Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > News >

Sony Online Entertainment (SOE): Datenklau auch beim PC-Spiele-Dienst

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sony: Datenklau auch beim PC-Spiele-Dienst

03.05.2011, 13:41 Uhr | vb / jr, dpa

Sony Online Entertainment (SOE): Datenklau auch beim PC-Spiele-Dienst . Playstation 3 (Quelle: Sony / Montage: t-online.de)

Playstation 3 (Quelle: Sony / Montage: t-online.de)

Jetzt könnten es schon 100 Millionen gehackte Kunden-Konten sein: Sony hat den Einbruch in einen weiteren Online-Dienst festgestellt. Bei der PC-Spieletochter Sony Online Entertainment (SOE) könnte es auch um tausende Bankkonten-Informationen aus Deutschland gehen. Der Sitz des Unternehmens, dessen Anfänge in das Jahr 1995 zurückreichen, ist San Diego in Kalifornien. Entwicklerstudios befinden sich in Austin, Seattle und Taiwan. SOE beschäftigt sich vor allem mit PC-Spielen und betreibt eine Plattform für Online-Spieler.

Alte Datenbank gehackt

Der gigantische Datendiebstahl bei Sony weitet sich noch aus: Hacker klauten auch Informationen von bis zu 24,6 Millionen Kunden des Computerspiele-Dienstes. Unter den Datensätzen der Tochter Sony Online Entertainment könnten rund 12.700 Kreditkarten-Informationen und 10.700 Bankkonten-Daten von Nutzern auch aus Deutschland und Österreich sein, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Diese stammten aus einer "veralteten" Datenbank von 2007, hieß es. Mit dem PC-Spieledienst wären insgesamt mehr als 100 Millionen Kundenkonten bei Sony bei der Hacker-Attacke geknackt worden.

"Everquest"- und "Free Realms" betroffen

Sony betonte, der Einbruch sei erst am Montag entdeckt worden, und zwar im Zuge der Ermittlungen zur Hacker-Attacke auf das Playstation Network (PSN), von dem Konsolenspieler sowie Nutzer des Musik- und Videoservices Qriocity betroffen waren. Hierfür hat sich Sony mittlerweile entschuldigt und Kompensationsleistungen in Aussicht gestellt. Bei Sony Online Entertainment (SOE) seien Unbekannte bereits am 16. und 17. April eingedrungen, also noch vor der Attacke auf das PSN-Netz und Qriocity vom 17. bis 19. April. Wie zuvor schon die beiden anderen Internet-Angebote wurde auch der Dienst von Sony Online Entertainment umgehend vom Netz genommen. Bei dem PC-Spieledienst können Nutzer gegeneinander im Netz antreten, etwa in einem Rollenspiel wie "Everquest", "DC Universe Online" oder dem sehr beliebten Free2Play-MMOG "Free Realms". Das Netzwerk von SOE soll solange offline bleiben, bis Sony ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt hat. Da SOE-Kunden ein Monats-Abo für den Zugang zu Online-Spielen abgeschlossen haben, plant das Unternehmen, als Kompensation den Kunden einen Freimonat (erweitert um die Anzahl der Offline-Tage des Dienstes) anzubieten. Inzwischen hat SOE den vom Hack betroffenen Kunden Hilfe angeboten. Dazu soll unter anderem ein Gratis-Zugang zu Diensten gehören, die Betroffene im Fall eines Online-Identitätsdiebstahls bezüglich des weiteren Vorgehens beraten.

Prüfnummer nicht entwendet

Bei den allgemeinen Kundendaten handele es sich - soweit bei der Anmeldung eingetragen - unter anderem um Namen, E-Mail-Adressen, Geburtsdatum, Login-Informationen und Telefonnummern. Zu den 10.700 Kunden aus Deutschland, Österreich, Spanien und den Niederlanden könnten neben der Nummer des Bankkontos auch Namen und Adresse gestohlen worden sein. Bei den Kreditkarten könnten Nummer und Laufzeit, aber nicht die Prüfnummer von der Rückseite entwendet worden sein. Sony-Sprecher Patrick Seybold wies im Playstation-Blog Berichte inzwischen zurück, wonach die Täter dem Unternehmen angeboten haben sollen, Kreditkartendaten zurückzukaufen.

Art der gestohlenen Daten weiterhin unklar

Sony hatte sich erst am Wochenende bei den Kunden von Playstation Network und Qriocity entschuldigt. Bei der zunächst bekanntgewordenen Attacke auf diese beiden Dienste ging es weltweit um 77 Millionen Nutzerkonten registriert, davon 32 Millionen in Europa. Ob bei Playstation Network und Qriocity auch Kreditkarten-Informationen gestohlen wurden, bleibt immer noch offen. Über das Playstation-Netzwerk können Nutzer miteinander spielen, chatten und Filme ansehen. Unter dem Namen Qriocity vertreibt der Konzern Musik und Videos.

Zunehmend Ärger bei den Kunden

Mit Ungeduld und Wut hat die Spieler-Community auf die Ausweitung der Datenpanne bei Sony reagiert. Im Mittelpunkt der Kritik steht nicht nur der Technik-Riese, sondern auch der unbekannte Angreifer, der die verschiedenen Dienste lahmlegt. Doch auch Sony steht weiter in der Kritik. "So ganz langsam sollten sich die Damen und Herren bei Sony mal Gedanken machen, wie sie die ganze Geschichte weiter den Nutzern verkaufen wollen!", meint ein Spieler im Forum von ps3-talk.de. "Irgendwann laufen dem Konzern alle Kunden weg, und die lockt man dann nicht mehr mit ein paar kostenlosen Zugaben von der Konkurrenz weg."

Krisenmanager notwendig?

Im Sony-Skandal um den Diebstahl von Nutzerdaten fehlt dem Konzern aus Expertensicht ein öffentlich sichtbarer Krisenmanager. Unternehmen suchten in Krisensituationen normalerweise nach "dem Großen, der das Ruder herumreißt", sagte Krisenforscher Frank Roselieb am Dienstag in Kiel. "Wenn man liest, was Sony von sich aus sagt, hat man das Gefühl, die schwimmen irgendwie", so der Direktor des Instituts für Krisenforschung. "Man weiß eigentlich gar nicht, wo jetzt welche Daten gelandet sind."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal