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Ico & Shadow of the Colossus Classics HD: Eine kolossale Sammlung

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Test Ico & Shadow of the Colossus Classics HD | Adventure | PS3  

Eine kolossale HD-Kollektion

30.09.2011, 11:14 Uhr | Volker Bonacker / ams

Ico & Shadow of the Colossus Classics HD: Eine kolossale Sammlung. Ico & Shadow of the Colossus Classics HD (Quelle: Team Ico / Sony)

Ico & Shadow of the Colossus Classics HD (Quelle: Team Ico / Sony)

Leise, melancholisch, schön: Die beiden PS2-Spiele "Ico" (2001 veröffentlicht) und "Shadow of the Colossus" (2006) haben stilistisch und inhaltlich nicht nur Kritiker begeistert, sondern auch gezeigt, dass Videospiel und Kunst nicht so weit voneinander entfernt sein müssen, wie es bei den meisten Mainstream-Produktionen der Fall ist. Trotzdem ist der große Verkaufserfolg ausgeblieben. Die beiden Games aus der Feder von Fumito Ueda finden heute zwar in steter Regelmäßigkeit in Debatten über die Grenzen und Möglichkeiten des Mediums Videospiel Erwähnung, sind ansonsten aber in Vergessenheit geraten. Bis jetzt. Denn Sony veröffentlicht beide Spiele in überarbeiteter Fassung als HD-Sammlung für die PS3 neu. Wir sind ein weiteres Mal aus der finsteren Burg in "Ico" geflüchtet und haben die 16 Kolosse aus "Shadow of the Colossus" erklommen und vernichtet.

Die Schönheit des Schlichten

Inhaltlich haben die Macher von Team Ico alles beim Alten belassen. Wer die Spiele schon zu ihrer Zeit gespielt hat, findet sich entsprechend schnell mit der Steuerung und Mechanik zurecht. In Sachen Grafik dagegen ist einiges passiert. Der Look ist allerdings weiterhin nicht das, wofür die beiden Titel in Erinnerung bleiben sollten – denn trotz HD-Optik darf man hier kein Uncharted 2 oder God of War 3 erwarten. Stattdessen überzeugen beide Titel durch ihre schlichte Präsentation. Es gibt kaum Waffen, keine Entwicklungs-Möglichkeiten für die Charaktere und keine Aufträge abseits der Geschichte, die erzählt wird. Und auf den ersten Blick nicht einmal eine Geschichte selbst. Denn was auf dem Bildschirm an Handlung passiert, wird lediglich von Intro-Videos angerissen, danach obliegt es dem Spieler, das gezeigte zu interpretieren.

Schreckliche Gewissheit

So erfahren wir von Shadow of the Colossus weiterhin nicht mehr, als das unser Held Wander mit einer toten Frau namens Mono in ein verbotenes Land reitet, um ihre Seele dort wieder zu erlangen. Eine Gottheit namens Dormin spricht zu ihm und bietet im Austausch gegen die Vernichtung von 16 Kolossen an, die Frau zurück zu holen. Wir willigen ein, reiten los und finden zunächst nur ein großes, leeres Nichts von Spielwelt, aus der alles Leben verschwunden scheint. Warum die Frau unserem Helden so wichtig ist? Wer Dormin ist und welche Ziele er verfolgt? Darüber gibt es keinerlei Informationen. Wir tun folglich, was verlangt wird – ohne zu fragen, warum. Denn das Spiel will es nicht anders. Wenig später erklimmen wir den ersten der 16 Gegner, stechen ihm an einer hell leuchtenden Stelle unser Schwert in den Leib, vernichten ihn und bleiben trotz des Sieges über die haushohe Kreatur seltsam traurig zurück. Es herrscht das Gefühl vor, etwas Unrechtes getan, eine unschuldige Kreatur grundlos ermordet zu haben. Ist es so? Sind wir nur ein Spielball einer bösen Gottheit? Mit der Zeit werden diese Fragen lauter – und die schreckliche Gewissheit wird mit jedem weiteren Koloss, den wir besiegen, deutlicher.

Noch kolossaler

Während die Spielwelt nun zwar dank konstanten 30 Bildern pro Sekunde deutlich flüssiger durchquert werden kann, ist zumindest die Landschaft betreffend grafisch wenig Neues zu vermelden. Bis wir auf den ersten Gegner treffen. Denn die Kolosse sehen nun deutlich eindrucksvoller und detaillierter aus als zu PS2-Zeiten. Wenn sie versuchen, Wander beim Erklimmen ihres Rückens abzuschütteln, fallen selbst kleinste Details an ihren Rüstungen oder fellbewachsenen Körperpartien auf.

Auf der Flucht

Noch deutlicher sticht der neue Look von Ico ins Auge. Das bereits 2001 erschienene Game ist in HD einfach nur eine Freude für die Augen - was die ohnehin beklemmende Atmosphäre nochmals verstärkt. Bei der Flucht aus der scheinbar verlassenen Burg, in der wir die Rolle eines 12-jährigen Jungen übernehmen, sind Einsamkeit und Angst in jeder Sekunde spürbar. Einzig der Klang des Windes, der durch die kahlen Mauern pfeift, ist zu vernehmen. Tritt man näher an eine der Fackeln heran, die an den Wänden hängen, knistert es leise. Unterbrochen wird diese unheimliche Geräuschkulisse nur von zwei Geräuschen.

Nur gemeinsam zu schaffen

Das erste ist das Rufen unserer Begleiterin. Denn wir fliehen nicht alleine, sondern begegnen recht bald einem eingesperrten Mädchen in leuchtendem Weiß, das wir befreien und mitnehmen. Ihre Sprache spricht unser Held zwar nicht, dafür kann sie Türen öffnen, die den Weg durch die Burg versperren. Nimmt man die Begleiterin jedoch nicht an der Hand oder ruft sie zu sich, bleibt sie im Raum stehen und wartet. Auch in Sachen Bewegungen kann sie nicht mit dem Helden mithalten und etwa herabhängende Ketten erklimmen. Das bringt spannende Rätsel mit sich, denn schließlich kann die Flucht nur gemeinsam gelingen – irgendwie muss sie also auf höher liegende Plattformen geschafft werden oder über unüberwindlich scheinende Abgründe.

Verzweifelter Kampf

Doch die beiden sind nicht allein – und hier tritt das zweite Geräusch auf den Plan, nämlich jenes, das die schwarzen Schattenwesen von sich geben, die von Zeit zu Zeit aus dem Boden auftauchen und die weiß gewandte Begleiterin in den Abgrund ziehen wollen. Vertreiben kann unser junger Recke sie zunächst nur mit einem Stock, den er als Waffe mit sich trägt. Gelingt es den geisterhaften Wesen, das Mädchen in eines der schwarzen Löcher, aus denen sie auftauchen zu ziehen, ist das Spiel vorbei. In diesen Momenten fährt Ico weiterhin die volle Ladung an Dramatik auf, denn kämpfen ist nicht die größte Stärke des Jungen und die dunklen Gegner scheinbar hoffnungslos überlegen.

Fazit

Ico und Shadow of the Colossus gehören in jede gut sortierte Spielesammlung. Auch wenn man sich am minimalistischen Gameplay und der nur schemenhaft angedeuteten Story stören kann – und viele Spieler deshalb nicht zu den Originalen gegriffen haben – die beiden Games haben die Zeit überdauert und sind zu Klassikern geworden. Die nun in überarbeiteter Grafik, 7.1-Surround Sound und stereoskopischem 3D-Modus daherkommen - zu einem fairen Preis. Wer die Games schon zu PS2-Zeiten mochte oder nicht mochte, wird seine Meinung auch nach der Veröffentlichung der Remakes nicht ändern. Spieler jedoch, die bislang nicht in Kontakt mit den Werken der Entwickler Team Ico gekommen sind und auf der Suche nach einer alles anderen als alltäglichen Erfahrung sind, machen mit dieser HD-Kollektion definitiv nichts falsch.

Name: Ico & Shadow of the Colossus Classics HD
Genre: Adventure
Preis: : zirka 40 Euro
Systeme: PS3
Hersteller: Team Ico
Publisher: Sony
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Release-Termin: Im Handel
Wertung: Sehr gut


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