Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Videospiel-Helden im Wartestand: Wenn die Stars Pause machen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Magazin Videospiel-Helden im Wartestand  

Wenn die Stars Pause machen

17.06.2011, 11:19 Uhr | Michael Förtsch / jr, Richard Löwenstein

Videospiel-Helden im Wartestand: Wenn die Stars Pause machen. Wenn Helden Pause haben: Snake aus "Metal Gear Solid" (Bild: Konami)

Wenn Helden Pause haben: Snake aus "Metal Gear Solid" (Bild: Konami)

Lesen, Musik hören, Haarsträhnen zwirbeln, Däumchen drehen oder einfach in die Gegend gucken: Wir Menschen tun die verschiedensten Dinge, wenn wir gerade nichts zu tun haben und etwa auf die S-Bahn oder einen Anruf warten. Doch was machen eigentlich unsere Videospiel-Helden, wenn wir Spieler den Controller mal zur Seite legen oder die Hände von der Tastatur lassen? Das ist je nach Typ verschieden. Einfach nur dastehen und nichts tun, das ist einem Helden aus echtem Schrot und Korn in den allermeisten Fällen viel zu lahm. Da wird dann ersatzweise gezaubert, trainiert, telefoniert oder schon mal ganz abartiges Zeug getrieben...

Ist mir laaangweilig…

Jeder kennt das wohl: Gerade eben lenkt man seinen Videospiel-Helden durch finstere Gänge, weicht Gewehrsalven aus, feuert zurück. Oder klickt sich gerade am PC durch ein aberwitziges Abenteuer, löst Rätsel, kombiniert und taktiert. Doch dann: wie geht's weiter? Plötzlich steckt man fest, weiß nicht weiter. Oder man braucht einfach mal kurz eine Pause. Derweil entspannt man sich. Schaut mehr oder minder teilnahmslos auf den Schirm. Schön still steht der Videospiel-Held da, schaut umher. Doch dann, nach wenigen Minuten passiert es: Er beginnt, sich selbst die Zeit zu vertreiben. Sam, der Übersoldat aus Segas Actionspiel "Vanquish", steckt sich beispielsweise genüsslich eine Zigarette an, während um ihn herum eine gigantische Raumstation in Flammen steht. Der tollpatschige Zauberer Simon aus der gleichnamigen Adventure-Reihe “Simon the Sorcerer“ zieht zuerst seinen Walkman aus dem Zauberhut und nach und nach immer verrücktere Dinge, wenn man nur die Finger von der Maus lässt. Herrlich anzusehen.

Der Ursprung

Ihren Ursprung haben diese schrägen Pausen-Animationen im Bereich der Point & Click-Adventures und Jump'n'Runs der späten 80er und frühen 90er Jahre. Entwickler wie Ron Gilbert, Sean Clark und Tom Hall erdachten sie, um die Spieler aufzuheitern, während sie darüber grübeln, wie sie weiterkommen. Oder auch einfach, um den Spieler zu überraschen und gnädig zu stimmen, wenn vielleicht schon Frust aufsteigt. Denn wie kann ein echter Zocker einem Spiel wie “Commander Keen“ böse sein, wenn sich der kleine Pixel-Commander aus Langeweile hinsetzt und ein Buch aufschlägt? Manche Entwickler legten auch ein gewisses Imponiergehabe an den Tag: Zu einer Zeit, als Games wie “Earthworm Jim“ erschienen, wollten die Macher zeigen, was mit Rechenpower und Raffinesse trotz geringem Speicherplatz auf Diskette und Modulen drin ist. Viele Animationen unterzubringen, auch wenn sie sinnfrei sind, war etwas, auf das Entwickler wie David Perry oder Tim Schafer stolz sein wollten. Zu Recht, denn Spieler wissen solche Späße auch heute noch zu schätzen. Leider werden solche Pausen-Animationen aber immer weniger. Kein Wunder, sind doch viele moderne Games atemlos rasant und Rätsel, bei denen tatsächlich gründlich gegrübelt werden muss, vom Aussterben bedroht.

Fazit

Die kleinen und spaßigen Zeitvertreibe der Videospielhelden, denen sie nachgehen, wenn der Controller mal ruht, bereiten dem Spieler durchaus Vergnügen. Leider sind sie bei vielen modernen Games auf dem Rückzug. Trotzdem: bei Produktionen, in die viel Herzblut und Zeit fließt - wie zum Beispiel "Metal Gear Solid" oder auch "Vanquish" - bringen die Entwickler immer noch diese kleinen Gags unter. Wir würden uns wieder mehr davon wünschen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal