktion zurückgedreht. Und am Ende jeder Partie wartet dann die Wiederholung im Video. Neu ist der Editor, der ein Hochladen der Clips erlaubt. Das Tool ist dabei denkbar simpel zu bedienen, obwohl es mächtige Funktionen bietet. Man wählt man eine Partie aus, setzt Schnittmarken, bastelt sein Video anschließend etwa aus verschiedenen Perspektiven zusammen und lädt das Ganze dann mit einem Klick auf Youtube hoch. 30 Sekunden lang dürfen die Clips sein, die Auflösung ist mit 480 Pixeln allerdings unterhalb von High Definition angesiedelt.

Auf der Jagd nach dem Zombie

Auch bei den Mehrspieler-Matches hat sich einiges getan. Ein Splitscreen-Modus ist neu dazugekommen, und System-Link-Partien werden unterstützt. Ebenso ist es nun möglich, gegen Gegner aus aller Welt via Xbox Live oder PSN anzutreten. Mit dem "Party-Mode" haben die Entwickler einen neuen Spaßgaranten am Start, der für viel Kurzweil sorgt. Drei verschiedene Modi stehen hier zur Wahl: In "Invasion" geht es darum, so viele Roboter wie möglich umzufahren. "Transporter" dagegen setzt auf das aus Ego-Shootern bekannte "Capture the Flag"-Prinzip: Ein Fahrer nimmt die Flagge auf und muss sie ins eigene Lager bringen, während die Gegner versuchen, ihm den wertvollen Gegenstand abzunehmen. Bleibt mit "Outbreak" der unterhaltsamste Modus. Hier wird ein zufällig ausgewählter Fahrer zum "Zombie", inklusive grün eingefärbtem Bildschirm. Der Infizierte hat nun die Aufgabe, andere Fahrer anzustecken, in dem er ihre Boliden touchiert. So wird aus einem Infizierten binnen kurzer Zeit ein ganzer Trupp untoter Fahrer. Wer die Runde als letzter nicht Infizierter überlebt, gewinnt - ein herrlicher Spaß!

Was wir mögen

Codemasters bessert im Detail nach und bietet andererseits eine Menge Neues. Features wie der Video-Editor mit Youtube-Anbindung sowie Rennen bei Regen, Schnee und auf Eis, die man im zweiten Teil noch vermisst hat, sind nun dabei. Und mit dem neuen Mehrspieler-Modus sowie den arcade-lastigen Gymkhana-Partien sorgt man für Langezeit-Motivation. Der Umfang von Dirt 3 ist gigantisch und dürfte selbst eingefleischte Rennspiel-Fans für Monate zufriedenstellen.

Was wir nicht mögen

Noch waren nicht alle Strecken spielbar. Ob hier Abwechslung vorherrscht oder nur wenige, dafür extrem liebevoll gemachte Tracks geboten werden, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt also nicht gesagt werden.

Fazit

Codemasters hat Großes angekündigt - und hält offenbar Wort. Dirt 3 ist optisch wie spielerisch auf dem besten Weg, der neue Referenztitel unter den Rallye-Racern zu werden und damit Dirt 2 abzulösen. Der Umfang des Spiels steht außer Konkurrenz, der Sound ist abermals klasse, und die Mehrspieler-Features sind ebenso durchdacht wie auch spaßig. Rallye-Fans, ganz egal ob Single- oder Multiplayer-begeistert, steht in ein heißer, staubiger und vor allem actionreicher Sommer bevor!

Infos zum Spiel

  • Titel: Dirt 3
  • Genre: Rennspiel
  • Publisher: Codemasters
  • Hersteller: Codemasters
  • Release: 24. Mai 2011
  • Preis: zirka 50 Euro
  • System: PC, Xbox 360, PS3
  • USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
  • Einschätzung: Sehr gut

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