Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Specials > Gamescom 2016 >

Gamescom 2011: Handyangriff auf die Videokonsolen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gamescom: Handyangriff auf die Videokonsolen

18.08.2011, 12:39 Uhr | jr / ams, dpa

Gamescom 2011: Handyangriff auf die Videokonsolen. Gamescom 2011: Handy-Games auf dem Vormarsch (Quelle: Reuters/Reuters)

Gamescom 2011: Handy-Games auf dem Vormarsch (Quelle: Reuters/Reuters)

Die beliebteste mobile Spielkonsole ist das Handy - zum Leidwesen von Nintendo, Sony und Co. Das Handy hat schon diverse Gerätegattungen in die abgelegenen Regale der Elektronikmärkte verbannt - Wecker und Musikspieler für die Jackentasche etwa, auch Navis sind gefährdet. Nun bedrohen die kleinen Alleskönner die mobilen Spielkonsolen: Immer mehr Nutzer daddeln auf dem Smartphone, das sie ohnehin in der Tasche haben - und sparen sich ein zusätzliches Gerät. Pünktlich zur Gamescom (17.-21. August) hat Sony reagiert und eine Billig-Version der Playstation Portable (PSP) für den Herbst angekündigt. Anspruchsvolle Spieler wollen die Japaner weiter mit der Playstation Vita locken - die kommt aber erst nach dem Weihnachtsgeschäft heraus.

Smartphones für betuchte Zocker

"Mobiles Spielen war noch nie so zugänglich", sagte Sony-Manager Jim Ryan bei der Präsentation der verbilligten PSP. Eines verschwieg der künftige Europachef von Sony Computer Entertainment (SCE) allerdings: Immer mehr Nutzer haben mit dem Smartphone schon eine kleine Konsole in der Tasche, die sie nicht extra kaufen müssen. Das weiß auch Ryan, der jüngere Teenager als Hauptzielgruppe ausmachte: "Diese Gruppe hat typischerweise noch keine Smartphones". Deshalb kommt die um die WLAN-Funktion abgespeckte "PSP E-1000", wie Sony sein neues Gerät nüchtern nennt, zum Kampfpreis von 99 Euro auf den Markt. Sony setzt dabei ganz auf das vorhandene Spiele-Angebot: Alle Titel für die älteren Generationen sollen auf dem Gerät laufen, und unter dem Namen "PSP Essentials" sind diverse aktuelle Spiele für je rund 10 Euro verfügbar.

Die Smartphone-Welle rollt

Trotz des günstigen Preises: Einfach wird die Zweitverwertung einer im Prinzip veralteten mobilen Spielkonsole nicht. Ein paar Zahlen machen den Siegeszug der Smartphones deutlich: Im vergangenen Quartal verkaufte Apple im Schnitt jeden Tag 226 000 iPhones. Google, treibende Kraft hinter Android, verzeichnet derzeit gar 550 000 neue Geräte mit dem Betriebssystem - täglich. Hinzu kommen tausende von Tablet-PC. In den "App Stores" der beiden Anbieter sind Spiele die beliebteste Kategorie. Die vielen Stunden, die Spieler mit dem Millionen-Seller Angry Birds Vögel durch die Gegend schießen, haben sie nicht mehr für Games aus der Video- und Konsolen-Ecke. Hinzu kommt: Viele der App-Games sind gratis oder kosten nur ein paar Euro. Fehlkäufe schmerzen hier finanziell wenig; zumal die vor dem Kauf einsehbaren Bewertungen anderer Kunden einen ganz guten Filter abgeben.

Zur Masse kommt Klasse

Da überlegt man es sich schon sehr, 45 Euro für ein PC- oder 65 Euro für ein Konsolen-Game auszugeben. Jenseits des Preisarguments haben die etablierten Publisher ein weiteres Problem: Zur Masse kommt bei den mobilen Spielen immer mehr Klasse. "Die etablierten Spiele-Entwickler haben die Bedeutung der neuen Vertriebswege erkannt", sagt Werner Ballhaus, Partner bei der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC). Zahlreiche Anbieter hätten hochwertige Spiele für Smartphone und Tablets im Angebot. Das setzt die Konsolenhersteller unter Druck. Nintendo hat das am Beispiel seines Anfang des Jahres mit großem Tamtam auf den Markt gebrachten Handhelds 3DS bereits zu spüren bekommen. Der 3DS zeigt 3D-Bilder, ohne dass Spieler dafür eigens eine Brille tragen müssen. Doch der Hoffnungsträger enttäuschte die Erwartungen - offiziell wegen eines Mangels an geeigneten Marken-Spielen. Schon bald senkten die Japaner des Preis des Gerätes um ein Drittel - in Deutschland auf rund 170 Euro.

Unten und oben baggern

Sony versucht jetzt, den Mobile Games-Markt von beiden Seiten in die Zange zu nehmen. Das untere Ende des Marktes ist mit der E-1000 abgedeckt, das obere Ende will Sony Anfang 2012 mit der Vita besetzen. Diese soll sich durch große Rechenpower und schicke Grafik von der Masse abheben. "Die Vita bietet die beste Spielerfahrung aller tragbaren Geräte", bemühte Sony-Manager Ryan die üblichen Superlative. Smartphones seien damit jedenfalls zur Zeit nicht vergleichbar. Zeit braucht es wohl auch noch, bis Playstation-Klassiker auf die Smartphones anderer Hersteller kommen. Anfang des Jahres hatte Sony angekündigt, dass sich Anbieter von Android-Geräten zertifizieren lassen können, um die dafür notwendige "Playstation Suite" einzubinden. Außer dem japanischen Konzern selbst tut das jedoch niemand - und zu den Plänen wollte sich Ryan nicht äußern. "Hinter den Kulissen arbeitet Sony viel mit anderen Herstellern", versicherte Ryan. Bei der Umsetzung gehe man jedoch "sehr gründlich" vor. Will wohl heißen: Selbst Sony hat inzwischen gemerkt, dass es keine gute Politik ist, sich selbst zu schwächen und das Angebot des Gegners noch stärker zu machen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige


shopping-portal