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"Duke Nukem Forever": Das Spiel, das nie erscheinen wollte

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Das Spiel, das nie erscheinen wollte

07.06.2011, 15:22 Uhr | vb / jr

"Duke Nukem Forever": Das Spiel, das nie erscheinen wollte. Duke Nukem Forever (Quelle: 2K Games / Gearbox Software)

Duke Nukem Forever (Quelle: 2K Games / Gearbox Software)

14 Jahre und 43 Tage hat es gedauert, bis Duke Nukem Forever den Weg von der ersten Ankündigung bis zur tatsächlichen Veröffentlichung im Handel zurückgelegt hat. Nun ist es soweit, und der hartnäckigste "Vaporware"-Preisträger der Spielebranche verschwindet aus der Ruhmeshalle der Phantomspiele. Eigentlich mag man es nicht glauben. Zu sehr war man daran gewöhnt, Verschiebung um Verschiebung in Kauf zu nehmen und darüber zu witzeln, dass der Ego-Shooter wohl niemals erscheinen würde. Nun tut er es doch. Stellt sich die Frage: Wie spielt sich ein Game, das so lange in Entwicklung war, das mittlerweile mehrere Generationen an PC und Konsolen aufgetaucht und wieder verschwunden sind? Wir verraten es - und starten zudem unser großes Gewinnspiel zum Duke Nukem Forever. Zeigen Sie uns, dass Sie der größte Fan des Helden sind und stauben Sie exklusive Merchandising-Pakete sowie das Spiel selbst ab!

Bruce Willis an Bord

Das Wichtigste zu Beginn: Duke Nukem ist immer noch der gleiche chauvinistische Sprücheklopfer, der er schon 1997 war, als das Internet noch nicht Web 2.0 hieß und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gerade mal 13 Jahre alt war. Denn Duke Nukem altert nicht. Nur seine Stimme ist in der deutschen Version frisch synchronisiert worden, so dass man nicht wie im ersten Spiel von 1996 die Lästerei auf Englisch präsentiert bekommt. Am Mikrofon stand Manfred Lehmann, den Filmfans als Stimme von Bruce Willis kennen. Ob man die Nukem-Sprüche tatsächlich eindeutschen musste oder besser im Original belassen hätte, mag jeder selbst entscheiden. Sicher ist: Mit Lehmann hat man den besten denkbaren Duke-Sprecher gewählt.

Neuheiten sind für andere

Was gibt es abseits dessen an Neuem? Halt. Hier sollte man anders fragen: Hat jemand von Duke Nukem wirklich Neues erwartet? Vermutlich nicht. Denn man schätzt Duke Nukem für das, was er ist - ein Macho-Actionheld par exzellence. Und das soll auch so bleiben. Während andere Games mit Top-Grafik protzen oder im Jahrestakt das immergleiche Actionfeuerwerk abfackeln, punktet der König der Shooter-Helden mit etwas, das vielen Videospielen in den letzten Jahren abhanden gekommen ist: Humor. Denn wenn Duke Nukem Forever eines ganz sicher will, dann ist es dies: Bloß nicht ernst genommen werden! Und wer würde das schon tun mit einem Spiel, das öfter angekündigt, verschoben und abgesagt wurde als je eine Spiele-Produktion davor?

Keine Schönheit

Und so bleibt ein Shooter, der sich spielt, als sei er 1998 erschienen. Was ein wenig ironisch anmutet, denn für dieses Jahr war die Veröffentlichung von Duke Nukem Forever schließlich vor langer Zeit einmal angekündigt. 13 Jahre später spielt sich das Actiongame also auch ein wenig wie eine Zeitreise in eine Ära der Games, die lange vorbei ist. Keine komplexen Abläufe, stattdessen geradlinige, einfache Action mit einem aberwitzigen Arsenal an Waffen und einem Heroen, dem die Kommentare zu seinen erledigten Gegnern, Frauen oder der Situation im Allgemeinen niemals auszugehen scheinen. Welches Spiel außer diesem könnte mit einer Szene beginnen, in der der Held pinkelnd am Pissoir steht? Vermutlich kaum eines, und auf diese Einzigartigkeit haben sich die Macher besonnen. Gearbox Software, die den Titel nach der Pleite von 3D Realms übernommen haben, veränderten kaum etwas an der Art, wie ein Duke Nukem auszusehen und gespielt zu werden hat. Lediglich optisch merkt man dem Titel die lange Entwicklungszeit mehr an, als einem vielleicht lieb wäre. Denn eine Schönheit ist Duke Nukem Forever nicht geworden, dafür aber ein Charakterkopf geblieben.

Unbedingt spielen

Mindert der Look den Spielspaß? Darauf ein klares Nein. Braucht dieses Spiel, das sich in einem Wort am besten mit "antiquiert" zusammenfassen lässt, 2011 überhaupt noch jemand? Unbedingt. Denn mit Duke Nukem Forever bekommen Actionfans den Beweis, dass nicht Grafik, Highend-Technik und bombastische Inszenierungen kaufentscheidend sind, sondern Spielspaß, Humor und ein Charakter mit Ecken und Kanten statt durchgestylter, emotionsloser Helden, die keinerlei Identifikationswert bieten. Es ist gut zu wissen, dass so etwas heute noch möglich ist.

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