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Videospiele-Helden im Wandel

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Helden im Wandel

17.11.2010, 00:00 Uhr | Michael Förtsch / vb , jr, Richard Löwenstein

Videospiele-Helden im Wandel. Sonic (Quelle: Sega)

Sonic (Quelle: Sega)

Früher war die Rezeptur so einfach: Man nehme eine beliebige Heldenfigur, werfe sie in eine Welt voller Monster und Gefahren und lasse sie die Menschheit retten - fertig ist ein Videospiel, das gefällt. Heute ist das komplizierter - mit der Grafik und den spielerischen Möglichkeiten sind auch die Ansprüche der Spieler an echte Helden gewachsen. Gamer von heute wollen Typen mit Profil und Charakter, vielschichtig, geheimnisvoll; mit Ecken und Kanten - jemand, mit dem man sich identifizieren kann. Manche Videospiel-Helden scheitern an diesen Anforderungen und bleiben auf ewig die Ikonen längst vergangener Tage. Andere wiederum stellen sich dieser Herausforderung, wachsen an ihr, verändern sich um des Spielers Willen. Dabei durchlaufen sie teilweise kuriose, bemitleidenswerte und erstaunliche Wandlungen, um sich den heutigen Geschmäckern anzupassen. Wir stellen die interessantesten Charakterköpfe in unserer Foto-Show vor.

Digitales Face-Lifting

Allzu oft ist der Wandel eines Helden nur kosmetischer Natur. Die Grafik hat sich verändert und mit ihr der Held. Man nehme nur etwa den Möchtegern-Piraten Guybrush Threepwood aus der Adventure-Reihe “The Secret of Monkey Island“. Bei seinem ersten Auftritt im Jahr 1990 trägt der Blondschopf Leinenhemd und schwarze Piratenhosen, die langen Haare sind zum Zopf gebunden, die später charakteristische Tolle fehlt. Im zweiten Teil der Reihe schneidern ihm die Entwickler einen blauen Kapitänsmantel auf den Leib, zusätzlich erhält er einen verwegenen Bart. Die Artworks des Piraten auf Spieleverpackungen und Werbeanzeigen sind allesamt realistisch gehalten, stellen Guybrush als einfachen, jungen Mann dar. Erst im dritten Teil, “The Curse of Monkey Island“, von 1998 fällt Guybrush vollends in einen kindlichen Comic-Stil mit kugelrunden Glubsch-Augen, schlaksigen Gliedern und dem bekannten, fluffigen Pompadour auf dem Kopf. Einen ähnlichen, kosmetischen Wandel durchlebte auch der kultige Pillenfresser Pac-Man: Anfangs nur eine gelbe Knutschkugel mit einem Mundschlitz, bekam der Kuller-Held später Augen, Nase und sogar Arme und Beine.

Hop oder top?

Aber was passiert eigentlich, wenn sich ältere Videospielhelden vehement gegen eine Veränderung und Modernisierung wehren? Dieser Schuss kann in zwei Richtungen losgehen: entweder sie haben einen solchen Kultstatus erreicht, dass sie es sich leisten können zu bleiben, wie sie sind. Oder sie sterben den Popularitäts-Tod durch Alterserscheinungen. Bestes Beispiel für den ersten, glücklicheren Fall ist Nintendos Knubbel-Klempner Super Mario. Seit seinem ersten Auftritt 1981 als Nebenfigur in “Donkey Kong“ hat sich der kleine Italiener so gut wie nicht verändert: Latzhose, Mütze, Knollase, Schnauzbart. Und das Konzept funktioniert noch heute einwandfrei. Anders erging es dagegen Segas Maskottchen Alex Kidd. In den 1980er Jahren zählte der kleine Junge mit den großen Ohren im rot-gelben Helden-Anzug zu den beliebtesten Figuren der Branche und spielte die Hauptrolle in zahlreichen Arcade- und Konsolen-Games. Wegen seiner Kindlichkeit wurde Alex Kidd jedoch nachgesagt, er könne es nie und nimmer mit Nintendos neuem Superhelden Mario aufnehmen. Und nach und nach verschwand der affenartige Junge sang- und klanglos von der Bildfläche.

Experiment mit einer Ikone

Ob es der einstigen Spiele-Ikone Lara Croft genauso geht, ist noch nicht raus. Auf jeden Fall wagen sich die Entwickler von Crystal Dynamics bei ihrem im Herbst anstehenden Tomb Raider-Reboot an eine komplette Umgestaltung des Typs. Im mittlerweile neunten Spiel der Action-Adventure-Reihe, das den Arbeitstitel "Tomb Raider" trägt, ist die Heldin mit gerade einmal 21 Lenzen deutlich jünger als in den Vorgängerspielen. Sie wirkt dadurch natürlicher und verletzlicher, teilweise sogar verängstigt. Lara muss - frisch von der Uni kommend - nach einem Schiffbruch beim Überlebenskampf auf auf einer einsamen Insel einige sehr schmerzhafte Erfahrungen durchleben. Mit der wagemutigen, durch nichts zur erschütternden Archäologin, als die sie bisher bekannt war, hat die neue Figur wenig zu tun. Nach den Flops der letzten Lara Games ein notwendiges, aber trotzdem mutiges Experiment, das Lara entweder eine neue Karriere oder ihren finalen Platz in der "Gamer Hall of Fame" sichern wird.

Fazit

Die Zeiten wandeln sich, die Spieler wandeln sich - und mit ihnen ihre Videospielhelden. Zumindest meistens. Vor allem für Fans, die ihren ganz persönlichen Helden schon über Jahre verfolgen ist eine solche Entwicklung toll mit anzusehen. Es sei denn, es wird Schundluder mit einer Figur getrieben - indem man sie so gegen den Strich bürstet, dass selbst treue Fans abspringen und ihren langjährigen virtuellen Begleiter gedanklich zu Grabe tragen. Wer den Wandel erfolgreich geschafft hat und wer daran gescheitert ist, zeigt unsere Foto-Show.

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