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Die teuersten Videospiele

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Hollywood? Eingeholt und überholt!

21.11.2011, 14:45 Uhr | Michael Förtsch (vb, jr), Richard Löwenstein

Die teuersten Videospiele. Duke Nukem Forever (Quelle: 2K Games / 3D Realms)

Duke Nukem Forever (Quelle: 2K Games / 3D Realms)

Beeindruckende Zahlen: Knapp über eine Milliarde US-Dollar hat die Kino-Roboterprügelei Transformers 3 weltweit eingespielt. Bei einem Budget von 195 Millionen US-Dollar ein mehr als gutes Ergebnis für das verantwortliche Studio Paramount und Regisseur Michael Bay. Aber nicht nur Hollywood bewegt sich in diesen Dimensionen. Auch Videospiele brauchen sich schon lange nicht mehr hinter Kino-Blockbustern zu verstecken. So hat der Ego-Shooter Call of Duty: Black Ops in der ersten Verkaufswoche etwa 650 Millionen US-Dollar eingefahren. Knapp eineinhalb Monate später wurde die Grenze von einer Milliarde US-Dollar Umsatz gesprengt. Aktuell schickt sich Modern Warfare 3 an, die Zahlen noch zu übertreffen: Binnen fünf Tagen wurden 775 Millionen US-Dollar Umsatz gemacht. Doch nicht nur in diesem Punkt sind Videogames drauf und dran, Hollywood dauerhaft den Rang abzulaufen. Auch in Sachen Budget und Entwicklungskosten sind die digitalen Unterhalter mit Großproduktionen aus der Traumfabrik auf Augenhöhe. Wir stellen die teuersten Games in unserer Foto-Show vor.

Klein angefangen

Im Jahre 1980 saß der frisch an der Universität von Texas eingeschriebene Student an seinem Apple 2-Computer und wollte sich durch die Entwicklung eines Spiel ein bisschen was nebenbei verdienen. Nach weniger als einem Jahr war der Mittelalter-Narr Richard Garriott - später unter dem Spitznamen "Lord British" bekannt - fertig mit seinem Werk, dem er den Namen "Ultima" gab. Das Rollenspiel kostete in der Entwicklung nicht mal 1000 US-Dollar, verkaufte sich mehr als 50.000 Mal und legte den Grundstein für eine legendäre Spiele-Reihe. Heute ist so etwas kaum noch vorstellbar. Nur wenige Ausnahmen wie Minecraft, das der Schwede Markus Persson mit einem kleinen Team von Freunden entwickelte, bestätigen noch die Regel. Die durchschnittlichen Entwicklungskosten für ein Videospiel, das auf Xbox 360, PS3, Wii oder PC erscheint, betragen laut den Marktforschern von M2 Research derzeit rund 18 bis 20 Millionen US-Dollar. Kein Wunder, ist doch aus der Nische Videospiele ein gigantischer Markt geworden, der im Jahr 2010 etwa 30 Milliarden US-Dollar Umsatz generierte. Hinter den großen Firmen wie Activision, Electronic Arts, Ubisoft, THQ und Namco Bandai stehen inzwischen milliardenschwere Investment-Fonds, die sich weiteres Wachstum und Gewinne erhoffen. Eine Crux, denn die hohe Qualität aktueller Spiele hat ihren Preis: Experimente kann sich bei den zu stemmenden Investitionen in die Spielentwicklung keiner mehr leisten.

Teuer, teuer!

Fakt ist: Die Produktion von Videospielen wird immer teurer. Das gilt zumindest für die Games, die als sogenannte "Triple A"-Titel oder kurz "AAA-Games" bezeichnet werden. Also jene Spiele, die ein Massenpublikum ansprechen und in Sachen Grafik und Inszenierung Meilensteine setzen. Spiele wie Gears of War 3, Modern Warfare 3 und die Gran Turismo-Reihe zum Beispiel, die sich Millionen Mal verkaufen und so überhaupt erst Gewinne einfahren. Ein Beispiel für die Kostenexplosion ist auch das Rollenspiel Final Fantasy XIII von Square Enix, in das der Publisher rund 70 Millionen US-Dollar (knapp 50 Millionen Euro) investierte. Doch warum werden Spiele immer teurer in der Produktion? Weil die Spieler immer mehr wollen: bessere Grafik, erstklassige Synchronsprecher, eine filmreife Story, eine glaubwürdige Spielphysik und Akustik. All das kostet Geld, Arbeitszeit und Ressourcen: Man braucht Designer, Grafiker, Programmierer und Produzenten. Teams von 60 bis 70 Mann und mehr, die an einem Spiel werkeln, sind keine Ausnahme, sondern die Regel.

Teure Entwicklungsumgebungen

Besonders aufwendig und teuer ist die Entwicklung von Grafik-Engines wie etwa der bekannten "Unreal Engine 3", der "CryEngine 2" von Crytek oder der "Frostbite 2"-Entwicklungsumgebung von Digital Illusions. Derartiges verschlingt zig Millionen, braucht nicht selten Jahre und ist nie wirklich abgeschlossen. Doch hängen die Kosten auch von der Art des Spieles ab. Ein gutes Rollenspiel bedarf guter Synchronsprecher, ein Rennspiel guter Motorenklänge und lizenzierter Autos. Und hierfür müssen die Macher Kosten an die jeweiligen Rechteinhaber bezahlen, um sie im Spiel verwenden zu dürfen. Das gleiche gilt für Fußballvereine und deren Spieler. Wichtigster Kostenfaktor ist jedoch die Zeit: Wie viel das knapp 14 Jahre in Entwicklung befindliche Duke Nukem Forever an Geld verschlang, ist nicht ganz sicher. Doch hat Studiochef George Broussard alleine 20 bis 30 Millionen Dollar seines eigenen Geldes investiert, nachdem die Entwicklung ins Stocken geriet.

Fazit

Die großen Titel der Videospiel-Welt erwirtschaften für ihre Macher nicht nur Gewinne, die großen Hollywoodproduktionen das Wasser reichen können. Nein, sie kosten die Studios und Publisher auch ebenso viel, zumindest wenn es sich um heiß ersehnte Auskopplungen bekannter Serien handelt. Wer Spektakel will, muss für Spektakel bezahlen, und zwar in jeder Hinsicht. In unserer Foto-Show haben wir einige der teuersten und bedeutendsten Investitionen der Spielegeschichte zusammengetragen.

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