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"Uncharted 3" – Drake`s Deception für PS3 im Test

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Auf den Spuren von Lawrence von Arabien

27.10.2011, 13:57 Uhr | Volker Bonacker / jr

"Uncharted 3" – Drake`s Deception für PS3 im Test. Uncharted 3 (Quelle: Naughty Dog / Sony)

Uncharted 3 (Quelle: Naughty Dog / Sony)

Der Glücksritter ist wieder da: Im PS3-exklusiven Action-Adventure "Uncharted 3" schicken Sony und die Entwickler Naughty Dog ihren Helden Nathan Drake im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste. Dort sucht man auf den Spuren des sagenumwobenen Lawrence von Arabien die versunkene Stadt Iram, besser bekannt als das "Atlantis des Sandes". Der Trip verläuft natürlich nicht ohne Zwischenfälle: Wenn Schatzsucher Drake nicht gerade in eine Verschwörung verwickelt wird oder einer mysteriösen, neuen Gegenspielerin gegenüber steht, flüchtet er aus brennenden Villen oder ballert sich durch abstürzende Flugzeuge. Um das Spiel angemessen vorzustellen, hat Sony eine Schatzsuche in Jordanien veranstaltet, in deren Rahmen erstmals die Singleplayer-Kampagne anspielbar war. Wir haben uns im Sand des Wüsten-Camps Wadi Rum in den virtuellen Nachbau der Rub' al Khali-Wüste begeben und auf die Suche nach Iram gemacht.

Spuren im Sand

Nach dem Erklimmen von Dünen und dem Kamelritt in der realen Welt, während bei wolkenlosem Himmel die Sonne mit 35 Grad Celsius vom Himmel brennt, bekommt man einen ganz authentischen Eindruck davon, das Nathan Drake zu Beginn des vorgestellten Levels so seine Mühe hat. Mit letzter Kraft schleppt sich der Schatzjäger durch die Wüste, um wenig später erste Ausläufer einer Siedlung zu erreichen. Iram oder nur eine Zwischenstation? Nach einigen Erkundungen herrscht darüber Klarheit. Davor jedoch können wir uns einmal mehr nicht am Look des Spiels sattsehen. Hier leistet Naughty Dog abermals Großes: Die Inszenierung besticht durch eine Grafik, der es selbst an kleinsten Details wie Spuren im Sand oder sich brechendem Licht in den Ruinen nicht mangelt. Die Darstellung von fließendem Sand, Wasser und Feuer sieht tatsächlich physikalisch korrekt aus. Wie gewohnt unterbricht Naughty Dog die Wüstentrip-Action ein ums andere Mal durch Video-Zwischensequenzen, die die Handlung vorantreiben. Man wähnt man sich hier fast mehr in einem Hollywood-Actionfilm als in einem Spiel - die cineastische Aufmachung, ein Markenzeichen der Reihe, ist konsequenterweise auch im dritten Teil beibehalten worden.

Verbessern statt erneuern

Dass die Macher nach dem Prinzip "Kleine Verbesserungen statt großer Experimente" arbeiten, fällt schnell auf, als die Anwesenden selbst loslegen dürfen. Die beiden Level "Chateau" und "Cargo Plane" stehen zur Wahl. In ersterem flüchtet Nathan zusammen mit dem Kennern der Serie gut bekannten Victor "Sully" Sullivan aus einem in Brand geratenen Herrenhaus. Sprung- und Hangelpassagen wechseln sich im Sekundentakt mit Faustkämpfen und Schießereien gegen feindliche Kämpfer, die sich in der Villa verschanzt haben, ab. Neben einigen neuen Moves, die Nathan im Nahkampf beherrscht, sind Gameplay und Steuerung ansonsten wie gewohnt ausgefallen. Wer bereits einen der Vorgängerspiele kennt, findet sich sofort zurecht.

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Typische Spannungselemente

Und stößt auch schnell wieder auf die "Um Haaresbreite entkommen"- Momente, die zum Spielprinzip der Serie gehören. Etwa, wenn ein Vorsprung, an dem man sich eben noch entlang hangelt, krachend in die Tiefe stürzt und Nathan mit letzter Kraft über dem brennenden Abgrund baumelt. Gleiches gilt für das zweite gespielte Level, "Cargo Plane". Hier wird zunächst in nächtlichem Setting ein Flughafen infiltriert, was entweder mit brachialer Waffengewalt oder über Schleichen und heimliche Angriffe gelingt. Für welche Methode man sich auch entscheidet: Der Flieger startet bereits, als wir die Startbahn erreichen. Wäre da nicht dieser Jeep, der herangebraust kommt und auf dessen Beifahrersitz sich Drake schwingt, gäbe es kein Einholen mehr. Die Fahrerin des Vehikels: Elena Fisher, die aus Teil eins und zwei bekannte unerschrockene Journalistin.

Auf der Flucht

Neben so vielen Wiedersehen mit alten Bekannten tauchen allerdings auch neue Figuren auf. Etwa Katherine Marlowe, die hinter jenem Ring her ist, den Nathan seit dem ersten Teil des Spiels um den Hals trägt und der einst seinem Vorfahren - dem Freibeuter und entdecker Sir Francis Drake - gehörte. Jener hat auch nach Iram gesucht - womit sich der Kreis schließt. Wie die Macher versichern, basiert das auf historisch korrekten Daten. Was die Chefin einer Geheimorganisation mit dem Kleinod will? Das steht noch in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass sie nichts unversucht lässt, um an Drakes Talisman zu gelangen, und den Schatzsucher damit in einen bitteren Kampf ums Überleben verwickelt. Damit das entsprechend filmreif aussieht, wurde die Motion-Capturing-Technik auch in Teil drei bei Bewegungen und Zwischensequenzen eingesetzt. Während Schauspieler Nolan North erneut die Rolle von Nathan Drake übernimmt, wird die Journalistin Elena wie gewohnt von Emily Rose gespielt und gesprochen. Wie die beiden im Interview verraten, sind die Aufnahmen zu Uncharted 3 um einiges umfangreicher als in den beiden Vorgängern ausgefallen.

Film trifft auf Spiel

Motion-Scan-Verfahren, mit denen zuletzt der Krimi-Hit L.A. Noire für eine nahezu realistische Darstellung von Gesichtern im Spiel glänzen konnte, wurden in Uncharted 3 nicht verwendet. Das mag man beim Betrachten von Drakes Mimik im Spiel allerdings nicht so recht glauben, denn die Gesichtszüge und -Bewegungen fallen äußerst detailliert aus. Verantwortlich für die Kino-Effekte im Spiel ist Taylor Kurosaki, Cinematic-Lead bei Naughty Dog. Im Gespräch verrät er, dass man nicht ohne Grund am bewährten Elementen festhält. Neuerungen wie etwa Open-World-Elemente hätten ebenso wenig ins Game gepasst wie eine Steuerung via Move. Stattdessen habe man sich an der Geschichte von Lawrence von Arabien orientiert, um ein traditionelles Gameplay, gemixt aus Spiel- und Filmszenen, abzuliefern. Ob bei einem derartigen Mix in Zukunfz noch ein Unterschied zwischen den beiden Medien erkennbar ist? "Es ist trotz aller Konvergenz genügend Raum für alle da", sagt Kurosaki. Man habe schließlich auch in Uncharted 3 lediglich Filmtechniken für das Storytelling eines Games verwendet, anstatt Grenzen zu verwischen. Ein Film zum Spiel ist dennoch Gerüchten zufolge für 2013 in Arbeit - wenig verwunderlich, bietet das Ganze doch locker genug Material für einen abendfüllenden Abenteuerstreifen.

Im Team oder gegeneinander

Ist die Solo-Kampagne erst einmal geschafft, wartet ein runderneuerter Mehrspieler-Modus auf abenteuerlustige PS3-Zocker. Hier sollen dynamische Maps, die sich im Laufe der Partien verändern, für Spannung sorgen. Hinzu gesellen sich neue, kompetitive Modi sowie bekannte Varianten wie "Team-Deathmatch", bei dem nun erstmals bis zu zehn Spieler aufeinander losgehen dürfen. Wer den Sieg davonträgt, kann die eigene Figur mit mächtigen Upgrades verbessern, während die Verlierer über kleinere Boni die Möglichkeit zum Aufholen bekommen. Dank der Möglichkeit, über zwei angemeldete PSN-Accounts zu spielen, können Freunde auch zusammen vor einem TV-Gerät zocken.

Was uns gefällt

Keine Frage: Uncharted 3 wird das Grafik-Highlight des Jahres. Was Naughty Dog hier für ein Feuerwerk an Effekten, detaillierten Darstellungen sowie Motion-Capturing-Aufnahmen abfackelt, sucht seinesgleichen. Die Mischung aus Film und Spiel geht voll auf, bisweilen möchte man sich einfach nur zurücklehnen und der Action von London bis in die Wüste auf dem Bildschirm zuschauen. Was beim Vorgänger schon für staunende Gesichter gesorgt hat, zündet auch im dritten Teil.

Was uns nicht gefällt

Trotz aller optischen und auch akustischen Finessen: Uncharted 3 ist im Grunde genommen ein "Uncharted 2.5" - denn spielerisch findet sich viel Altbekanntes. Das dürfte zwar der Erwartungshaltung großer Teil der Fans entsprechen, sorgt aber beim einen oder anderen Serien-Kenner sicher auch für das Gefühl, lediglich ein Update mit Detailverbesserungen gekauft zu haben. Das macht Uncharted 3 zwar nicht zu einem schlechten Game, etwas mehr Innovation wäre für einen zukünftigen vierten Teil aber schon wünschenswert.

Fazit

Actionspiel trifft Actionfilm: Uncharted 3 ist nicht nur das bis dato schönste PS3-Spiel, es ist auch jenes, das die Verschmelzung der Medien Film und Videospiel am deutlichsten zeigt. Was Naughty Dog hier kreiert, ist unterhaltsamer als so mancher Hollywood-Streifen. Der Held Nathan Drake schafft es mittlerweile locker, Filmgrößen wie Indiana Jones das Wasser zu reichen. PS3-Besitzern steht ein weiterer, unvergleichlicher Trip ins Haus, der in keiner gutsortierten Spielesammlung fehlen darf.

Titel: Uncharted 3
Genre: Action-Adventure
Publisher: Sony
Hersteller: Naughty Dog
Release-Termin: 2. November
Preis: zirka 50 Euro
System: PS3
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Einschätzung: Sehr gut

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