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First Look auf "Metal Gear Rising: Revengeance": Schleichen war einmal

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First Look Metal Gear Rising: Revengeance | Action | PC, PS3, Xbox 360  

Schleichen war einmal

09.01.2012, 16:10 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper (vb / jr), Medienagentur plassma

First Look auf "Metal Gear Rising: Revengeance": Schleichen war einmal. Metal Gear Rising: Revengeance (Quelle: Konami)

Metal Gear Rising: Revengeance (Quelle: Konami)

Wenn man ein fast 25 Jahre altes Spielkonzept, das unzählige Preise und Höchstwertungen abgeräumt hat, nahezu komplett über den Haufen wirft, ist scharfer Gegenwind vorprogrammiert. Im Fall von "Metal Gear Rising: Revengeance", das für PC, PS3 und Xbox 360 erscheint, konfrontiert Publisher Konami das Publikum mit überspitzter Action. Das gewohnt raffinierte Vorgehen wird durch derbe Gewalt abgelöst, bombastische Kamerafahrten und dramatische Schnitten überlagern die bis dato gewohnte Dialogstruktur. Stellt sich die Frage: Ist das noch ein Metal Gear Solid-Spiel? Und viel wichtiger: Macht das überhaupt Spaß?

Identitätswechsel

Führt man sich den neuesten Trailer zu "Metal Gear Rising: Revengeance" zu Gemüte, wird schnell klar: Das Spiel für PS3, Xbox 360 und PC ist ein kompletter Reboot von Hideo Kojimas legendärer Stealth-Adventure-Serie. Raidens athletischer Körper, ummantelt von seinem futuristischen Kampfanzug, wirkt gleichsam kräftig wie elegant. Nach seinen beiden Auftritten in "Sons of Liberty" und "Guns of the Patriots" als Sidekick von Held Solid Snake schlüpft der Ninja-Cyborg zum ersten Mal in die Hauptrolle eines "Metal Gear"-Spiels. Die Idee kam den Herrschaften der Kojima Productions in einer der Nachbesprechungen zu "Metal Gear Solid 4", in denen man noch ein Mal auf die so formidable wie ungewöhnliche Sequenz in Akt zwei zurückblickte, in der Raiden als mysteriöser Kämpfer Solid Snake und Co. mit gekonnten Moves den Allerwertesten rettet, indem er mit der Klinge die stark gepanzerten Gekkos im Dutzend billiger aus dem Weg räumt.

Cooler Hund

Nun - zehn Jahre nach den Ereignissen von Guns of the Patriots - erscheint Raiden stärker denn je. Im aktuellen Trailer, der pünktlich zu den Video Game Awards 2011 im Dezember erschien, wird der Held mit Menschen-ähnlichen Cyborgs konfrontiert, die ihm in ihren Fähigkeiten kaum nachstehen. Raiden selbst wurde von der Organisation PMSC ("Private Military and Security Companies") damit beauftragt, Bodyguards zu trainieren, die die hohen Tiere dieser Welt mit übermenschlichen Fähigkeiten beschützen sollen. Wirkt der Beginn des Trailers noch wie ein Call of Duty, in dem mehrere, mit Schusswaffen ausgestattete Soldaten aus den Kriegsfahrzeugen ausschwärmen, hüpft schon bald der einst unbefangene Raiden in die Menge und zeigt sich gänzlich unbeeindruckt. Umzingelt von einigen Gegnern, filetiert er mit stoischer Ruhe seine Opponenten. Jede Wette: Die USK als zuständige deutsche Prüfstelle wird die hier demonstrierte Gewalt mit Sicherheit nicht ohne Weiteres durchwinken.

Ein eigenständiges Spiel

Was also erwartet treue Metal Gear Solid-Fans? Hideo Kojima gesteht ein, dass es für viele Anhänger der Serie schwierig werden könnte, mit Raidens Action-Eskapaden warm zu werden, sollte man nicht geneigt sein, "Rising: Revengeance" als eigenständiges Spiel zu betrachten, das die Grundstory um das Metal Gear Solid-Universum erweitert. So müsse man sich an eine neue Form von Action und der Inszenierung gewöhnen und dürfe sich trotzdem auf einige bekannte Elemente freuen. Beispielsweise soll es auch hier möglich sein, das Spiel abzuschließen, ohne auch nur ein virtuelles Leben auf dem Gewissen zu haben. Denn spätestens wenn man seinen Gegnern die Waffen zerschneidet, ergreifen sie ruckartig die Flucht und verschwinden in einer Staubwolke. Doch wenn das nicht immer ganz glatt vonstatten geht, wird das im Spiel als eine Art Kollateralschaden abgetan.

Volle Kanne drauf

Die Action kontrolliert man mittels beider Analogsticks und der Hilfe der aus "Matrix" bekannten "Bullet Time"-Zeitlupen. Mit dem linken Stick setzt man sein Schwert an und bekämpft seine Gegner anschließend nach Lust und Laune mit dem rechten Daumen. Derzeit experimentieren die Entwickler von Platinum Games und Kojima Productions auch mit einer Move-Steuerung für die PS3-Fassung, die sich allerdings noch nicht in einem vorzeigbaren Stadium befindet. Ob sie es in Sachen Präzision mit dem Dual-Shock-Äquivalent aufnehmen kann, bleibt daher abzuwarten. Nach den Versprechen der Entwickler soll aber höchstmögliche Genauigkeit realisiert werden.

Knallharte Action im Edelgewand

Neben den Slow-Motion-Schnetzeleien wird es der Spieler auch immer wieder mit interessanten Massenkämpfen zu tun haben, die in ihrer Art an God of War, "Enslaved" oder Batman erinnern. Man weicht geschickt den Salven seiner Feinde aus, blockiert ihre Attacken und schlägt dann selbst in alle Richtungen zu. Doch nicht nur menschliche Gegner oder solche, die danach aussehen, warten auf Raidens Klinge, auch unzählige Mechs gesellen sich zur gegnerischen Partei. Musste Raiden in Guns of the Patriots noch ganz genau und kontrolliert agieren, so ist sein Vorgehen nun sehr viel grober. Mit blitzartigen, kräftigen Hieben zerlegt er die riesigen Roboter in ihre Einzelteile. Die Herausforderung besteht darin, ihnen nahe genug zu kommen.

David gegen Goliath

Wie kraftvoll Raiden tatsächlich ist, demonstriert er im Kampf gegen Metal Gear Ray. Der Mech-Koloss steht ihm im Kampf gegenüber und kann trotz seines überproportionierten Schwerts nichts gegen Raidens sehr viel grazilere Klinge, die im Vergleich wie ein Taschenmesser wirkt, ausrichten. Stattdessen wirft er das Schwergewicht kurzerhand mit etwas Anstrengung durch die Luft. Dank seines linken Infrarot-Auges ist Raiden außerdem in der Lage, in der Dunkelheit zu sehen und durch Wände zu blicken. Darüber hinaus kann er meterweit in die Luft springen, Wände hochlaufen, per Boost seine Geschwindigkeit kurzfristig erhöhen und sich mit Dash-Attacken den Gegnern nähern.

Was wir mögen

Technisch zeigt sich das Spiel von der besten Seite. Man darf sich nicht nur über schicke Actionsequenzen, flotte Animation und eindrucksvolle Gegner, sondern auch über 60 Bilder pro Sekunde freuen. Ruckeln tut hier nichts. Besitzer von kompatiblen Fernsehern können zudem ihre 3D-Brillen aufsetzen und das Spiel in der dritten Dimension genießen. Spielerisch verspricht das neue Metal Gear dank zahlreicher Kampfmöglichkeiten und einem höchst agilen Hauptdarsteller sowie spektakulären Bossgegnern ebenfalls reichlich Abwechslung.

Was wir nicht mögen

Mit dem subtilen Schleichkonzept der Metal Gear Solid-Serie hat "Rising: Revengeance" nicht mehr viel gemein. Diese Tatsache dürfte viele treue Anhänger ebenso verschrecken wie der immer noch etwas androgyn wirkende Protagonist Raiden. Dass Konami keine gänzlich neue Spielereihe auf die Beine stellt, sondern auf den großen Markennamen setzt, um das Ganze dann inhaltlich radikal gegen den Strich zu bürsten, hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Zudem bleibt abzuwarten, ob die Nonstop-Action trotz der furiosen Präsentation auch längerfristig motiviert.

Fazit

Metal Gear-Mastermind Hideo Kojima beweist in zweierlei Hinsicht Mut: Zum einen schmeckt vielen Fans der Bruch mit liebgewonnen Traditionen überhaupt nicht, zum anderen hat er sein Baby zum ersten Mal aus der Hand gegeben und überlässt es unabhängigen Entwicklern. Ein bemerkenswerter Schritt, denn allein der Name des Spiels schraubt die Erwartungen stark nach oben. Sieht man einmal davon ab, stehen die Dinge gut, dass dieses Jahr ein Eindruck machendes Actionspiel erscheint. Den Vergleich mit der Original-Serie muss man aber zurückstellen. Deren Ansprüche kann und will "Metal Gear Rising: Revengeance" nicht erfüllen.

Infos zum Spiel

Titel: Metal Gear Rising: Revengeance
Genre: Action
Publisher: Konami
Hersteller: Platinum Games
Release-Termin: 2012
Preis: noch nicht bekannt
System: Windows-PC, PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut

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