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Gamescom-Bericht: RTL wird nicht gerügt

26.08.2011, 09:41 Uhr | vb / jr

Nach Gamescom-Bericht: RTL wird nicht gerügt. Gamescom 2011: Junge Gamer an der Xbox 360 (Quelle: Reuters)

Gamescom 2011: Junge Gamer an der Xbox 360 (Quelle: Reuters)

"Die überwiegende Mehrzahl aller Messebesucher trägt aber den Computerspieler-Einheitslook: Dunkle Schlabberklamotten, die manchmal etwas streng riechen." - diese Sätze und weitere Diffamierungen finden sich in einem Bericht des RTL-Magazins "Explosiv" zur Gamescom 2011. Eine Sendung, die nicht ohne Folgen geblieben ist: Erboste Gamer laufen ob der Anfeindungen im Netz Sturm. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat nach einer Prüfung jedoch auf weitere Schritte verzichtet. Zwischenzeitlich sind Teile der Webseite von RTL gehackt worden.

"Durch seine unverblümte Tendenz sicher ärgerlich"

Wie "Programmbeschwerde.de" mitgeteilt hat, sind am 26. August mehr als 8000 Beschwerden eingetroffen. Da für die weitere rechtlichen Behandlung der Angelegenheit die Anzahl der Beschwerden nicht von Bedeutung sei, bitten die Verantwortlichen, keine weiteren Postings zu veröffentlichen. Die NLM hat den Vorgang mittlerweile geprüft und kommt zum Ergebnis, dass der Sender nicht gegen die Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages verstoßen hat. Dennoch äußerte man Verständnis für die Empörung: "Der Beitrag ist durch seine unverblümte Tendenz sicher ärgerlich, aber keinesfalls rechtswidrig. In einer freiheitlichen Medienordnung können und müssen derartige Berichte toleriert werden. Ich hoffe sehr, dass die Gamer-Szene, die ja selbst für Freiheitsrechte eintritt, dies am Ende akzeptieren kann", sagte NLM-Direktor Andreas Fische.

RTL-Seite zeitweise nicht erreichbar

Die Hacker-Gruppe "Anonymous" hatte zuvor in einem Youtube-Video die "Operation RTL" angekündigt. Wie die Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" berichtet, haben Hacker am Donnerstag die Website von RTL angegriffen. Besucher hätten teilweise nur eine Fehlermeldung und das Wort "GAMEZ" zu sehen bekommen. Anonymous hat inzwischen eine Beteiligung an der Aktion bestritten. Die Webseite "rtl.de" war - vermutlich wegen Überlastung - gegen 17 Uhr am 25. August zeitweise nicht mehr zu erreichen.

"Echte komische Gestalten"

Der rund fünf Minuten lange Bericht, der am 19. August ausgestrahlt wurde, lässt Spieler durchweg schlecht dastehen: Sie seien "echt komische Gestalten", kommentiert Moderatorin Nazan Eckes zu Beginn. Ironie der Geschichte: Eckes hat noch in diesem Jahr die Verleihung des "Deutschen Computerspielpreises" moderiert. Doch die tendenziöse Berichterstattung ist damit noch lange nicht zu Ende: Männlichen Spielern wird zum Beispiel noch unterstellt, ein Problem mit dem anderen Geschlecht zu haben, keinen Humor zu haben und zudem in Sachen Körperhygiene nicht gerade vorbildlich zu sein.

Computerspielen nicht förderlich für das Sprachverständnis

Die Reaktion hat nicht lange auf sich warten lassen: Nachdem verschiedene Webseiten zu öffentlichem Protest aufgerufen haben, hat die Gaming-Seite "Giga" mittlerweile eine Verballhornung der RTL-Reportage veröffentlicht, in der in ähnlichen Worten über Angestellte des Kölner Privatsenders berichtet wird. Die sich derweil keiner Schuld bewusst sind: Der für den "Explosiv"-Beitrag verantwortliche Redakteur Tim Kickbusch hat über sein Facebook-Profil verlauten lassen, dass die Reportage "offensichtlich nicht ganz ernst gemeint sei". Dies sei an den albernen Texten und der albernen, musikalischen Untermalung zu erkennen. Die Reaktion vieler Spieler bekräftige ihn allerdings in der Vermutung, dass zu viel Computerspielen für das Sprachverständnis nicht förderlich sei, so Kickbusch weiter - eine Bemerkung, die den Dampf im Kessel noch weiter ansteigen ließ.

Update 1: RTL-Redakteur entschuldigt sich

Mittlerweile hat sich RTL-Redakteur Tim Kickbusch auf der Facebook-Seite der Gamescom entschuldigt. Seine Meldung im Wortlaut: "Mehrere Hundert Mails heute haben mir deutlich gezeigt, dass ich die Wirkung meines Beitrags zur Gamescom ganz falsch eingeschätzt habe. Der sollte lustig werden. Das ist mir gründlich misslungen. Ich wollte niemanden beleidigen oder verletzen. Dass das jetzt dennoch geschehen ist, tut mir sehr leid. Die anschließende Diskussion auf meiner privaten Facebook-Seite über den Beitrag und die Reaktionen darauf war hitzig. Meine Äußerungen dort waren unüberlegt. Auch dafür möchte ich mich entschuldigen."

Update 2: RTL veröffentlicht Entschuldigung

Nachdem Redakteur Tim Kickbusch mittlerweile öffentlich von seinem Beitrag abgerückt ist, zieht der Privatsender RTL nach - und distanziert sich gleichermaßen von den privat getroffenen Aussagen Kickbuschs. Die Meldung im Wortlaut: "Die Verallgemeinerung und Überzeichnung des Beitrags war ein Fehler. Wenn wir damit Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür. Der bei Facebook privat gepostete Kommentar des RTL-Redakteurs war ausschließlich dessen private Meinung und in keinster Weise die von RTL."

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