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HD-Remakes von Spiele-Klassikern: Fluch oder Segen?

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HD-Remakes von Spielen: Fluch oder Segen?

21.04.2011, 12:47 Uhr | Medienagentur plassma (vb / jr), Medienagentur plassma

HD-Remakes von Spiele-Klassikern: Fluch oder Segen?. The Legend of Zelda: Ocarina of Time (Quelle: Nintendo)

The Legend of Zelda: Ocarina of Time (Quelle: Nintendo)

Für Umweltschützer hat Recycling eine hohe Priorität. Die Produktionskosten werden durch die Wiederverwertung von Rohstoffen gesenkt, und im gleichen Atemzug trägt das Verfahren zur Entlastung der natürlichen Ressourcen bei. Ähnlich verhält es sich bei den boomenden Remakes von Spiele-Klassikern: Entwickler graben in die Jahre gekommene, aber namhafte Games-Schätze aus den Archiven aus, peppen sie mit zeitgemäßer Grafik auf, verbessern sie teilweise inhaltlich und dienen das Produkt den HD-affinen Käufern als "Must Have" an. Doch lohnt sich die digitale Frischzellenkur tatsächlich, oder haben die Spiele-Publisher nur eine geschickte Methode gefunden, alten Wein in neuen Schläuchen anzubieten?

Im Westen nichts Neues

Das Phänomen neu aufgelegter Altentwicklungen existiert schon lange. Bereits dem Adventure-Klassiker King’s Quest wurden von 1984 bis 1990 zahlreiche Versionen spendiert, die sich oftmals in Grafik und Ton stark unterschieden. Auch der erste Teil des anrüchigen Leisure Suit Larry von 1987 erhielt vier Jahre nach der ersten Version eine stark geschminkte Alternativfassung, die sich inhaltlich aber kaum vom großen Bruder abhob. Lucas Arts, der erfolgreichste Adventure-Entwickler der 80er und 90er Jahre, lieferte in den vergangenen Jahren Neuauflagen zu den beiden ersten Teilen der Piraten-Mär The Secret of Monkey Island ab. Die optisch stark aufpolierten und mit professioneller Sprachausgabe versehenen Genre-Perlen sind zum Schleuderpreis für gängige Konsolen und Handhelds erhältlich. 2004 entwickelten gar einige Fans von "Maniac Mansion“ ein kostenloses Remake des Adventures-Oldies auf eigene Faust. Weitere Fan-Projekte existieren unter anderem zu "Zak McKracken“, "Baphomets Fluch 2“ oder "Wing Commander“. Leider schieben viele Hersteller aus rechtlichen Gründen solchen ambitionierten Entwicklungen den Riegel vor - zuletzt etwa Sega im Fall des aufwändig gemachten "Streets of Rage".

Auf den neuesten Stand gebracht

Das Angebot befriedigt folglich die Nachfrage - und die ist groß. Denn Jung wie Alt haben die Möglichkeit, Spiele-Klassiker in zeitgemäßer Optik nachzuholen. Haben liebevolle Spiele der späten 2D-Generation nur wenig Charme eingebüßt, sind es insbesondere die Vertreter der ersten 3D-Ära, deren Pixelbrei heutzutage häufig nur noch mit der rosa Nostalgie-Brille zu ertragen ist. Wohl kaum jemand erinnert sich gerne an das erste Polygon-Modell von Lara Croft in "Tomb Raider“ zurück, das nach heutigen Maßstäben nur noch im Entferntesten einer wohlproportionierten Frau ähnelt. Das Remake "Tomb Raider: Anniversary“ aus dem Jahr 2007 machte glücklicherweise alles richtig: Die Neuauflage ist in erster Linie eine Neuinterpretation, die sich nicht am Original festklammert, sondern viele frische Ideen bietet und schwerwiegende Designfehler ausmerzt.

Viel Spiel für wenig Geld

Konservative Zocker vertreten die Position, dass die Fassaden der alten Games-Gemäuer unberührt bleiben sollten. Sicherlich benötigen einige Spiele nicht zwingend einen grafischen Aufguss oder erweiterte Story-Elemente und sollten als das in Erinnerung bleiben, was sie sind: ein Gesamtkunstwerk. Allerdings können Überarbeitungen vergangener Spiele-Hits durchaus sehr reizvoll sein. In die Jahre gekommene Spiele wie "Prince of Persia“ von 1989 machen im HD-Remake mächtig Spaß. Mit schicker 2D-Optik und generalüberholten Steuerung ausgestattet, ist das Spiel auch heute endlich wieder zumutbar und für wenig Geld zu haben. Der Vorwurf, dass es sich um Geldbeschaffungsmaßnahmen seitens der Hersteller handelt, kann bei genauerem Hinsehen recht schnell entkräftet werden. Viele Remakes erscheinen entweder als günstige Download-Titel auf den gängigen Plattformen und kosten weniger als 15 Euro oder sie werden auf eine Disc gepresst und übersteigen nur selten die magische Grenze von 30 Euro. Die "God of War Collection“ für die PS3 etwa kostet 40 Euro und bietet Teil eins und zwei der Serie - grafisch aufpoliert und mit konstanter Bildrate. Die beiden Monkey Islands sind bereits zum Schleuderpreis ab 2,50 Euro per Download erhältlich. Die Originalversionen für PC und Amiga kann man hingegen oft nur noch gebraucht und zu unverhältnismäßig hohen Preisen erstehen. Ähnlich verhält es sich mit dem N64-Remake "Perfect Dark“ für die Xbox 360 oder der PSP-Version des Rollenspiels "Lunar: Silver Star Harmony“, das nach 20 Jahren auch endlich in Europa sein Debüt feiert.

Künstlerische Freiheit

Grundsätzlich sind genreübergreifend keine Grenzen gesetzt. Die meisten HD-Remakes sind zwar in erster Linie Aufgüsse von Adventures sowie Action- und Rollenspielen, da besonders derartige Games von ihrer Optik leben und der einstige Glanz schnell von einer dicken Staubschicht verdeckt wird. Doch auch Ego-Shooter wie "Serious Sam“ oder Rennspiele wie "Wipeout“ erstrahlen in neuem HD-Glanz. Im Turnus wiederkehrende Sportspiele wie die FIFA-Reihe sind streng genommen ebenfalls Remakes, die ständig mit spielerischen Finessen und aktualisierten Kadern ausgestattet werden. Lediglich Anhänger von Strategiespielen gehen bislang weitestgehend leer aus, obwohl sich für Klassiker wie "Warcraft“ oder Command & Conquer durchaus höhere Auflösungen anböten. Ein noch recht junger Trend ist das so genannte "Demake“, in dem Fans unter anderem Titel wie "Portal“, "Final Fantasy VII“ oder "Resident Evil“ in 2D-Spiele verwandeln und kostenlos zur Verfügung stellen.

Fazit

Die Vorteile der Remakes überwiegen: Teure Klassiker werden für alle Spieler zu fairen Preisen erhältlich. Nostalgiker dürfen in Erinnerungen schwelgen und jüngere Spieler freiwillig in den Geschichtsunterricht gehen, ohne sich dabei der Gefahr bleibender Augenschäden aussetzen zu müssen. Allerdings muss man genau aufpassen, welches Remake man sich zulegt, und welches man sich besser spart. Neben tollen Neuauflagen wie den "Secret of Monkey Island“-Adventures oder "Tomb Raider: Anniversary“ gibt es einige sehr lieblose Umsetzungen, die keinen Mehrwert bieten. Doch in der Regel bekommt man ein qualitativ hochwertiges Produkt in die Hand, das angesichts der reduzierter Entwicklungskosten verglichen mit einer Neuentwicklung zu einem günstigen Preis angeboten wird.

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