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Datendiebstahl aus dem Playstation Network: Sony will seine Kunden mit Versicherung schützen

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Datendiebstahl: Sony will seine Kunden mit Versicherung schützen

06.05.2011, 16:15 Uhr | ams / jr

Datendiebstahl aus dem Playstation Network: Sony will seine Kunden mit Versicherung schützen . Datendiebstahl aus Playstation Network (Bild: imago / Montage: www.t-online.de)

Sony will seine Kunden gegen Datendiebstahl versichern (Bild: imago / Montage: www.t-online.de)

Nach dem Hackerangriff auf Sonys Playstation Network (PSN), das Sony Online Entertainment (SOE)-Netzwerk sowie den Musik- und Videodienst Qriocity, bei dem über 100 Millionen Kundendaten entwendet wurden, ist der japanische Elektronikkonzern weiterhin um Schadensbegrenzung bemüht. Um das Vertrauen der Kunden zurück zu gewinnen, erhalten PSN-Mitglieder und Nutzer von Qriocity einen persönlichen Identitätsschutz inklusive einer Versicherung über eine Million Dollar pro Person gegen Schäden, die durch Datenklau entstehen können. Dieses Angebot gilt zunächst nur für US-Kunden, weitere Länder sollen aber demnächst folgen. Auch an einer entsprechenden Lösung für Europa wird derzeit gearbeitet.

Konkrete Hilfe im Einzelfall

In den USA arbeitet Sony mit dem Sicherheitsdienstleister Debix zusammen, der den Sony-Kunden das Sicherheitspaket "AllClear ID Plus" für 12 Monate kostenlos zur Verfügung stellt. Debix überwacht ständig, ob persönliche Informationen seiner Nutzer gestohlen werden. Tritt dieser Fall ein, werden die Betroffenen umgehend von Debix benachrichtigt. Außerdem wird Hacker-Opfern dabei geholfen, ihre Daten schnellstmöglich wieder abzusichern, etwa durch das Beantragen einer neuen Kreditkartennummer. Dabei entstehende Kosten deckt die enthaltene Versicherung über eine Million Dollar ebenso ab wie alle finanziellen Schäden infolge eines Datendiebstahls und anfallende Anwalts- und Gerichtskosten im Falle einer Klage gegen potenzielle Hacker.

Bevorstehender Neustart

Die Reaktivierung des Playstation Networks steht offenbar kurz bevor. Wie Patrick Seybold, Director of Corporate Communications & Social Media bei Sony, bekannt gab, befindet sich das Unternehmen in der finalen Testphase des neuen Systems, das in Zusammenarbeit mit mehreren IT-Sicherheitsunternehmen gegen zukünftige Hackerangriffe gewappnet sein soll. Außerdem hat sich der Sony-Chef Howard Stringer in einem offenen Brief nochmals bei den Kunden entschuldigt und sein Verständnis für ihre frustrierende Lage ausgedrückt. Sobald PSN und Qriocity wieder online sind, will Dony den Kunden ein “Willkommen zurück”-Paket anbieten. Darin soll neben anderen Vorteilen eine einmonatige, kostenlose "Playstation Plus"-Mitgliedschaft für alle PSN-Nutzer sowie eine Verlängerung der Abonnements für Playstation Plus- und Music Unlimited-Kunden enthalten sein, um diese für die verlorene Zeit zu entschädigen.

Sonys fatale Nachlässigkeit

Nach wie vor wird Ursachenforschung betrieben, um zu klären, wie es überhaupt zu dem eklatanten Datendiebstahl aus dem Playstation Network kommen konnte. Ein für Verbraucherfragen zuständiges Komitee des US-Repräsentantenhauses hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das erschreckende Nachlässigkeiten in Sonys Server-System aufdeckte. Der auf Sicherheits-Techniken spezialisierte Wissenschaftler Dr. Gene Spafford von der Purdue University im US-Bundestaat Indiana stellte fest, dass auf den Servern des Playstation Networks eine veraltete und unsichere Version der weit verbreiteten Webserver-Software Apache lief. Außerdem sei nicht einmal eine Firewall installiert gewesen. Auf diese Sicherheitsmängel wurde laut Spafford in der Vergangenheit auch mehrfach in Internetforen hingewiesen, in denen auch mehrere Sony-Mitarbeiter aktiv sind.

Sinkende Preise

Angebot und Nachfrage bestimmen offenbar auch den Preis in der Schattenwirtschaft. Bei einer Anhörung des US-Computer-Branchenverbands USACM berichtete Dr. Spafford, er habe in einschlägigen Foren, in denen mit gestohlenen Kreditkartendaten gehandelt wird, Klagen über einen deutlichen Preisverfall verfolgt. Nach Einschätzung des Wissenschaftlers sind die Schwarzmarktpreise für gestohlene Kreditkartennummern in jüngster Zeit um achtzig bis neunzig Prozent eingebrochen.

Hacker in Lauerstellung

Ob Sonys neue Sicherheitsmaßnahmen greifen, wird sich womöglich schon in aller Kürze erweisen. Wie das IT-Magazin CNET berichtet, haben sich bereits einige Hacker auf die bevorstehende Inbetriebnahme des überarbeiteten Playstation Networks vorbereitet. Ihr Ziel: den Datendiebstahl direkt zu wiederholen und Sony damit endgültig bloßzustellen. Die Hacker brüsteten sich außerdem damit, bereits jetzt Zugang zu mehreren Sony-Servern zu haben, die sie als Einfallstor für ihre Attacke auf das wieder gestartete Playstation Network nutzen wollen. CNET gibt an, diese brisanten Informationen durch das Mitlesen in von Hackern genutzten Chatrooms gewonnen zu haben. Laut Sony-Chef Stringer ist der Konzern auf neue Angriffe gefasst: "Falls es also wieder zu so einer Attacke kommen sollte, wird unsere Verteidigung noch besser sein."

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