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Hacker dringen in Sega-Netzwerk ein

20.06.2011, 08:48 Uhr | Mathias Kremp / jr, Spiegel Online

. Segas Superheld Sonic (Bild: Sega)

Sonic the Hedgehog 4 (Bild: Sega)

Jetzt auch noch Sega: Kriminelle sind in die Server des Computerspiele-Herstellers eingedrungen und haben Kundendaten gestohlen. Wer die Täter sind, ist unbekannt. Hilfe wird dem Unternehmen jetzt von ungewohnter Seite angeboten.

Sega-Pass-System attackiert

Nachdem in den letzten Wochen bereits Unbekannte in die Spieler-Netzwerke von Sony und Nintendo eingedrungen waren, gesellt sich jetzt auch der Videospiele-Hersteller Sega in die Riege der Opfer ein. Per E-Mail informierte das Unternehmen die Anwender seines Sega-Pass-Systems darüber, dass Unbekannte Zugriff auf das System gehabt haben. Das Unternehmen habe festgestellt, dass dabei persönliche Daten, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und die verschlüsselten Passworte von einem Teil der Sega-Pass-Mitglieder geraubt wurden. Bankdaten hätten die Eindringlinge jedoch nicht erbeuten können. Der Grund dafür sind allerdings nicht besondere Sicherheitsvorkehrungen bei Sega, sondern schlicht die Tatsache, dass Sega die Abrechnung an einen externen Dienstleister ausgelagert hat. Der japanische Konzern nutzt das System, um Kunden mit kostenlosen Demoversionen neuer Spiele und Nachrichten über neue Spiele und Aktionen zu versorgen. Kunden, die ihr Sega-Passwort auch für andere Dienste und Online-Angebote nutzen, rät das Unternehmen, diese Passworte umgehend zu ändern. Dieser Rat sollte von allen Betroffenen sofort beherzigt werden. Ohnehin ist es ausgesprochen leichtsinnig, ein und dasselbe Passwort für verschiedene Angebote zu verwenden.

Keiner wird verschont

Der Angriff auf Sega reiht sich nahtlos in eine Serie anderer Hacks ein, welche die Branche in den vergangenen Wochen verunsichert haben. Mitte April waren Unbekannte in die Sony-Netzwerke eingebrochen. Dabei wurden möglicherweise die Daten von mehr als 100 Millionen Kundenkonten gestohlen. Das Unternehmen schloss nicht aus, dass darunter auch Kreditkarten-Informationen waren. Anfang Juni folgte dann ein Angriff auf Server des Konsolenherstellers Nintendo. Jemand habe sich unrechtmäßigen Zugang zu dem Server verschafft, berichtete das Unternehmen. Einzelheiten wurden aber nicht genannt. Ein Schaden sei jedoch nicht entstanden. Weder persönliche Daten noch Firmendaten seien verlorengegangen. Wer hinter den Angriffen steckt, ist unbekannt.

LulzSec-Hacker wollen helfen

Sicher ist allerdings, dass es nicht die unter dem Namen LulzSec (Lulz Security) agierende Hackergruppe ist. Zwar haben die Hacker in den letzten Tagen mit spektakulären Aktionen gegen das Spielestudio Bethesda, ein Porno-Website, die CIA und das Webforum 4chan von sich reden gemacht, mit der Attacke gegen Sega will man jedoch nichts zu tun haben. Im Gegenteil bietet die Gruppe, die jüngst sogar eine Telefon-Hotline eingerichtet hat, über die man ihr neue Angriffsziele vorschlagen kann, Sega ihre Hilfe an. Über ihren Twitter-Account erklärten die Hacker: "Sega, kontaktiert uns. Wir wollen euch helfen, die Hacker zu zerstören, die euch angegriffen haben. Wir lieben die Dreamcast, diese Leute werden plattgemacht."

"Wir werden in Kürze wieder für Sie da sein"

Auf Segas Web-Seite werden die Störungen und die Abschaltung von Sega Pass nach dem Online-Angriff dagegen nicht erwähnt. Stattdessen erhält man bei dem Versuch, auf das System zuzugreifen, die lapidare Meldung, das System werde gerade um neue Funktionen erweitert. Deshalb sei es "zurzeit nicht möglich, neue Mitgliedskonten zu erstellen oder die persönlichen Daten bereits bestehender Mitgliedskonten zu verändern", heißt es weiter. Aber schlechte Laune will Sega bei seinen Kunden deshalb nicht aufkommen lassen und schließt mit dem Hinweis: "Wir werden in Kürze wieder für Sie da sein. Vielen Dank für Ihre Geduld".

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