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Deponia: Abenteuer mit Tiefgang

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Test Deponia | Adventure | PC  

Abenteuer mit Tiefgang

02.02.2012, 14:46 Uhr | Medienagentur plassma (vb / jr), Medienagentur plassma

Deponia: Abenteuer mit Tiefgang. Deponia (Quelle: Daedalic Entertainment)

Deponia (Quelle: Daedalic Entertainment)

Ja, es gibt sie noch, die Spiele mit Seele. Wo viele Hersteller auf Nummer sicher gehen und eine Fortsetzung nach der anderen rbringen, sticht das PC-Adventure "Deponia" vom Hamburger Rätselspezialisten Daedalic ("Edna bricht aus", "The Whispered World", "Harveys neue Augen") mühelos aus der großen Masse an Neuveröffentlichungen heraus. Die Entwickler rund um Story-Schreiber Jan-Müller Michaelis liefern mit dem Abenteuer des sympathischen Anti-Helden Rufus ein vor Witz sprühendes Genre-Meisterwerk ab, das sich nicht vor den großen Klassikern von Lucas Arts verstecken muss. Wer's nach dem Lesen des Tests direkt ausprobieren will, kann das mit der Demo zum Game tun. Dazu gibt's auch noch ein Interview mit dem Macher von Deponia.

Alles andere als Schrott

Der Planet Deponia ist ein Traum für jeden Schrottsammler: Der Müll stapelt sich meterweise, die Menschen leben in Gestank und Dreck. Ganz im Gegensatz zu den reichen Bewohnern der Himmelsstadt Elysium, die über Deponia schwebt. Eine echte Zweiklassen-Gesellschaft und nicht der einzige kritische Bezug zur Realität, den Kreativ-Kopf Jan-Müller Michaelis in seinem neuen Spiel herstellt. Was erst einmal nach einem wenig attraktiven Schauplatz für ein Adventure klingt, entpuppt sich in Deponia als Glücksfall. Das Schrottplatz-Feeling à la "Wall-E" kommt perfekt rüber - und man kann Rufus, den Helden des Spiels, nur allzu gut verstehen. Sein großes Ziel: Deponia endlich verlassen und Teil der Elysianer-Elite werden. Dumm nur, dass der militaristische Beamtenapparat Organon etwas dagegen hat. Weitere Details zur Story sparen wir uns aus Spannungsgründen: Spoiler-Gefahr!

Tiefgründig, witzig, abgefahren

Die Charaktere in Deponia überraschen mit ihrem Tiefgang und ihrer Glaubwürdigkeit. Allen voran Hauptdarsteller Rufus, der ziemlich von sich selbst überzeugt ist. Er hält sich für etwas Besseres als die übrigen Deponianer, handelt aber in der Regel so konfus, dass er es von einem Fettnäpfchen ins nächste schafft. Kein Wunder, dass seine Beziehung zu Toni, in deren Hütte er lebt, gescheitert ist. Die launische Ex-Freundin hat nur noch Verachtung für ihn übrig und reitet mit Vorliebe auf seinen Fehlern herum, etwa seiner Faulheit im Haushalt oder seiner maßlosen Selbstüberschätzung. Mit viel Sarkasmus und einem ordentlichen Schuss Genugtuung verfolgt sie das Scheitern von Rufus' Bemühungen, was regelmäßig in urkomische Dialogen mündet. Aber auch die übrigen Figuren sind allesamt mit Format, einem interessantem Hintergrund und individuellem Sprach-Slang ausgestattet und verlangen nach Aufmerksamkeit.

Spiele-Demo zu Deponia 
Die Flucht vom Müllberg

Ein selbstverliebter Held auf der Flucht vor dem Dreck. Deponia

Anspruchsvoll, aber immer logisch

Bei den Puzzles setzt Daedlic dem Spieler eine anspruchsvolle Kost vor. Oftmals gilt es, mehrere Ziele gleichzeitig im Blick zu behalten, dafür jede Menge Schauplätze des Dorfs Kuvaq zu erforschen, Items einzusammeln und diese sinnvoll mit anderen Inventarobjekten oder der Umgebung zu kombinieren. Um etwa an Coupons aus dem Laden von Toni heranzukommen, bastelt Rufus kurzerhand ein Betäubungs-Blasrohr - muss dafür aber erst mal ein Beruhigungsmittel in der Arzt-Station errätseln, einen Dart-Pfeil in der örtlichen Kneipe mopsen und einen Trichter ausfindig machen, um das Ganze zusammen zu basteln. Um-die-Ecke-Denken ist in Deponia auf jeden Fall Pflicht. Das gilt auch bei den gelegentlichen Minigames (beispielsweise Weichen-Stellwerkpuzzle, Bauen von Strominvertern), die man optional überspringen kann. Vorbildlich: Dank der tadellosen Maussteuerung und dem übersichtlichen Inventar hat man das Geschehen jederzeit voll im Griff. 

Ein Traum

Audiovisuell ist Deponia ein Geniestreich. Die Schauplätze warten mit unzähligen kleinen Details und großartigen Hintergründen auf, die ebenso wie die prima Charakteranimationen aufwändig per Hand gezeichnet wurden. Das Spiel wirkt wie aus einem Guss, wozu auch die hervorragende Akustik beiträgt. Wo es eine Freude ist, den einzelnen Charakteren dank perfekt ausgewählter deutscher Synchronsprecher zu lauschen, umschmeichelt ein ausgezeichneter, dynamischer Soundtrack die Ohren des Spielers. Ein Highlight: die Liedeinlagen im Singer-Songwriter-Stil, die Jan-Müller Michaelis selbst komponiert und eingesungen hat.

Was wir mögen

Interessante Charaktere mit Tiefgang, durchweg logische und oft sehr einfallsreiche Rätsel, vor Witz sprühenden Dialoge, eine hervorragende Präsentation, kinderleichte Bedienung und jede Menge Spielspaß: Deponia macht fast alles richtig und begeistert vom witzigen Tutorial bis hin zum Abspann. Speziell die tiefgründigen Figuren und der Mut zu erzählerischem Tiefgang machen das Adventure höchst spielenswert. 

Was wir nicht mögen

Notorische Nörgler können bemängeln, dass es sich "nur" um ein weiteres Point & Click-Adventure klassischer Machart handelt. Aber da dieses so perfekt umgesetzt wurde, dürften sich nur die wenigsten Genre-Liebhaber daran stören. So bleibt als einziger wirklicher Kritikpunk das recht abrupte Ende, das einige Fragen offen lässt - und die Tatsache, dass das Spiel schon nach gut zehn Stunden vorbei ist.

Fazit

PC-Spieler, die sich auch nur ein wenig für klassische Adventures begeistern können, findet in Deponia beste Unterhaltung. Es gibt wenige Titel, die einen so in ihren Bann ziehen und mit derart viel Herzblut entwickelt wurden. Obendrein kostet das Daedalic-Spiel nur knapp 30 Euro - unbedingt zuschlagen! Schön, dass Deponia als Trilogie angelegt ist und der zweite Teil noch dieses Jahr erscheinen soll.

Infos zum Spiel

Titel: Deponia
Genre: Adventure
Hersteller / Publisher: Daedalic Entertainment
Release: Im Handel
Preis: zirka 30 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren
Wertung: Sehr gut

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