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I Am Alive für PS3 & Xbox 360: Surival-Horror-Game im Spieletest

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Test I Am Alive | Survival-Horror | PS3, Xbox 360  

Kein Ende nach dem Ende

09.03.2012, 10:48 Uhr | Volker Bonacker / jr

I Am Alive für PS3 & Xbox 360: Surival-Horror-Game im Spieletest. I Am Alive (Quelle: Ubisoft)

I Am Alive (Quelle: Ubisoft)

Es ist eine Welt nach dem Untergang der Zivilisation, wie wir sie kennen. Eine Stadt, in der nichts mehr so ist, wie es einmal war, mit Bewohnern, die lediglich auf ihren Überlebenstrieb reduziert sind. Mitten unter ihnen: Ein einsamer Wanderer auf der Suche nach seinen Liebsten. "I am alive" für PS3 und Xbox 360 bietet Stoff für großes Postapokalypse-Kino vom Schlage eines "Fallout", spielerische Anleihen aus zahlreichen Hits der letzten Jahre inklusive. Zum ganz großen Wurf hat es beim Download-Spiel von Ubisoft zwar nicht gereicht (siehe auch Folge 440 des Games-Podcast "Manuspielt's"). Lohnend ist die Geschichte um den namenlosen Protagonisten, der sich durch eine entmenschlichte Welt schlägt, aber dennoch.

Held ohne Namen

Nicht der Angriff Außerirdischer oder ein Weltkrieg hat die Menschheit in "I am alive" ins Unheil gestürzt. Stattdessen läutete ein Erdbeben die Apokalypse ein. Die Welt nach dem Untergang ist in der Interpretation von Ubisoft Shanghai ein Brachland in grau-weißen Tönen, mit ascheübersäten Autos, eingestürzten Hochhäusern sowie aufgerissenen Straßen, an deren Rändern die Leichen nur behelfsmäßig aufgereiht liegen gelassen wurden. Und überall liegt lebensfeindlicher Staub in der Luft, der die Sicht erschwert und die Atmung lähmt. In diesem Szenario der fiktiven Stadt namens Haventon strandet der Held ohne Namen und Herkunft nach einer Reise, die ihn durch die gesamten Vereinigten Staaten geführt hat. Auf der Suche nach seiner Frau Julie und der gemeinsamen Tochter Mary hat er den Weg auf sich genommen. Er scheint beinahe am Ziel angelangt, doch es wartet eine Enttäuschung auf ihn: Die Gesuchten sind nicht in der ehemaligen Wohnung anzutreffen.

Hangel-Partie

Es beginnt eine rund fünf Stunden lange Odyssee durch das Haventon des Nach-Weltuntergangs, bei der der Held lediglich mit dem Nötigsten ausgestattet ist. Ein Seil um die Brust, die Videokamera griffbereit und eine Pistole ohne Munition - das sind die Habseligkeiten, die ihm geblieben sind. Dazu kommen seine motorischen Fähigkeiten. Klettern, hangeln und springen beherrscht er ganz ordentlich , was auch dringend nötig ist, wenn er Brücken erklimmt, an Hochhausfronten herum klettert sein oder Balanceakt über schwindelerregende Abgründe vollführt. Erinnerungen an die Kraxeleien aus "Mirror's Edge" werden wach, und auch die Referenzen an Assassin's Creed sind kaum zu übersehen. Die größte Hommage gilt jedoch "Shadow of the Colossus": Auch hier geht dem Helden während der Kletterpartien mit der Zeit die Puste aus. Hat man bis dahin keine Gelegenheit gefunden, sich auf sicheren Grund zu retten, droht der Sturz ins Bodenlose.

Spiele 
Das Ende nach dem Ende

Entwickler-Video zu "I am alive". zum Video

Überlebenswichtige Extras

Will man dem unfreiwilligen Abflug vorbeugen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl: Aufmerksame Spieler finden im zerstörten Haventon immer wieder nützliche Güter, welche die Ausdauer wiederherstellen und die Ausdauer-Leiste verlängern. Oder helfen, wenn die Gesundheit angeschlagen ist. denn automatisch heilt sich der Heimkehrer nicht. Folglich gilt es, die Umgebung beständig nach allem abzusuchen, das nützlich sein könnte: Inhalatoren, Obstsalat oder auch nur eine Flasche Mineralwasser - in der Postapokalypse werden kleinste Gegenstände zu wahren Schätzen, um die man kämpfen muss. Die Stadt mag zerstört sein, verlassen ist Haventon dagegen eindeutig nicht. Während einige der Bewohner den Helden um Hilfe in Form von Gütern anbetteln und im Austausch Informationen über den Verlauf der Geschichte liefern, sind andere weniger freundlich gesonnen. Im besten Fall bleibt's beim verbalen Schlagabtausch. Doch es geht auch anders, und dann müssen Waffen her.

Abwarten und zuschlagen

Hier schafft "I am alive" etwas Eigenständiges, denn statt stupider Baller-Action muß man scharf nachdenken. Munition ist schließlich kaum vorhanden. Dass man mehr als drei Schuss auf einmal dabei hat, ist selten. Dafür kann der Held das Schießeisen zum Bedrohen der Gegner einsetzen - die wissen ja schließlich nicht, dass die Waffe nicht geladen ist. Eine Machete schwingen kann er ebenso. Was also zu tun ist, wenn man plötzlich einer Gang von vier Kombattanten gegenübersteht? Ruhe bewahren. Einen von ihnen herankommen lassen. Nicht weglaufen. Und im richtigen Moment mit einem Hieb der Machete zuschlagen. Einer weniger. Ehe die anderen sich auf den Helden stürzen, rechtzeitig die Pistole ziehen und sie entweder damit in Schach halten - oder feuern.

Im Staubregen

Wie man die Kämpfe auch bestreitet, Ressourcenmanagement ist das A und O. Insgesamt 14 Gegenstände können mitgenommen werden, dazu vier Waffen und vier Extra-Items, die im Spielverlauf gefunden werden. Wer die Umgebung im Auge behält, findet zudem weitere Möglichkeiten, sich der Gegner zu entledigen: Etwa, in dem man sie mit der Waffe im Anschlag auf einen Abgrund zutreibt und hinunterstößt. Grausam? Ja. Aber überlebensnotwendig. Nicht nur für den Helden übrigens, sondern auch seine bald auftauchende Begleitung: das Mädchen Mei. Die Kleine hat ihre Mutter verloren und der Protagonist damit neben der Suche nach der eigenen Familie einen zusätzlichen Auftrag an der Backe. Mit Mei auf dem Rücken flieht man durch die Straßen oder entkommt den tödlichen Staubstürmen. Wer hier zu lange stehen bleibt, dem geht im wahrsten Sinne des Wortes die Puste aus. Neben den Kämpfen und Klettereinlagen sorgen die Szenen im dichten Staub für eine gehörige Extraportion Atmosphäre. So schleicht sich der Suchende durch finstere U-Bahn-Tunnels (das in dieser Hinsicht grandiose "Metro 2033" lässt grüßen), erklimmt vom Stapel Kisten bis zum Wolkenkratzer so einiges und kämpft sich durch ein mit Gegnern verseuchtes Hotel.

Was wir mögen

"I am alive" kommt zunächst abwechslungsreich und dank rarer Hilfsgegenstände und fordernder Kämpfe nicht nur kurzweilig, sondern auch genauso roh rüber, wie man sich die Welt nach ihrem Untergang vorstellt. Dank reduzierter Farbgebung, grobkörnigem Filter, fehlender Weitsicht und stets passenden Klängen stimmt die Atmosphäre - genau so stellt zeichnet man sich die untergegangen Welt in Alpträumen. Dass das Gesamtpaket nicht die gesamte Spieldauer über zünden will, liegt folglich nicht an der technischen Umsetzung oder der Spielmechanik, selbst wenn sich letztere gegen Ende ein wenig abnutzt.

Was wir nicht mögen

Was tatsächlich stört, ist die flache Geschichte. Die Reise eines Namenlosen durch die zerstörte Nachwelt ist schon in Film und Literatur Stoff für große Epen gewesen. Menschliche Konflikte werden zwar in Form hilfsbedürftiger Überlebender angerissen, insgesamt verschenken die Macher mit "I am alive" aber die Chance auf eine packende Geschichte. Lediglich das Ende vermag zu überraschen. Bis dahin hat man sich zu lange an die rudimentären Tätigkeiten des Helden gewöhnt; spielt sich mit der Ruhe eines Routiniers durch die Abschnitte - gleichermaßen fasziniert von deren Anblick wie auch fragend, ob noch etwas Neues kommt. Was leider nicht der Fall ist.

Fazit

Die Ansätze sind da, wenn auch nicht konsequent genug zu Ende gedacht. Gerade die Kämpfe verkommen, hat man das Prinzip erst einmal verinnerlicht, zu wenig herausfordernder Kost. Hier hätte ein wenig mehr Abwechslung gut getan. Insgesamt bleibt "I am alive" aber trotz allen Kritikpunkten ein ungewöhnlicher Titel mit frischen Ideen, die glücklicherweise einmal nicht mit Dauerfeuer-Action zu tun haben, sondern den Spieler stattdessen einer permanenten Unterversorgung aussetzen. Insgesamt geht das hier Gebotene völlig in Ordnung, zumal es sich ja hier um einen Download-Titel zum günstigen Preis handelt.

Titel: I Am Alive
Genre: Survival-Horror
Publisher: Ubisoft
Hersteller: Ubisoft Shanghai
Release: 7. März 2012
Preis: zirka 15 Euro (PSN / Xbox Live)
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut

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