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Test Catherine: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

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Test Catherine | Adventure-Puzzlespiel | PS3, Xbox 360  

Drum prüfe, wer sich ewig bindet (2/2)

27.02.2012, 12:53 Uhr | Volker Bonacker / jr

Test Catherine: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Catherine (Quelle: Deep Silver / Atlus)

Catherine (Quelle: Deep Silver / Atlus)

Will man seine Zeit im Stray Sheep nicht mit Reden oder SMS-Tippen zubringen, bestehen weitere Möglichkeiten: So kann man am Spielautomaten eine Retro-Version der Puzzle-Rätsel namens "Rapunzel" spielen, in der zwar kein Zeitdruck herrscht, dafür aber nur eine bestimmte Anzahl an Blöcken verschoben werden kann. Daneben wartet eine Jukebox darauf, neue Songs zu spielen, die man im Spielverlauf freischaltet. Soll es all das nicht sein, kann Vincent sich auch einfach per Tastendruck betrinken. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass er sich in den folgenden Alpträumen schneller bewegt, zudem gibt's nach jedem Drink kurzweilige, wissenswerte Informationen über dessen Herkunft.

Flucht vor dem Riesenbaby

Trotz aller Ablenkung: Irgendwann ist jeder Abend vorbei, und die nächste Kletterpartie im Traum steht an. Meist besteht jeder Traum aus zwei oder drei Level. Der Abschluss wird stets von einem Bosskampf der besonderen Art markiert. Denn hier stürzt nicht nur die Welt zusammen, Vincent wird auch noch verfolgt. Etwa von einem übergroßen Baby - seine Interpretation der Tatsache, dass seine Freundin im wirklichen Leben schwanger ist. Oder Katherine im Hochzeitskleid - ein Verweis darauf, dass Vincent die Ehe fürchtet und sich davor drückt. Wer hier nicht schnell genug nach oben klettert, verliert die Runde binnen weniger Sekunden, schließlich beeinflussen die überdimensional großen Gegner die Blockwelt zusätzlich mit verschiedenen Aktionen. Immerhin: Verschiebt man sich einmal, steht per Knopfdruck eine Rückspulfunktion zur Verfügung, mit der sich die letzten Züge ungeschehen machen lassen. Das gilt auch für die regulären Level.

Leidensdruck

Der Schwierigkeitsgrad mag zunächst zwar hoch erscheinen, der Grund dafür liegt jedoch auf der Hand: Über diesen Designtrick soll der Spieler mit Vincent leiden, seine Misere, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt, selbst erfahren. Und sich nach Abschluss eines jeden Levels mit dem 32-jährigen freuen. Schließlich ist da ein kleiner Funke Hoffnung: Angeblich bekommen Schafe, die acht Nächte lang jeden Alptraum erfolgreich bestehen, zuletzt die Freiheit gewährt. Vielleicht wird also doch noch alles gut mit Vincent, seiner Freundin Katherine oder seiner Affäre Catherine. Doch ob das stimmt?

Was wir mögen

Catherine fordert nicht nur bei den nächtlichen Puzzles, sondern unterhält auch beim allabendlichen Beisammensein in der Bar, den dortigen Gesprächen und kleinen Tätigkeiten, die Vincent absolvieren kann, bestens. Vor allem schaffen die Macher so einen Tiefgang, der abseits von Spielen wie Heavy Rain oder "Fahrenheit" selten ist. Man beginnt mehr und mehr, Vincents Leben zu leben, sich mit ihm zu identifizieren und damit auch mit seinen Problemen. Selbige sind für Videospiele ungewohnt erwachsen: Liebe, Betrug, Treue, Freiheit und ein selbstbestimmtes Dasein und die Frage, was davon miteinander vereinbar ist. Wie es ausgeht, liegt beim Spieler. Schön, dass die Entwickler dem Menschen vor dem Bildschirm derart viel Verantwortung zutrauen und ihn durch lineare, schlauchartige Level scheuchen, in denen keinerlei Auswahl besteht.

Was wir nicht mögen

Trotz allem Tiefgang und aller Abwechslung: Gelegentlich nervt die Langatmigkeit im Erzähltempo. Wer will, kann Videosequenzen, in denen Vincent und Freundin mal wieder streiten oder sich über die gemeinsame Zukunft unterhalten, zwar überspringen und auch das allabendliche Zusammensein in der Bar drastisch verkürzen, dafür gehen aber elementare Einblicke in die Geschichte verloren. So bleibt einem wenig anderes übrig, als sich dem Tempo der Macher anzupassen.

Fazit

Ungewöhnlich, sexy, verdammt fordernd: Mit seiner Mischung aus Adventure, Horror, Puzzle-Rätselspiel und einem guten Schuss Erotik sammelt Catherine Punkte. Die Geschichte spricht über erwachsene Themen ein Publikum an, das mehr vom Medium Videospiel erwartet als nur plumpe Sprüche, stereotype Charaktere oder belanglose Hintergrundstories. Die Puzzles dagegen verlangen einem alles ab und fordern selbst Könner. Insgesamt geht die Mischung auf: Catherine ist im noch jungen Jahr 2012 der erste große Geheimtipp und zeigt, dass Games und Tiefgang einander nicht ausschließen müssen, sondern wunderbar harmonieren können.

Infos zum Spiel

Titel: Catherine
Genre: Adventure / Puzzlespiel
Publisher: Deep Silver
Hersteller: Atlus
Release-Termin: 10. Februar 2012
Preis: zirka 50 Euro (auch als "Stray Sheep"-Special-Edition für PS3 erhältlich)
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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