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Exklusiv-Interview mit Kinect-Chefentwickler Kudo Tsunoda

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"Jeder Typ von Spieler wird zufrieden sein"

06.06.2011, 11:25 Uhr | Volker Bonacker

Exklusiv-Interview mit Kinect-Chefentwickler Kudo Tsunoda. Kudo Tsunoda (Quelle: Microsoft)

Kudo Tsunoda (Quelle: Microsoft)

10 Millionen verkaufte Kinect-Einheiten sprechen eine deutliche Sprache: Die Bewegungssteuerung von Microsoft hat den Weg in die Wohnzimmer der Welt gefunden. Nachdem die erste Welle an Spielen mittlerweile den meisten Besitzern bekannt ist, wird Microsoft zur E3-Messe verschiedene Neuheiten vorstellen. Wir haben uns im Rahmen eines Exklusiv-Interviews mit Kinect-Creative-Designer Kudo Tsunoda über künftige Highlights, Kritik von Core-Gamern und seine Vision des Holodecks unterhalten.

T-online.de Spiele: Microsoft wird auf der diesjährigen E3-Messe unter anderem mit Kinect-Spielen zu Star Wars, der Sesamstraße und Disney vertreten sein. Was können Sie uns über die neuen Titel erzählen?

Kudo Tsunoda: Als wir Kinect gestartet haben, war es uns wichtig, die ganzen Spiele der Xbox 360 auf neue Art zugänglich zu machen. Unabhängig davon, was man spielen will, soll es möglich sein, einzusteigen und Spaß zu haben. Damit waren wir sehr erfolgreich, wir haben bis dato zehn Millionen Exemplare verkauft und einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde erhalten. Für mich war es besonders interessant zu sehen, wie viele neue Menschen auf der Xbox 360 spielen. Das Schönstes daran ist, dass es dank der großen Menge an Spielern nun verschiedene Marken gibt, die Kinect-Ableger haben wollen, dabei aber ihrer Marke treu bleiben.

Wenn sie etwa an Star Wars denken, sehen sie da eine starke Bindung der Kunden an die Marke, viele Fans leben quasi in dieser Welt. Das ist schwer umzusetzen, nicht nur in Spielen, sondern jeden Medium. Mit Kinect wird es nun das erste Mal möglich sein, sich wirklich wie ein Jedi zu fühlen, wenn man spielt - ganz egal, ob man für die dunkle Seite der Macht das Lichtschwert schwingt oder als Jedi unterwegs ist. Das wird einen mehr als je ein Spiel zuvor in die Welt ziehen. Wir sind derzeit sehr darauf fokussiert, über Kinect etwas zur Star-Wars-Marke beizutragen, das bislang nicht dagewesen ist.

Haben sie erwartet, dass sich Kinect in derart kurzer Zeit so schnell verkauft?

Das Schöne an Kinect war, dass es eben keine der Entwicklungen war, an der man lange Zeit arbeitet und hofft, dass nach der Veröffentlichung die Magie der neuen Möglichkeiten, die man damit schafft, auf die Nutzer überspringen möge. Stattdessen haben wir bereits bei der ersten Demo zu Kinect, die wir gezeigt haben, leuchtende Gesichter bei den Spielern gesehen. Wir haben deshalb von Anfang an an das Produkt und seinen Erfolg geglaubt. Trotzdem sind die Verkaufszahlen phänomenal und ich würde sie belügen, wenn ich sagen würde, wir hätten das vorhergesehen. Kinect hat sich wesentlich schneller verkauft, als wir geglaubt haben.

Derzeit hat einer von fünf Xbox 360-Besitzern Kinect. Wie wollen Sie die anderen vier von der Hardware überzeugen?

Ich denke, wir sollten zunächst eine neue Spielerfahrung anbieten, die die Leute mögen. Das tun wir etwa mit Star Wars, oder dem neuen Disney-Spiel. Hier wird es möglich sein, dass die Spieler durch ein virtuelles Abbild von Disney World laufen und dort mit allen Attraktionen interagieren können, die man im echten Freizeitpark auch vorfindet. Genau das ist es, was wir im Endeffekt abliefern wollen: Unnachahmliche Spielerfahrungen, die Kinect einzigartig machen. Denn die Leute kaufen eine Technologie nicht wegen der Technik selbst, sondern der Spielerfahrungen, die sie bieten kann. Und deshalb fokussieren wir uns darauf, ein Angebot abzuliefern, das jeder liebt.

Gibt es Spiele, die Sie sich für Kinect wünschen würden, etwa Guitar Hero oder ähnliche Titel, bei denen man sich eine Steuerung über Gesten sehr gut vorstellen kann?

Ich denke, Kinect kann mit jeder Art von Spiel funktionieren. Es gibt Games, die ich gerne spiele und solche, die ich gerne für Kinect umgesetzt sehen würde. Ich bin etwa immer ein Rennspiel-Fan gewesen und nun sehe ich, was Kinect zu "Forza Motorsport 4" beiträgt und es ist einfach nur faszinierend. Gleiches gilt für "Steel Battalion". Wir werden dieses Jahr die Anzahl der Titel für Kinect verdreifachen und für mich ist dieser Teil der Spannendste: Es gibt so viele verschiedene Typen von Spielern und wir versuchen, für jeden davon etwas zu veröffentlichen.

Peter Molyneux hat 2010 gesagt, dass die nun angekündigte, zweite Welle an Kinect-Games mehr Titel für Core-Gamer beinhalten wird, also jene Fans, die spielerischen Tiefgang und vor allem Herausforderungen suchen. Was können Sie uns darüber sagen?

Ich finde es zunächst gut, dass Core-Gamer Kinect ebenfalls mögen und es auch für ihre Spiele haben wollen. Das wird etwa mit Star Wars der Fall sein oder Forza Motorsport 4. Beide sind definitiv Core-Games. Es wird dieses Jahr noch andere dieser Titel geben, wir werden hier noch einiges im Rahmen der E3 anzukündigen haben.

Die Technik der Xbox 360 hat sich seit der Veröffentlichung 2006 mehrfach verändert. Denken Sie, dass wir etwas ähnliches mit Kinect erleben werden?

Wie bei jeder Technologie, die sich noch an einem derart frühen Zeitpunkt in ihrem Lebenszyklus befindet, werden wir noch neue Erfahrungen machen und weitere Innovationen entwickeln. Das hat damit zu tun, dass man die Technik selbst mit der Zeit besser verstehen lernt. Kinect ist heute ein fundamentaler Bestandteil der Xbox 360-Plattform und wir sehen deutliche Parallelen zum Start von Xbox Live: Es wurden viele neue Features geliefert und sehr viele neue Formen der Unterhaltung. Wir werden hier noch weitere neue Möglichkeiten liefern und sie werden sehen, dass sich die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt.

Zahlreiche PC-Benutzer haben mit Hacks und Modifikationen sehr viele kreative Möglichkeiten der Nutzung von Kinect selbst gebastelt. Sehen Sie dies als Bereicherung an, von der auch Hersteller profitieren könnten?

Das ist ein sehr interessanter Prozess. Jemand fängt an, etwas zu bauen und alle anderen werden davon beeinflusst. Ich finde es großartig, wie diese Szene alle möglichen Innovationen basierend auf der Kinect-Technologie entwickelt. Das war eines der Dinge, die wir von Beginn an besprochen hatten: Was bringen wir den Kunden an neuen Möglichkeiten, und das nicht nur aus Entwicklerperspektive, sondern auch hinsichtlich der Frage, wie viele Typen von kreativen Kinect-Besitzern nun eigene, neue Features entwickeln können. Es ist gut zu sehen, dass unsere Technik weltweit von der Community aufgenommen wird und die Menschen beeinflusst. Das ist etwas, das das volle Potential von Kinect gut zeigt, wenn Menschen außerhalb der Spielebranche Kinect dazu nutzen, coole Dinge damit zu kreieren.

Haben Sie sich bislang Gedanken über einen Lebenszyklus von Kinect gemacht oder beobachten sie eher, wie sich die Dinge entwickeln?

Wenn man über einen Lebenszyklus spricht, dann muss man hier beachten, dass Kinect genau wie Xbox Live einfach ein Teil der Xbox 360-Plattform ist, aber eben auch davon unabhängig. Es wird sich von Konsole zu Konsole übertragen. Nichts anderes erwarten wir.

Früher oder später wird es einen Nachfolger für die Xbox 360 geben. Können Sie sich vorstellen, dass Kinect darin direkt verbaut oder anderweitig integriert sein wird, man die Hardware also nicht zusätzlich erwerben braucht?

Sie können ja Kinect bereits jetzt als Bundle mit der Konsole erwerben und nicht nur als Standalone-Hardware. Das war von Beginn der Entwicklung an geplant. Was künftige Integrationen betrifft, können wir aktuell nichts bekannt geben, aber es ist wichtig zu verstehen, dass Kinect schon mit der aktuellen Generation von Hardware im Verbund kommt, also nicht nur etwas ist, dass man als Accessoire sehen muss.

Wir hatten vor wenigen Wochen die Gelegenheit, Child of Eden zu spielen, dass sich optisch wie inhaltlich komplett von bisherigen Kinect-Games unterscheidet und eine andere, eher erwachsene Spielerfahrung bietet. Denken Sie, dass es für derartige Titel innerhalb der Kinect-Besitzer einen Interessentenkreis gibt?

Auf jedem Fall. Wir wir bereits besprochen haben, mögen auch Core-Gamer Kinect. Das ist etwas, das sie dieses Jahr noch sehen werden: Sehr viele verschiedene Arten von Spielen integrieren Kinect in ihr Gameplay, ganz egal ob sie sie Core-Games oder Spiele für erwachsene Zocker nennen. Mit dem, was wir 2011 an Inhalten für Kinect veröffentlichen werden, wird jeder Typ von Spieler zufrieden sein.

Können wir also etwas wie ein "Kinect Halo" oder "Kinect Call of Duty" erwarten?

Sie werden eine Menge traditioneller Core-Titel sehen, die Kinect unterstützen. Wir haben hier noch einige spannende Ankündigungen zu machen.

Sie haben einmal angemerkt, dass "Halo" ein großartiges Spiel war, das jedoch dazu führte, dass Spieler nicht mehr am PC, sondern den Konsolen spielen. Was hat Kinect in dieser Hinsicht aus dem Spielen an Konsolen gemacht?

Wir haben ja heute immer noch Spieler, die Shooter am PC spielen. Halo hat allerdings dazu geführt, dass eine ganze Menge neuer Leute an der Konsole spielten. Nichts anderes passiert heute etwa mit Star Wars für Kinect: Die Leute würden so etwas gerne auf ihrem heimischen TV spielen und wir bringen es dorthin. Für mich geht es also nicht darum, dass Kinect etwas von irgendwo weg nimmt, sondern Menschen eine völlig neuartige Erfahrung mit der Xbox 360 bietet und dabei auch neue Spieler an die Geräte führt.

Vor wenigen Jahren war der Controller noch das von Spielern bevorzugte Steuerungsgerät, dann kamen Bewegungssteuerungen. Wie denken Sie werden wir in zehn Jahren spielen?

Kinect war in dieser Hinsicht ein persönlicher Traum. Ich bin mit verschiedenen Science-Fiction-Serien aufgewachsen und Kinect war so ein wenig etwas wie das persönliche Holodeck: Man geht hinein und kann ganz natürlich mit allem interagieren. So vieles davon ist zwar noch weit entfernt und selbst mit Kinect sind wir noch nicht beim vollkommenen Abbild eines Holodecks angelangt, in dem man mittels Körper und Stimme mit der Umgebung interagiert. Aber wir haben erste Kinderschritte getan. Ich weiß noch nicht, ob wir in zehn Jahren dort angelangt sein werden, aber wir haben einen Anfang gemacht und die Entwicklung wird weiterhin äußerst spannend bleiben.

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