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Sex in Games: Mehr Frust als Lust bei Pixelhelden

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Mehr Frust als Lust bei Pixelhelden

11.01.2012, 14:55 Uhr | Sönke Siemens (vb, jr), Richard Löwenstein

Sex in Games: Mehr Frust als Lust bei Pixelhelden. Dragon Age Origins (Quelle: EA)

Dragon Age Origins (Quelle: EA)

Erotik und Sex sind wichtige Bestandteile des Lebens und stehen daher im Zentrum vieler Geschichten. Dabei hat jede Kunstform ihre eigenen Klassiker und setzt Sex als dramaturgisches Mittel ein. In der Literatur gibt es Lady Chatterley und Lolita, im Film den "Letzten Tango in Paris" und "Belle de Jour". Bildende Künstler präsentieren den David und die Venus. Doch bei Computer- und Videospielen sieht es in dieser Hinsicht düster aus. Gamer werden mit "Leisure Suit Larry" und "Lula 3D" abgespeist - ganz und gar nicht befriedigend, sondern einfach nur zotig und bemüht. Hier ist das Ganze in einem sehr prüden Stadium stehen geblieben.

In Film und TV akzeptiert                                                                                            

Games wie "Mass Effect", "Bioshock" und "Heavy Rain" zeigen, das storytechnisch auch bei Games mittlerweile viel möglich ist. Sie sind Wegbereiter und Vorzeigetitel eines Mediums, das immer vielfältiger und erfolgreicher wird. Doch in Sachen Lust dominiert hier eher der Frust. Immerhin - wer die Geschichte anderer Kunstformen kennt, weiß, dass die sexuelle Revolution auch die Games nicht unberührt lassen wird. Das sagt auch Brenda Brathwaite, die Autorin des Buches "Sex in Video Games". "Sex ist ein Teil der menschlichen Entwicklung und wird sich seinen Weg in jede Art der Unterhaltung bahnen", erklärt sie. "Bücher, Filme, Kunst, Games - egal ob man sie verbannt, kürzt, zensiert oder sonstige Änderungen vornimmt - Sex wird es immer geben; ganz gleich in welchem Medium." In Film und Fernsehen hat sich das Publikum längst daran gewöhnt, Sex als dramaturgisches Element des Geschichtenerzählens zu akzeptieren. Kann sich jemand einen James-Bond-Streifen ohne die üblichen Techtelmechtel vorstellen?

Kein Risiko eingehen

Die Frage ist: Warum scheuen sich so viele Entwickler und Publisher, den ersten Schritt zu machen und Sex einen Stellenwert in Games einzuräumen? Die meisten kreativen und neuartigen Ideen treffen in der Spiele-Industrie erst einmal auf taube Ohren. Riskante Inhalte werden nur allzu gerne abgelehnt. "Publisher geben Millionen aus, um sich ein Image aufzubauen", erklärt Brenda Brathwaite. "Sie werben für und mit ihrem Image, verklagen andere, um ihr Image zu wahren und entscheiden, welche Produkte dazu passen und welche nicht. Es ist logisch, dass sich diese Unternehmen vor einem schlechten Ruf wegen sexueller Inhalte schützen wollen." Dabei schlummern in den Schubladen einiger kreativer Köpfe sicherlich interessantere und anspruchsvollere Projekte als beispielsweise dumpfes zur Schau stellen weiblicher Attribute wie in "Dead or Alive". Nur leider finden sich dafür meist keine Investoren. Denn nach wie vor werden Videospiele von der Mehrheit der Bevölkerung als Gegenstand betrachtet, der sich primär an Teenager und Jugendliche richtet. Sobald es um erwachsene Inhalte geht - sei es Gewalt oder eben Sex - wird in Erwartung eines drohenden moralischen Aufschreis gerne die Schere angesetzt.

Fazit

Als Unterhaltungsform werden Videospiele heute ernst genommen. Doch nicht alle Stilelemente sind gleichermaßen akzeptiert. Sex ist wohl die letzte große Bastion, die es zu erobern gilt. Geschichten zu erzählen und Ideen nachzuspielen gibt es jedenfalls genug. Und was wäre eine gute Story ohne Liebe, Romantik, Leidenschaft - und Sex?

 

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