Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Preview zum Rollenspiel Das Schwarze Auge: Demonicon für PC, PS3 und Xbox 360

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Preview Das Schwarze Auge: Demonicon | Rollenspiel | PC, PS3, Xbox 360  

Die düsteren Gefilde der Fantasie

01.03.2012, 16:46 Uhr | Medienagentur plassma (jr / tz), Medienagentur plassma

Preview zum Rollenspiel Das Schwarze Auge: Demonicon für PC, PS3 und Xbox 360. Das Schwarze Auge: Demonicon (Quelle: Kalypso Media)

Das Schwarze Auge: Demonicon (Quelle: Kalypso Media)

Das Pen & Paper-Regelwerk "Das Schwarze Auge" (DSA) hat schon für einige Rollenspiel-Umsetzungen auf PC und Spielkonsolen die Grundlage geliefert. Nach den guten, aber spielerisch eher braven PC-Titeln "Drakensang" und "Am Fluss der Zeit" wagen Publisher Kalypso Media und Entwickler Noumena mit "Das Schwarze Auge: Demonicon" dieses Jahr einen Neuanfang. Doch statt idyllischer Fantasy im DSA-Vorzeige-Reich Aventurien erwartet mutige Helden ein ziemlich düstereres Rollenspiel-Abenteuer. Denn dieses Mal verschlägt es den Spieler in die Schattenlande, das Dark-Fantasy-Setting des DSA-Universums. Hier treiben Dämonen, Untote und Nekromanten ihr Unwesen und terrorisieren die Bevölkerung mit Morden, Vergewaltigungen und sonstigen Untaten.

Lichtblick in einer finsteren Welt

Held des Rollenspiels ist der junge Cairon, der inmitten der verwüsteten Ödnis der Schattenlande lebt. Mit seinem Vater und seiner Schwester Calandra ist er ständig auf der Flucht vor den höllischen Monstern. Der einzige Lichtblick, der ihm bleibt, ist die befreite Stadt Warunk - hier soll die Familie Frieden finden. Allerdings sehen die Warunk-Einwohner Flüchtlinge nicht gern in ihren Reihen, also muss Plan B her: Um ein Bleiberecht zu erwirken, verheiratet Cairons Vater die Tochter kurzerhand mit einem einflussreichen Bürger. Schließlich ist Calandra noch Jungfrau, und die sind in den Schattenlanden ein ebenso seltenes wie wertvolles Gut. Verständlicherweise will Calandra allerdings wenig wissen von reichen Lustmolchen und brennt mit ihrem Liebhaber durch.

Cairon sucht Calandra

An dieser Stelle setzt die eigentliche Handlung ein, und das Abenteuer beginnt. Im Auftrag des Vaters soll der Spieler alias Cairon das durchgebrannte Schwesterherz wieder einfangen. Und zwar idealerweise im jungfräulichen Zustand. Als guter Bruder kann der Spieler seinen Vater über ein Dialog-Rad, das an Spiele wie Biowares "Mass Effect" erinnert, wissen lassen, was er von Zwangs-Ehen im Allgemeinen und sexueller Selbstbestimmung im Besonderen hält. Eine Wahl bleibt ihm aber dennoch nicht. Denn wenn Cairon Calandra nicht auffinden kann, muss die ganze Familie Warunk verlassen. Also verfolgt der Spieler die Flüchtigen in die finsteren Tunnel des so genannten Molchenbergs und stößt dort alsbald auf die ersten Gegner in Form von zu groß geratenen Echsen und Zombies.

Action-Geschnetzel

Beim Kampfsystem setzt "Demonicon" auf flotte Echtzeit-Gefechte. Vorbei sind die Zeiten von ruhigen Rundenkämpfen wie in Drakensang - das Spiel tendiert hier stark in Richtung Action-Adventure. Mit Schwerthieben und Spezialattacken kämpft man sich durch ganze Horden von Untoten und setzt dabei Zaubersprüche und effektive Kombo-Attacken ein. Wie gut das Ganze spielerisch funktioniert und ob die Fans der klassischen DSA-Rollenspiele von dem neuen Action-Ansatz nicht vielleicht abgeschreckt werden könnten, lässt sich anhand des vorliegenden Materials noch nicht endgültig sagen. Kalypso hält sich auch noch bedeckt, was die Charakterentwicklung angeht - es bleibt zu hoffen, dass es Talentbäume und Spezialisierungsmöglichkeiten geben wird.

Story mit Tiefgang

In Sachen Handlung scheint Demonicon ein höchst interessanter Genre-Vetreter zu werden. Gerade, wenn man sich fragt, warum Cairons Schwester ausgerechnet in ein von fiesen Viechern aller Art besiedeltes Areal abgehauen ist, enthüllt einem das Spiel, dass ihr Liebhaber alles andere als ein netter Kerl ist. Das weitläufige Tunnelsystem entpuppt sich als das Versteck eines Kannibalen. Und schon sind die Karten anders gemischt: Jetzt geht es nur noch ums nackte Überleben. Cairon muss sich mit einem dicken Bossgegner auseinandersetzen, der sich nach Leibeskräften wehrt. Hat man den besiegt, steht man vor einem moralischen Dilemma. Einige Opfer des Menschenfressers sind nämlich noch am Leben und sitzen im Kerker fest, den man selbst nicht öffnen kann. Der Kannibale macht einem nun das vergiftete Angebot, den Kerker zu öffnen, wenn man ihn dafür laufen lässt. Wie man sich nun entscheidet, hat fatale Folgen: Rettet man die Unschuldigen und gibt dem Fiesling die Möglichkeit, mit seinem tun fortzufahren, oder setzt man dem Treiben besser ein für allemal ein Ende - Kollateralschäden inbegriffen?

Stoff für erwachsenen Helden

Schon die ersten Spielstunden machen klar, dass Demonicon nicht in Kinderhände gehört. Themen wie Kannibalismus und sexuelle Selbstbestimmung haben hier ebenso ihren Platz wie eine düstere Weltuntergangsstimmung. Laut den Entwicklern kennt das Spiel kein Schwarz oder Weiß, kein richtig oder falsch. Deswegen verzichtet man auch auf ein Reputationssystem wie in Mass Effect. Der Spieler wird unmittelbar mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen konfrontiert - entweder in Spielwelt-Dialogen oder kurzen, gezeichneten Erzählsequenzen à la "The Witcher".

Technisch noch nicht auf der Höhe

Die bislang gezeigten Szenen machen grafisch einen ordentlichen, wenngleich auch nicht atemberaubenden Eindruck. Wo die Tunnel des Molchenbergs vor allem in Sachen Atmosphäre einiges her machen und das Gegner-Design mit einigen garstigen Überraschungen aufwartet, fallen im derzeitigen Stadium speziell die oft detailarmen Umgebungen und die Charaktermodelle negativ auf: Glatzkopf Cairon hinterlässt einen eher blassen Eindruck, und auch die übrigen Figuren wirken beliebig. Da ist sicherlich noch Spielraum nach oben, zumal sich das auf der Trinigy-Engine basierende Spiel noch mitten in der Entwicklung befindet.

Was wir mögen

Eine erwachsene Geschichte, die auch vor Tabuthemen nicht zurückschreckt, ein neues, düsteres Setting und ein zugängliches Spielsystem mit actionreichen Kämpfen, das auf ein kompliziertes Regelwerk verzichtet: Was eingefleischte DSA-Fans abschrecken könnte, dürfte Neueinsteigern zu Gute kommen.

Was wir nicht mögen

Noch gab es von Demonicon zu wenig zu sehen, um eine konkrete Analyse abgeben zu können. Wie entwickelt sich die Handlung um Protagonist Cairon weiter? Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen des Spielers auf die Spielwelt? Und können die Entwickler grafisch noch zulegen? Dies wird man erst anhand des fertigen Produkts sehen können, das voraussichtlich nicht vor Ende 2012 erscheint.

Fazit

Mutig, mutig: Demonicon ist das komplette Gegenteil der biederen Bilderbuch-Fantasy eines Drakensang. Die Schattenlande sind ein finsterer, bedrohlicher Ort, in dem der Spieler nicht verschont und mit allerlei Gräueltaten konfrontiert wird. Erzählerisch orientieren sich die Entwickler an Genre-Größen wie "The Witcher", das auf Action getrimmte Kampfsystem erinnert an Spiele wie "Batman: Arkham City". Das könnte konservativen Naturen, die lieber ein weiteres klassisches DSA-Rollenspiel haben möchten, missfallen. Sollten die Entwickler noch ordentlich an der Technik-Schraube drehen und ihre Ideen konsequent umsetzen, hat Demonicon aber das Zeug, eine mehr als interessante Alternative zu den großen Rollenspielen zu werden.

Infos zum Spiel

Titel: Das Schwarze Auge Demonicon
Genre: Rollenspiel
Publisher: Kalypso Media
Hersteller: Noumena Studios
Release-Termin: 1. Quartal 2013
Preis: Noch nicht bekannt
System: Xbox 360
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut

News, Tests & Previews, Demo-Downloads, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von T-Online Spiele!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal