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Sony-Hack: Laut Datenschützer muss der Konzern haften

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Datenschützer: Sony muss für Schäden haften

28.04.2011, 09:06 Uhr | jr, AP, dpa

Sony-Hack: Laut Datenschützer muss der Konzern haften. Datendiebstahl (Bild: imago)

Datendiebstahl (Bild: imago)

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sieht den Elektronikkonzern Sony in der Haftung für den massiven Diebstahl von Kundendaten. Problematisch werde aber, den Nachweis zu führen, dass unrechtmäßige Kreditkarten-Abbuchungen auf Datenlecks beim japanischen Technik-Riesen zurückzuführen sind, sagte Schaar.

Rechtzeitig informiert oder nicht?

"Der erste Schritt ist eine offene Informationspolitik. Denn wenn die Daten einmal weg sind, können sie auch sehr schnell missbraucht werden", erklärte Schaar. Es gebe deshalb die Vorgabe, Datenverluste zügig zu melden. Man müsse sich genau anschauen, ob Sony seine Kunden zu spät über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt habe. Dafür zuständig sei nun Großbritannien, weil Sony dort seine Europazentrale hat. "Da wird man dieser Frage nachgehen", sagte Schaar. Der Konzern informierte seine Nutzer erst am späten Dienstag mit mehrtägiger Verspätung in Firmenblogs und via E-Mail. Hacker hatten Informationen von Millionen Nutzern der Online-Dienste des Konzerns erbeutet. Es geht um Adressen, Passwörter und möglicherweise auch Kreditkarten-Daten der mehr als 77 Millionen Nutzer des Playstation Network (PSN) und des Video- und Musikservices Qriocity. In großem Umfang angehäufte Daten "sind nie sicher", betonte Schaar. "Selbst ein so großer und seriöser Konzern wie Sony war dazu nicht in der Lage."

Sony kündigt "aggressives Vorgehen" an

Laut Sprecher Patrick Seybold arbeitet Sony mit Hochdruck daran, die abgeschalteten Online-Dienste wieder bereitzustellen. Die Dienste würden aber erst in Betrieb genommen, wenn das Netzwerk wieder sicher sei. Nach dem Diebstahl sensibler Daten von Online-Nutzern des Playstation Network von Sony sucht der Konzern gemeinsam mit der Polizei nach den Tätern. Sony arbeite mit den Ermittlungsbehörden zusammen und habe eine "angesehene Technologie-Sicherheitsfirma" engagiert, um eine «vollständige Untersuchung» des Hacker-Angriffs von noch unbekanntem Ausmaß vorzunehmen. "Der arglistige Angriff auf unser System und unsere Kunden ist eine kriminelle Tat, und wir gehen aggressiv vor, um die Verantwortlichen zu finden." Betroffene Kunden finden auf einer eigens von Sony eingerichteten FAQ-Webseite Hilfe. Über den offiziellen Twitter-Account informiert Sony die Kunden über die jüngsten Entwicklungen.

Juristen werfen Sony schwere Versäumnisse vor

Der japanische Konzern habe mit der verzögerten Bekanntgabe des Datendiebstahls "ein extrem unseriöses und rechtswidriges Verhalten an den Tag gelegt", sagte der Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Peter Heyers, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). "Nach Paragraf 42a des Bundesdatenschutzgesetzes hätte Sony dies sofort veröffentlichen müssen." Deshalb müsse das Unternehmen auch für Schäden haften, die nun möglicherweise dadurch entstanden seien, dass die Nutzer nicht rechtzeitig gewarnt und informiert worden seien, so der Experte. Die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mechthild Heil, nannte es einen Skandal, wenn Sony seinen Kunden tatsächlich eine Woche lang Informationen über den Angriff vorenthalten habe.

Experten fordern schärfere Datenschutzgesetze

Nach Bekanntwerden des riesigen Datenlecks bei Sony haben Experten schärfere Datenschutzgesetze gefordert, um Weltkonzerne bei Verstößen in Deutschland belangen zu können. "Die Bundesregierung sollte den Fall Sony zum Anlass nehmen, das deutsche Datenschutzrecht endlich auf die Höhe der Zeit zu bringen", sagte der Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein, Thilo Weichert. Facebook, Google, Sony und andere Konzerne seien in Deutschland faktisch nicht für Versäumnisse beim Datenschutz haftbar zu machen. "Die Unternehmen haben zwar Vertriebsgesellschaften in Deutschland gegründet, die juristisch Verantwortlichen sitzen aber in Japan oder den USA", sagte Weichert. Sie seien für die Datenschutzbehörden nicht zu greifen. Die Union forderte Sony auf, für etwaige finanzielle Schäden des millionenfachen Datenklaus aufzukommen. "Ich sehe hier Sony klar in der Haftung", sagte der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag). Mayer bezeichnete es als "starkes Stück", dass der Konzern zunächst Tage gebraucht habe, den Datenklau überhaupt zu bemerken - und anschließend mehr als eine Woche vergangen sei, bevor er seine Kunden über den Fall informierte.

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