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Drogen in Videospielen

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Sumpfkrautgeflüster

07.07.2011, 10:26 Uhr | Sabine Vogel / vb / jr, Richard Löwenstein

Drogen in Videospielen. GTA IV (Quelle: Rockstar)

GTA IV (Quelle: Rockstar)

Im realen Leben gibt es viele Drogen - legale und illegale. Auch Videospiele haben in der Hinsicht einiges zu bieten. Nicht nur, dass die Spielfiguren rauchen und trinken - manche ziehen sich die merkwürdigsten Sachen rein. Mit ganz unterschiedlichen Auswirkungen - guten genauso häufig wie schlechten. Die Mittel werden von den Designern gern als Stilelement eingesetzt, um bestimmte Aufgaben auszuschmücken. Häufig dienen sie als ultimative Stärke-Quelle, die zu übermenschlichen Aktionen befähigt, oder als Gesundheitspillen, die den auf dem letzten Loch pfeifenden Helden blitzartig heilen und den Lebensbalken der Figur wieder in den grünen Bereich bringen. Es ist keineswegs so, dass nur die "bösen Jungs" solche Hilfsmittel benutzen. Selbst Nintendos legendärer Klempner Super Mario verwendet ominöse Pilzen, um größer und stärker zu werden. In der Foto-Show haben wir noch mehr Beispiele für rauschaffine Spiele-Charaktere zusammengetragen.

Effekthascherei

Die Reise beginnt 1988 in einer verlotterten Spielhalle. Zwischen "Galaga", "Tetris" und "Space Invaders" steht auch ein Automat mit dem griffigen Titel "NARC". Monster abschießen und Steinchen sortieren? Das ist hier kalter Kaffee. Damals galt NARC als eines der ersten brutalen Videospiele und wurde innerhalb kürzester Zeit zum Dorn im Auge vieler Eltern. Die Indizierung in Deutschland folgte auf dem Fuße. Der Grund: Ziel des Spiels ist es, als Polizist Junkies und Drogendealer zu fangen und zu töten, ihre Drogen zu konfiszieren und den Bandenboss Mr. Big aufzuspüren. Der Streitpunkt bei NARC: Die Spielfigur durfte die konfiszierten Drogen auf Wunsch auch selbst benutzen oder sogar mit ihnen handeln, um die eigenen Taschen mit Geld zu füllen. Das löste einen Aufschrei bei den Jugendschützer aus, der bis heute nicht verhallt ist. Denn mit NARC wurde der Grundstein für das Thema "Drogenmissbrauch in Videospielen" gelegt. NARC wurde sogar 2005 für die Xbox, den PC und die PS2 mit frischer Grafik und überarbeiteter Story neu aufgelegt und ebenfalls wieder indiziert . Doch der Tabubruch sorgte -auch dank dank vieler nachahmender Trittbrettfahrer - dafür, dass das Thema weiter in der Welt blieb.

Risiko noch nicht nachgewiesen

Viele Menschen, darunter auch zahlreiche Spieler, halten die Darstellung und den Gebrauch von Drogen in Videospielen für bedenklich. Insbesondere männliche Teenager sollen dadurch gefährlichen Reizen ausgesetzt sein. Worte, die Gamern besonders wegen der immer wieder aufkeimenden Killerspiel-Debatte zusammenzucken lassen. Das Nationale Institut für Medien und Familie der USA schreibt anno 2008, dass der Effekt von Rauschmittel-Konsum in Games auf den Spieler bisher zwar nicht ausreichend untersucht sei, dass die gleiche Materie in anderen Medien aber Grund zur Sorge liefere. 2005 belegten beispielsweise 40 verschiedene US-Studien, dass junge Erwachsene, die in Filmen häufig Raucher sehen, selbst deutlich häufiger mit dem Rauchen beginnen. Gleiche Ergebnisse erzielten übrigens Studien zum Thema Alkohol in Medien. Ob das auch für Drogen in Videospielen gilt? Das wurde bis heute noch immer nicht ausreichend erforscht. Patricia Vance, Präsidentin der unabhängigen US-Prüfstelle "Entertainment Software Rating Board (ESRB)", dem US-Pendant zur deutschen USK, sieht es entspannt. Laut ihrer Aussage geht der Trend nicht explizit in Richtung "mehr Drogen in Videospielen", sondern "mehr Realismus in Videospielen". "Spiele behandeln mittlerweile eine sehr ausgeprägte Charaktergestaltung und -entwicklung und tief greifende Geschichten. Das führt unweigerlich auch zu einer größeren Bandbreite an möglichen Gebieten, die ein Videospiel thematisiert", so Vance.

Fazit

Gleiches Recht für alle: Dafür plädieren Spieler genauso wie die Entwickler. Videospiele haben - genauso wie Filme, Musik und Bücher - ebenfalls das Recht, Themen wie Drogen und Rauschmittelkonsum zu thematisieren, ohne dass deswegen gleich ein Aufstand losbricht. Schließlich bedeutet ein Vorkommen von Rauschmitteln in Games nicht automatisch deren Glorifizierung. Auf diesen kleinen, aber feinen - und entscheidenden - Unterschied berufen sich andere Medien bereits seit Jahrzehnten. Im Gegenteil - häufig wird das Ganze als ironisierendes Stilmittel eingesetzt. Drogen in Videospielen? So lange das Thema verantwortungsvoll behandelt wird und in den spezifischen Kontext passt, sollte darüber eigentlich kein Streit entbrennen.

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