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Test zu Binary Domain: Rebellion der Roboter

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Binary Domain | Actionspiel | PS3, Xbox 360  

Rebellion der Roboter

30.03.2012, 12:21 Uhr | Sabine Schischka / tz, Richard Löwenstein

Test zu Binary Domain: Rebellion der Roboter. Binary Domain (Quelle: Sega)

Binary Domain (Quelle: Sega)

Im Jahr 2080 übernehmen Maschinen einen Großteil der Wirtschafts- und Gesellschaftsprozesse. Sie kellnern, spielen das Hausmädchen, mimen die Empfangsdame und lösen Militär und Polizei ab. Doch dann tauchen Eisenkreaturen auf, die sich nicht mehr von Menschen aus Fleisch und Blut unterscheiden lassen – und verbreiten mit Terror Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Nur einer kann den Super-GAU verhindern: Dan Marshall und sein Team von US-Spezialeinheiten. Mit diesem Ansatz will Segas futuristischer Third-Person-Shooter “Binary Domain“ für PS3 und Xbox 360 in die Fußstapfen von Microsofts großartigem Gears of War 3 treten. In den ersten Spielstunden gelingt das kolossale Vorhaben tatsächlich ansatzweise. Dann brennen die ersten Schaltkreise durch.

Big in Japan

Der Spielverlauf: linear und doch intelligent. Haudegen und Protagonist Dan und sein fünfköpfiges Team sollen die aufmüpfige Robo-Brut in den verschiedensten Arealen Neu-Tokios in ihre Schranken weisen. Jeder von Dans Kollegen setzt hierzu auf andere Talente. Muskelprotz Big Bo zum Beispiel sieht sich ganz klar als Frontschwein und bevorzugt folglich schwere Kaliber. Die hübsche Asiatin Faye dagegen bläst den Robos am liebsten per Scharfschützengewehr die Birne weg. Rachel wiederum ist die Expertin für Raketenwerfer und Sprengstoff. Und das französische Kampfroboter-Modell CN-7, alias Cain, entpuppt sich als Allround-Talent inklusive Flugfunktion und Abseil-Mechanismus. Nett: Vor jeder Mission muss man sich für zwei Mitglieder entscheiden, was der Taktik-Komponente merklich zu Gute kommt.

Büchsenfutter

Schon von Spielbeginn an wird allerdings klar, dass Dan und seine Kumpanen mehr von purer Waffengewalt als von gewieftem Agentenvorgehen halten. Optik und Steuerung kupfern dabei eindeutig von Microsofts “Gears“-Reihe ab: Zielen und schießen mit den Schultertasten, immer wieder hinter Deckungen verschanzen und feuern – handlich. Die Widersacher des Spezialteams: bis an die Metallzähne bewaffnete Roboter, die in Arealen voller Ruinen, Wrackteile und Brackwasser gerne zu Dutzenden aufmarschieren; gepanzert, intelligent, mit MGs und Scharfschützengewehren. Die Gegner-KI kann sich sehen lassen: die Metallmannen klemmen sich hinter Säulen und Kisten, hechten im Zickzack von Deckung zu Deckung und greifen bei Verlust unwichtiger Körperteile auf die Vorzüge anderer zurück. Verliert der Robo-Scherge etwa einen Arm, nutzt er den verbliebenen, um in den Nahkampf überzugehen. Harte Brocken.

Vertrauen ist gut…

Neben all der Ballerei und fliegenden Metallteilen weiß “Binary Domain“ aber auch mit Abwechslung zu glänzen. So geht’s etwa einmal wie auf einer Wildwasserbahn eine nasse Steilwand hinunter, während man umliegenden Hindernissen mit den Analogsticks ausweicht; und gespickt mit Quicktime-Reaktionstests entkommt man nur haarscharf einstürzenden Gebäuden. Inszenierung: top. Auch die Sprachsteuerungs-Funktion, mit dem man seine Teamkameraden mit festgelegten Kommandos übers Headset herumschickt, sie etwa Deckungsfeuer geben oder vorstürmen lässt, ist spaßig. Wer übrigens zu spröde mit seinen Leuten umgeht, sie beispielsweise immer wieder beleidigt oder ins Sperrfeuer schickt, kassiert bald Kritik und schlimmstenfalls auch Befehlsverweigerung – toll gemacht.

…abknallen ist besser

Doch spätestens nach der Hälfte der etwa zehnstündigen Spieldauer geht dem Ganzen deutlich die Luft aus. Vormals Abwechslung verheißende Etappe – etwa heiße Schießereien aus Autos heraus - wiederholen sich; die Gegner tauchen in solchen Scharen auf, bloßes Draufhalten gerät besten Taktik. Bildschirmfüllende Boss-Roboter wie der spinnenartige “Spider“ und diverse Hydraulik-Monster sehen zwar spitze aus, geben aber nach immer dem gleichen Schema klein bei; kommende Ereignisse sind vorhersehbar. Nicht zuletzt wirkt ausgerechnet Oberheld Dan im Vergleich zu Genrekollegen wie ein einfältiger, gesichtsloser Kurzhaarschnitt-Amerikaner, der mit seinen blöden Sprüchen und den flachen Witzen bisweilen noch dazu eher unsympathisch rüberkommt.

Was wir mögen

Die Teamwork-Idee hinter “Binary Domain“ mit Kameraden-Auswahl und Sprachbefehlen ist eine tolle Idee. Auch bei der Optik weiß das Game mit flüssigen Animationen und hübschen Partikeleffekten zu gefallen. Actionfreunde fühlen sich wie in einem Michael Bay-Film: Es kracht an allen Ecken und Enden.

Was wir nicht mögen

Wenig futuristisch sind die oft viel zu langen Ladezeiten zwischen einzelnen Spielabschnitten. Die Gegnervielfalt lässt vor lauter Metallmannen zu wünschen übrig und auch die Bossgegner sind schematisch immer gleich zu besiegen. Wäre allerdings alles noch zu verschmerzen, wenn Protagonist Dan nicht so charakter- und gesichtslos bliebe und dem Spieler keinerlei Identifikationsmöglichkeiten bietet.

Fazit

Mit der grundsätzlich intelligenten Hintergrundgeschichte, den ununterbrochenen Action-Einlagen und hübscher Optik weiß “Binary Domain“ durchaus zu unterhalten – lässt aber auch viel Potenzial verstreichen. Für Freunde solider Actionkost trotzdem ein Kauftipp.

Titel: Binary Domain
Genre: Third-Person-Shooter
Publisher: Sega
Hersteller: Sega CS1
Preis: zirka 40 Euro
System: PS3, Xbox 360
USK-Freigabe: ab 16 Jahren
Wertung: Befriedigend

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